Fidschi (Schimpfwort)

Fidschi ist eine diskriminierende Bezeichnung für Vietnamesen oder allgemein für Menschen mit ost- und südostasiatischem Aussehen, die zumeist zum Zweck rassistischer Abwertung genutzt wurde und wird. Der Begriff war in der Umgangssprache der späten DDR und der Neuen Bundesländer in den 1980er- und 90er-Jahren weit verbreitet. Er hatte ein breites Bedeutungsspektrum, das von einer salopp-umgangssprachlichen Bezeichnung über eine paternalistisch herablassende bis zu einer despektierlich-abwertenden Bedeutung reicht. In Texten rechtsextremer Bands wurde er als ausgesprochener Feindbegriff verwendet.[1] Betroffene weisen die Bezeichnung als rassistisches Schimpfwort zurück.[2]

Diesem Verständnis entspricht auch der Duden, der neben der Bedeutung („männliche Person, die aus Indochina stammt, besonders aus Vietnam“) auch den Gebrauch verzeichnet. Explizit wird darauf hingewiesen, dass die Bezeichnung im öffentlichen Sprachgebrauch als stark diskriminierend gilt und deshalb vermieden wird.[3]

Geschichte

Die Bezeichnung kam in der DDR für vietnamesische und allgemein asiatische Facharbeiter auf, die als Vertragsarbeiter von der DDR ab den 1980er Jahren angeworben worden waren.[2]

Märkte bzw. Einkaufsgelegenheiten, die von Asiaten betrieben werden, werden insbesondere im Grenzraum von Deutschland und Tschechien umgangssprachlich abwertend auch als „Fidschi-Märkte“ bezeichnet.[4]

Einzelnachweise

  1. Dorina Feldmann, Michael Kohlstruck, Max Laube, Gebhard Schultz, Helmut Tausendteufel: Klassifikation politisch rechter Tötungsdelikte – Berlin 1990 bis 2008. Technische Universität Berlin, 2018, S. 199.
  2. a b Warum ich das nicht mehr hören will: „Fidschi“. Bell Tower – Netz für digitale Zivilgesellschaft (eine Plattform der Amadeu-Antonio-Stiftung), 13. November 2008
  3. Fidschi, der Duden.de
  4. Asia-Märkte in Tschechien. Tschechien Online, 13. Oktober 2016