Feuerwehr Ludwigshafen

Feuerwehr Ludwigshafen
Amt der Stadt
Ludwigshafen am Rhein
Berufsfeuerwehr
Gründungsjahr: 1918
Standorte: 3 FW + 2 Bootsanleger + 1 Logistik-Zentrum + 1 KatS-Zentrum
Mitarbeiter: 190
Freiwillige Feuerwehr
Gründungsjahr: 1853
Abteilungen: 3
Aktive Mitglieder: 120
Jugendfeuerwehr
Gründungsjahr: 1978
Gruppen: 4
Mitglieder: 40
www.ludwigshafen.de/buergernah/feuerwehr/

Die Feuerwehr Ludwigshafen am Rhein besteht aus einer Berufsfeuerwehr (BF) und einer Freiwilligen Feuerwehr (FF). Sie betreut ein Einsatzgebiet von rund 80 km², in welchem über 160.000 Menschen leben. Das Einsatzgebiet der Feuerwehr Ludwigshafen am Rhein umfasst unter anderem auch weitläufige Industrieareale und einen Binnenhafen. Außerdem existieren in Ludwigshafen 3 Werkfeuerwehren in Chemieunternehmen, darunter die Werkfeuerwehr BASF.

Die Feuerwehr Ludwigshafen ist für Brände und technische Hilfeleistungen zuständig. Darüber hinaus ist sie Aufgabenträger im Katastrophenschutz. Der Rettungsdienst wird von den vier Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz (Süden), Arbeiter-Samariter-Bund (Mitte), Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst (Norden) übernommen. Ludwigshafen verfügt über keinen eigenen Feuerwehrkran, nach vertraglicher Regelung kann die Feuerwehr Ludwigshafen jedoch auf den der Feuerwehr Mannheim zurückgreifen.

Berufsfeuerwehr

Die Berufsfeuerwehr stellt organisatorisch den Bereich 1-22 Feuerwehr der Stadtverwaltung Ludwigshafen am Rhein dar und untersteht unmittelbar der Oberbürgermeisterin.

Die Leitung des Bereichs obliegt dem Brand- und Katastrophenschutzinspekteur. Dies ist seit dem Jahr 2017 der Leitende Branddirektor Stefan Bruck[1]. Ihm zur Seite stehen zwei stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspekteure, welche in Personalunion die Leitung der Abteilungen Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz innehaben.

Der Bereich Feuerwehr gliedert sich in den Stabsbereich Integrierte Leitstelle und fünf Abteilungen:

  • Abteilung 1-221 | Verwaltung
  • Abteilung 1-222 | Gefahrenvorbeugung
  • Abteilung 1-223 | Gefahrenabwehr
  • Abteilung 1-224 | Technik
  • Abteilung 1-225 | Katastrophenschutz

Feuerwache 1 (ehemals Hauptfeuerwache)[2]

Die Feuerwache 1 befindet sich am Kaiserwörthdamm 1 im Stadtteil Mundenheim und besteht aus mehreren Gebäuden, welche um einen beschrankten Innenhof angeordnet sind.

Beim Gebäudeteil A handelt es sich um das eigentliche Wachgebäude mit Ruhe-, Sozial- und Ausbildungsräumen der Wachabteilung, einer Fahrzeughalle mit Ausfahrtstoren sowohl in den Innenhof als auch mit einer Alarmausfahrt auf die Straße „An der Feuerwache“ sowie einem Großteil der Büros der Bereichsleitung und Abteilungen, dem Wachbüro und einer Küche mit Mensa.

Der Gebäudeteil B unterteilt sich in eine Tiefgarage für Pkw (Dienst- und Privatfahrzeuge der Beamten im Dienst), eine Fahrzeughalle mit Ausfahrtstoren in den Innenhof sowie das Rechenzentrum 2 der Stadtverwaltung im Erdgeschoss und das Führungs- und Lagezentrum im 1. OG. Das Führungs- und Lagezentrum ist wiederum unterteilt in die Bereiche Feuerwehr-Einsatz-Zentrale (FEZ), Messleitkomponente (MLK), Stabsraum des operativ-taktischen Führungsstabs, Stabsraum des administrativ-organisatorischen Verwaltungsstabs, Ruheräume für die FEZ-Disponenten, Teeküche und Aufenthaltsraum. Es besteht ein Übergang zum Gebäudeteil A auf Ebene des 1. OG.

Im Gebäudeteil C befinden sich die KFZ-Werkstatt mit Lager und Werkstatthalle (welche aus Platzgründen auch als 3. Fahrzeughalle genutzt wird) sowie die Waschhalle und der Sportraum.

Im Gebäudeteil D sind weitere Büros der Abteilungen (insbesondere Gefahrenvorbeugung), die Funk-/IuK-Werkstatt, die Messtechnik und die Kleiderkammer untergebracht.

Beim Gebäudeteil E handelt es sich um die Integrierte Leitstelle Ludwigshafen.

Auf der Feuerwache 1 sind folgende Fahrzeuge stationiert:

Führungsfahrzeuge:

  • KdoW Diensthabender BKI (FL LU 01/10-01)
  • KdoW (FL LU 01/10-02)
  • KdoW (FL LU 01/10-03)
  • KdoW (FL LU 01/10-04)
  • KdoW (FL LU 01/10-05)
  • KdoW Feuerwehrarzt / Hintergrund-LNA (FL LU 01/10-06)
  • KdoW (FL LU 01/10-07)
  • KdoW (FL LU 01/10-08)
  • KdoW (FL LU 01/10-09)
  • ELW 1 B-Dienst 1 (FL LU 01/11-01)
  • ELW 1 A-Dienst (FL LU 01/11-02)
  • ELW 1 B-Dienst 2 (FL LU 01/11-03)
  • ELW 2 (FL LU 01/12-01)

Löschzug:

  • DL(A)K 23/12 (FL LU 01/34-01)
  • HLF 20 (FL LU 01/46-01)

Sonderfahrzeuge:

  • MTF (FL LU 01/19-01)
  • TroTLF (FL LU 01/25-01)
  • TMB 60 (FL LU 01/39-01)
  • RW-Kran (FL LU 01/52-01)
  • GW-Mess (FL LU 01/53-01)
  • ABC-ErkKW ZS (FL LU 01/55-01)
  • GW-Strömungsretter (FL LU 01/58-01)
  • 2 WLF (FL LU 01/65-01 und -02)
  • GW-Tierrettung (FL LU 01/69-01)
  • MZF 1 (FL LU 01/71-01)
  • Werkstattwagen (kein Einsatzfahrzeug)

Reservefahrzeuge:

  • DL(A)K 23/12 (FL LU 01/34-02)
  • LF 24 (FL LU 01/46-02)
  • RW 1 (FL LU 01/51-01)

Abrollbehälter:

  • AB-Umweltschutz/Gefahrgut (dauerhaft aufgesattelt)
  • AB-Schwimmsperre
  • AB-Rüst
  • AB-Schlauch
  • AB-Schaum
  • AB-Mulde
  • AB-Lüfter
  • AB-Logistik
  • AB-Boot

Im Einsatzdienst der Feuerwache 1 befinden sich rund um die Uhr 17 Beamte im Dienst. Diese teilen sich wie folgt auf:

  • Löschzug: 9 (HLF 1/1/5, DLK 0/1/1)
  • B-Dienst: 1 + 1 Führungsassistent
  • A-Dienst: 1
  • FEZ: 2 (davon 1 Führungsassistent A-Dienst)
  • ILS: 1
  • Reservefahrer: 2

Während der Büroarbeitszeiten wird der ELW 1 B-Dienst 2 aus dem Tagdienst heraus besetzt.

Der diensthabende Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur (BKI) wird rund um die Uhr in Rufbereitschaft besetzt.

Integrierte Leitstelle Ludwigshafen (ILS LU)[3]

In Rheinland-Pfalz sind die Integrierten Leitstellen (ILS) gemeinsame Einrichtungen des Landes, der Landkreise und kreisfreien Städte, die auf Ebene der Rettungsdienstbereiche eingerichtet werden. Der Rettungsdienstbereich Ludwigshafen umfasst neben der Stadt Ludwigshafen am Rhein auch die Städte Frankenthal (Pfalz), Speyer und Neustadt an der Weinstraße sowie den Rhein-Pfalz-Kreis und den Landkreis Bad Dürkheim. Die Stadt Ludwigshafen am Rhein ist als Träger der Integrierten Leitstelle für deren operativen Betrieb und den Aufgabenbereich Brand- und Katastrophenschutz verantwortlich, während die Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises als Rettungsdienstbehörde des Rettungsdienstbereichs Ludwigshafen für den Aufgabenbereich Rettungsdienst verantwortlich ist. Die Disponenten rekrutieren sich aus den Reihen der Beamten der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen und Notfallsanitätern der am Rettungsdienst beteiligten Hilfsorganisationen. Die operative Leitstellenleitung obliegt einem Abteilungsleiter Feuerwehr der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen und einem Abteilungsleiter Rettungsdienst vom DRK Rettungsdienst Vorderpfalz. Seit Ende 2025 befindet sich landesweit die Funktion Lagedienstführer auf den Integrierten Leitstellen des Landes im Dienst. Lagedienstführer auf der ILS LU sind Beamte der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen im gehobenen Dienst und Stand Ende 2025 im Tagdienst und darüber hinaus in Rufbereitschaft aus dem Frei besetzt. Eine 24/7-Besetzung vor Ort ist für Anfang 2027 geplant.

Feuerwache 2 (ehemals Feuerwache Nord)[4]

Die Feuerwache 2 befindet sich in der Friesenheimer Straße 53 im Stadtteil Oppau und umfasst neben dem Wachgebäude der Berufsfeuerwehr auch den Standort der Freiwilligen Feuerwehr, eine Sporthalle und das Ausbildungszentrum.

Das Wachgebäude umfasst Ruhe-, Sozial- und Ausbildungsräume sowie Küche und Mensa der Wachabteilung, eine Fahrzeughalle mit Ausfahrtstoren sowohl in den Innenhof als auch mit einer Alarmausfahrt auf die Straße „Friesenheimer Straße“ und das Wachbüro. Im selben Gebäude sind die Atemschutzübungsanlage, der Sportraum, die Atemschutzwerkstatt und Ausbildungsräume untergebracht.

Auf der Feuerwache 2 sind folgende Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr stationiert:

Führungsfahrzeuge:

  • KdoW (FL LU 02/10-01)
  • KdoW (FL LU 02/10-02)

Löschzug:

  • DL(A)K 23/12 (FL LU 02/34-01)
  • HLF 20 (FL LU 02/46-01)

Sonderfahrzeuge:

  • MTF (FL LU 02/19-01)
  • TroTLF (FL LU 02/25-01)
  • GW-Taucher (FL LU 02/58-01)
  • WLF (FL LU 02/65-01)
  • GW-Logistik (FL LU 02/69-01)
  • MZF 3 „Taucher“ (FL LU 02/73-01) mit RTB1 (FL LU 02/77-01)
  • GRTW (FL LU 02/88-01)

Reservefahrzeuge:

  • HLF 20 (FL LU 02/46-02)
  • ELW 1 Reserve (FL LU 02/11-01)

Abrollbehälter:

  • AB-Mulde
  • AB-Tauchübung

Im Einsatzdienst der Feuerwache 2 befinden sich rund um die Uhr zehn Beamte im Dienst. Diese teilen sich wie folgt auf:

  • Löschzug: 9 (HLF 1/1/5, DLK 0/1/1)
  • GW-Logistik: 1

Das Reserve-HLF (FL LU 02/46-02) wird regelhaft durch einen Ausbilder und Anwärter des mittleren Dienstes parallel zum Ausbildungsdienst besetzt und fährt dann nach Ermessen des Ausbilders stadtweit begleitend zu Einsätzen.

Eine Besonderheit der Feuerwache 2 sind die Taucherstaffel und der GRTW. Beide Komponenten werden durch die Besatzung des HLF bedient:

Im Alarmfall der Taucherstaffel besetzen der Angriffstrupp (Tauchtrupp), Maschinist und Staffelführer den GW-Taucher und der Wassertrupp das MZF3 „Taucher“. Der C-Dienst verbleibt auf der Wache.

Im Alarmfall des GRTW besetzen der Angriffs- und Wassertrupp (San-Trupps), der Staffelführer (Fahrzeugführer GRTW) und der Maschinist den GRTW. Der C-Dienst verbleibt auf der Wache.


Feuerwache 3 (ehemals Feuerwache West)[5]

Die Feuerwache 3 in der Flomersheimer Straße 4 im Stadtteil Oggersheim (Industriegebiet) ist die kleinste der drei Berufsfeuerwehrwachen.

Sie umfasst neben Ruhe-, Sozial- und Ausbildungsräumen der Wachabteilung, Küche und Mensa, einer Fahrzeughalle mit Ausfahrtstoren in den Innenhof auch einen Sportraum, die Schlauch- und feuerwehrtechnische Werkstatt.

Auf der Feuerwache 3 sind folgende Fahrzeuge stationiert:

  • HLF 20 (FL LU 03/46-01)
  • MZF 1 (FL LU 03/71-01)

Im Einsatzdienst der Feuerwache 3 befinden sich rund um die Uhr sieben Beamte im Dienst. Diese besetzen das HLF (1/1/5).

Bootsanleger[6]

Die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen hält zwei dauerhaft einsatzbereite Mehrzweckboote vor. Diese befinden sich jeweils in einem eigenen Bootshaus.

Kaiserwörthhafen: MZB „Süd“ (FL LU 01/79-01)

Landeshafen Nord: MZB „Nord“ (FL LU 02/79-01)

Feuerwehr-Logistik-Zentrum

In einem eigenen Logistikzentrum im Stadtteil Oggersheim werden Fahrzeuge ohne bzw. mit geringer einsatztaktischer Relevanz vorgehalten:

  • Zugmaschine (FL LU 02/69-02)
  • Auflieger Wassertank
  • Auflieger Logistik
  • Anhänger Gefahrgutübungsanlage
  • Anhänger Lichtmast

Das Logistikzentrum ist nicht dauerhaft besetzt.

Katastrophenschutz-Zentrum[7]

In der Robert-Mayer-Straße im Stadtteil Maudach befindet sich das Katastrophenschutz-Zentrum. Hier sind neben Sozialräumen, einem Ausbildungsraum und einer Industrieküche die Fahrzeuge der Schnelleinsatzgruppen sowie ein WLF (FL LU 02/65-01) und mehrere Abrollbehälter untergebracht. Ebenfalls befindet sich hier ein Großlager.

Das Katastrophenschutz-Zentrum ist nicht dauerhaft besetzt. Ein Beamter der Berufsfeuerwehr (Stabsstelle Freiwillige Feuerwehr) ist hier im Tagdienst eingesetzt. Außerdem gibt es ein Büro für den ehrenamtlichen Gerätewart-KatS.

Löschzugkonzept und Führungsdienst

Die Kurzzüge der Feuerwachen 1 und 2 und der Freiwilligen Feuerwehr Ruchheim stellen für ihren Bereich den Grundschutz sicher und werden durch ein weiteres HLF (i. d. R. HLF 3, alternativ FF) zu einem vollwertigen Löschzug ergänzt. Im Stadtteil Oggersheim stellt das HLF 3 den Grundschutz sicher und wird durch einen Kurzzug der Feuerwache 1 oder 2 ergänzt.

Eine Ludwigshafener Besonderheit ist, dass die HLF der Berufsfeuerwehr mit sieben Funktionen besetzt sind:

  • C-Dienst / Zugführer
  • Staffelführer
  • Maschinist
  • Angriffstrupp
  • Wassertrupp

Der B-Dienst kommt zum Einsatz, sobald Zugstärke überschritten wird und bei Bränden in Gebäuden, Brandmeldealarm, Gefahrstoffeinsätzen und Einsätzen mit Menschenleben in Gefahr.

Der A-Dienst führt in der Regel rückwärtig aus der FEZ. Außerhalb der Dienstzeiten des B-Dienstes 2 übernimmt der A-Dienst eventuelle Duplizitätseinsätze. Außerdem begleitet er alle Einsätze der Feuerwehr Ludwigshafen außerhalb des Stadtgebietes. Als technischer Einsatzleiter vor Ort fungiert er in den Alarmstufen 4 und 5.

Der Diensthabende BKI fungiert als Ansprechpartner für den A-Dienst für eventuelle Rückfragen, übernimmt die Kommunikation zur Oberbürgermeisterin und die Pressearbeit und besetzt die FEZ, sobald der A-Dienst ausrückt.

Schichtsystem

Bei der BF Ludwigshafen wird ein 3-Schicht-System mit 24-Stunden-Schichten nach Bremer Modell eingesetzt. Es besteht die Möglichkeit, bei Großschadenslagen dienstfreies Personal per DME zu alarmieren.

Die Funktionen des Führungsstabes sind seit Anfang 2024 montags bis freitags im Tagdienst und darüber hinaus in Rufbereitschaft besetzt.

Freiwillige Feuerwehr

In Ludwigshafen bestehen 3 Standorte der Freiwilligen Feuerwehr. Da es sich rechtlich um eine Freiwillige Feuerwehr handelt, wird jeder Standort durch eine Wehrführung geführt.

FF Oppau

Das Feuerwehrhaus der FF Oppau befindet sich auf dem Gelände der Feuerwache 2 in der Friesenheimer Straße 53 im Stadtteil Oppau.[8] Es umfasst Sozial- und Ausbildungsräume, eine Küche, ein Büro und die Fahrzeughalle.

Die FF Oppau verfügt über folgende Fahrzeuge:

Basiskomponente FF

  • ELW1 (FL LU 04/11-01)
  • LF16/12 (FL LU 04/45-01)
  • LF20-KatS (FL LU 04/48-01)
  • MZF1 (FL LU 04/71-01)

Sondereinheit Dekon

  • GW-Dekon-P (FL LU 04/57-01)
  • AB-Dekon-P
  • AB-Dekon-Fahrzeuge

Sonderfahrzeuge

  • TLF8/19 (geländegängig) (FL LU 04/22-01)

Für die FF Oppau ist eine Zugführer-Funktion vorgesehen. Diese wird als „C-Dienst 4“ bezeichnet.

Die FF Oppau übernimmt neben der Sonderaufgabe Dekon die Unterstützung der Berufsfeuerwehr im Bereich der Feuerwache 2 und übernimmt bei Bedarf die Wachbesetzung der Feuerwache 2.

FF Maudach

Das Feuerwehrhaus der FF Maudach befindet sich neben dem Katastrophenschutz-Zentrum und liegt in der Ignatz-Büttner-Straße im Stadtteil Maudach.[9] Es umfasst Sozial- und Ausbildungsräume, eine Küche, ein Büro und die Fahrzeughalle.

Die FF Maudach verfügt über folgende Fahrzeuge:

Basiskomponente FF

  • ELW1 (FL LU 05/11-01)
  • HLF20 (FL LU 05/46-01)
  • LF20-KatS (FL LU 05/48-01)
  • MZF1 (FL LU 05/71-01)

Sondereinheit Wasserförderung

  • AB-HFS (untergebracht im Katastrophenschutz-Zentrum)
  • SW2000 (FL LU 05/68-01)

Für die FF Maudach ist eine Zugführer-Funktion vorgesehen. Diese wird als „C-Dienst 5“ bezeichnet.

Die FF Maudach übernimmt neben der Sonderaufgabe Wasserförderung die Unterstützung der Berufsfeuerwehr im Bereich der Feuerwache 1 und übernimmt bei Bedarf die Wachbesetzung der Feuerwache 1.

FF Ruchheim

Die Freiwillige Feuerwehr im ehemals eigenständigen Ruchheim hat innerhalb der FF Ludwigshafen eine gewisse Sonderrolle inne, da sie im Gegensatz zu den anderen beiden Feuerwehren über einen eigenen Ausrückebereich (Ruchheim) verfügt, in dem sie zu jedem Einsatz fährt.[10]

Das Feuerwehrhaus der FF Ruchheim befindet sich in der Fußgönheimer Straße 8 im Stadtteil Ruchheim und umfasst Sozial- und Ausbildungsräume, eine Küche, ein Büro und die Fahrzeughalle.

Die FF Ruchheim verfügt über folgende Fahrzeuge:

Grundschutz (nach AGBF)

  • ELW1 (FL LU 06/11-01)
  • LF16/12 (FL LU 06/45-01)
  • DL(A)K23/12 (FL LU 06/34-01)

Sonderfahrzeuge

  • TroTLF (FL LU 06/25-01)
  • RW1 (FL LU 06/51-01)
  • MZF1 (FL LU 06/71-01)

Für die FF Ruchheim ist eine Zugführer-Funktion vorgesehen. Diese wird als „C-Dienst 6“ bezeichnet.

Die FF Ruchheim übernimmt neben dem Grundschutz für den Stadtteil Ruchheim die Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei allen Einsätzen ab Alarmstufe 2 auf der Bundesstraße 9 sowie den Bundesautobahnen 650 und 61. Außerdem unterstützt sie bei Bedarf die Berufsfeuerwehr stadtweit mit ihrer DL(A)K23/12 und dem TroTLF und übernimmt bei Bedarf die Wachbesetzung der Feuerwache 3.

Katastrophenschutz

Die Stadt Ludwigshafen am Rhein ist gemäß Landesgesetz über den Brandschutz, die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (LBKG) Aufgabenträger im Katastrophenschutz.[11][7] Hierfür übernimmt die Abteilung Katastrophenschutz Aufgaben im Bereich der Katastrophenschutz-Alarm- und Einsatzplanung, Warnung der Bevölkerung, Aufsicht von Störfallbetrieben, Hochwasser- und Extremwetterschutz, Schutz kritischer Infrastrukturen, Zivilschutz, Gefahrstoffeinsatz/Messtechnik und im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz. Für letzteres hat sie Verträge mit den Hilfsorganisationen ASB, DLRG, DRK und JUH (Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz (HiK)) über die Bildung und den Einsatz von Schnelleinsatzgruppen getroffen. Darüber hinaus bestehen Verträge mit der DLRG für eine SEG Wasserrettung sowie mit der PSNV Ludwigshafen und der Rettungshundestaffel des DRK KV Ludwigshafens über deren Einbindung in den städtischen Katastrophenschutz. Die Stadt Ludwigshafen betreibt eine SEG Verpflegung als Regieeinheit. Eine Abschnittsleitung Gesundheit (Leitender Notarzt und Organisatorischer Leiter) wird in interkommunaler Zusammenarbeit mit den Städten Frankenthal (Pfalz) und Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis betrieben.

Geschichte

Als die Mannheimer Rheinschanze 1849 während der Reichsverfassungskampagne durch die Beschießung von Mannheimer Seite aus in Flammen gestanden hatte, gab es in der jungen Ansiedlung weder Mannschaften noch Löschgeräte zur Brandbekämpfung. So hatte sich das verheerende Feuer schnell ausbreiten und schwere Schäden ungehindert anrichten können. Erst dieses Ereignis veranlasste die Bevölkerung, dem Löschwesen die erforderliche Aufmerksamkeit zu schenken. Nachdem eine am Ort ansässige Mobiliar-Feuerversicherungs-Gesellschaft den Betrag von 1400 Gulden zur Anschaffung einer Feuerspritze bereitgestellt hatte, kam es Ende 1850 zu ersten Übungen mit diesem Gerät. Ungefähr 30 Freiwillige unter der Leitung des Kaufmanns Eduard Lipowski bildeten die erste Ludwigshafener Feuerwehrmannschaft.

Im Jahr 1853 wird Ludwigshafen eine selbstständige Gemeinde. Die erste Feuerlöschordnung wird erstellt und die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Freiwillig war jedoch nur die 9. Abteilung als Spritzenmannschaft, das „Korps der Freiwilligen“. Die übrige Mannschaft bestand aus dienstverpflichteten Selbstständigen.

Da nicht mehr genügend Freiwillige zur Verfügung standen, wurde 1872 eine obligatorische Feuerwehr eingeführt und damit die Freiwillige Feuerwehr zur „Pflichtfeuerwehr“. Verpflichtet wurden damals alle männlichen Bürger im Alter von 21 bis 60 Jahren.

1892 wird Friesenheim eingemeindet und die bestehende Feuerwehr als 4. Kompanie dem Ludwigshafener Kommando unterstellt.

Das städtische Wasserwerk nimmt 1895 seinen Betrieb auf. Wasserleitungen und Hydranten werden installiert. Die Feuerwehr erhält einen Hydrantenwagen. Dieser technische Fortschritt ermöglicht die Aufhebung der Wassermannschaften.

1898 erfolgt die Übernahme eines neuen Übungsplatzes mit einem 15 Meter hohen Steigerturm an der Gutenbergschule (heute Wittelsbachschule). Es wird eine „öffentliche elektrische Feuer-Alarmierungs- und Telephon-Anlage“ durch eine ortsansässige Firma hergestellt.

Mit der Eingemeindung von Mundenheim 1899 wird auch die dort bestehende Feuerwehr als 5. Kompanie dem Ludwigshafener Kommando unterstellt. Die nun fünf Kompanien werden in fünf Löschbezirke (Süd, Mitte, Nord, Friesenheim und Mundenheim) eingeteilt und erreichen den höchsten Mannschaftsstand der Ludwigshafener Feuerwehr: 728 Dienstpflichtige.

Das 50-jährige Bestehen im Jahr 1903 der Städtischen Feuerwehr wird von 25. bis 27. Juli groß gefeiert. Die Feuerwehr erhält gummierte Schläuche mit den heute noch verwendeten Storz-Kupplungen.

Bei einem Großbrand am 25. März 1913 verunglücken zwei Feuerwehrangehörige tödlich. Ein Getreidespeicher am damaligen Winterhafen hatte gebrannt.

Die Berufsfeuerwehr wird am 1. Februar 1918 mit vier Mann gegründet. Sie untersteht vorerst dem Kommandanten der Pflichtfeuerwehr, die weiterhin besteht. Die Feuerwache der Berufsfeuerwehr befindet sich im Stadthaus Nord. Die Berufsfeuerwehr übernimmt kurze Zeit später auch das bestehende Spritzenhaus im Umspannwerk Schillerstraße (heute Lutherstraße) als Feuerwache 2.

Ein schwarzer Tag für Ludwigshafen war der 21. September 1921, der Tag der „fürchterlichen Katastrophe, wie sie die Geschichte der deutschen Industrie bisher nicht verzeichnet hat“, so Reichspräsident Friedrich Ebert auf der Trauerfeier vier Tage später. Um 7.32 Uhr explodierten 40.000 Tonnen Ammonsulfatsalpeter im Werk Oppau der Badischen Anilin- und Sodafabrik (heute: BASF SE). Die Explosion im Werk Oppau der BASF löste einen Großeinsatz der Ludwigshafener Feuerwehren aus. In der damals selbstständigen Stadt Oppau waren fast alle Häuser zerstört oder schwer beschädigt.

1926 wird eine neue Feuerlöschordnung erlassen. Nach dieser setzt sich die städtische Feuerwehr aus Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Pflichtfeuerwehr zusammen. Zur Feuerwehrdienstpflicht sollen alle männlichen Einwohner im Alter von 23 bis 35 Jahren herangezogen werden. Eine Verpflichtung wird jedoch nicht erforderlich, weil sich aus den Reihen der früheren Pflichtfeuerwehr genügend Männer finden, die auf Vereinsgrundlage die „Freiwillige Feuerwehr Ludwigshafen e. V.“ gründen. Die Gründungsversammlung wird am 14. April abgehalten. Die neue Freiwillige Feuerwehr gliedert sich in fünf Abteilungen und untersteht der Berufsfeuerwehr bei Ausbildung und Einsätzen. Die Berufsfeuerwehr wird in Bezug auf Mannschaft und Gerät wesentlich vergrößert. Sie übernimmt am 21. Oktober 1926 das umgebaute Anwesen zwischen Heinig- und Uhlandstraße (heute Danziger Platz) als zentrale Feuer- und Rettungswache.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird 1949 auf die Wiedergründung einer Freiwilligen Feuerwehr verzichtet, die Berufsfeuerwehr stellt den Brandschutz allein sicher.

Am 27. Juni 1963 wird die Hauptfeuerwache am Kaiserwörthdamm 1 im Ortsteil Mundenheim eingeweiht. Sie ist heute noch in Betrieb, Teile der Wache sind nahezu im Originalzustand erhalten. Die bisherige Hauptfeuerwache in der Uhlandstraße wird zur Feuerwache Nord.

1973 erstellt die Stadt Ludwigshafen am Rhein eine neue Brandschutzordnung. Am 1. Dezember wird in Ludwigshafen wieder eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Grund hierfür ist die Eingemeindung Ruchheims. Die bestehende Freiwillige Feuerwehr Ruchheim (gegründet 1880) wird mit ihrer Jugendfeuerwehr von der Stadt Ludwigshafen am Rhein übernommen.

Am 7. Juli 1978 gründet die Freiwillige Feuerwehr Oppau eine Jugendfeuerwehr.

1984 besteht die Freiwillige Feuerwehr aus folgenden Einheiten:

Die Löschzüge Mundenheim und Ludwigshafen-Süd sind zusammen im Feuerwehrhaus Parkinsel untergebracht. Sie wurden im Jahr 1994 zur „Einheit Stadtmitte“ zusammengelegt.

Im Jahr 2003 erfolgte auf der Hauptfeuerwache im Kaiserwörthdamm die Neueinrichtung der Leitstelle im 2. Obergeschoss des Hauptgebäudes.

Am 3. Februar 2008 kommt es zur größten Brandkatastrophe in Ludwigshafen seit dem Zweiten Weltkrieg: Neun türkischstämmige Bewohner sterben, 60 weitere Menschen werden verletzt. Frühe Spekulationen um einen ausländerfeindlichen Anschlag können aber von den Brandursachenermittlern ausgeschlossen werden. Diese Katastrophe ist Anlass für einen Besuch des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan und eine Dokumentation des WDR.

Siehe auch

Literatur

  • Festschrift 125 Jahre Feuerwehr Ludwigshafen 1984.
  • „Ludwigshafen, so wie es war“ 1986.
  • Geschichte der Stadt 2003.
  • 150 Jahre Feuerwehr Ludwigshafen 2003.

Einzelnachweise

  1. Führungswechsel bei der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen – Feuerwehr. In: www.kohlhammer-feuerwehr.de. Abgerufen am 7. August 2024.
  2. Wache: BF Ludwigshafen FW 1 – BOS-Fahrzeuge. In: bos-fahrzeuge.info. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  3. Integrierte Leitstelle Ludwigshafen | BKS-Portal.rlp. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  4. Wache: BF Ludwigshafen FW 2 – BOS-Fahrzeuge. In: bos-fahrzeuge.info. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  5. Wache: BF Ludwigshafen FW 3, BOS-Fahrzeuge. In: bos-fahrzeuge.info. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  6. Neues Mehrzweckboot für die Feuerwehr – Ludwigshafen. In: www.rheinpfalz.de. 12. April 2022, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  7. a b Ludwigshafen: Stadt und Hilfsdienste regeln Katastrophenschutz neu – Ludwigshafen. In: www.rheinpfalz.de. 13. September 2019, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  8. Wache: FF Ludwigshafen-Oppau - BOS-Fahrzeuge - Einsatzfahrzeuge und Wachen weltweit. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  9. Wache: FF Ludwigshafen-Maudach – BOS-Fahrzeuge – Einsatzfahrzeuge und Wachen weltweit. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  10. Wache: FF Ludwigshafen-Ruchheim – BOS-Fahrzeuge – Einsatzfahrzeuge und Wachen weltweit. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
  11. Bevölkerungs-und Katastrophenschutz Ludwigshafen. Archiviert vom Original am 5. Oktober 2025; abgerufen am 4. Dezember 2025.

Koordinaten: 49° 27′ 45,5″ N, 8° 26′ 9″ O