Feueralarm (Film)
| Film | |
| Titel | Feueralarm |
|---|---|
| Originaltitel | جرس إنذار |
| Transkription | Ǧaras Inḏār |
| Produktionsland | Saudi-Arabien |
| Originalsprache | Arabisch |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Länge | 92 Minuten |
| Altersempfehlung | ab 12[1] |
| Produktionsunternehmen | Ideation Studios |
| Stab | |
| Regie | Khalid Fahad |
| Drehbuch | Abdulhakeem Hakeem |
| Produktion | Muhammad Alawi
Ayman Jamal |
| Musik | Suad Bushnaq |
| Kamera | Abdelsalam Moussa |
| Schnitt | Ashraf El Kholy |
| Besetzung | |
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Feueralarm (arabisch جرس إنذار, DMG Ǧaras Inḏār) ist ein saudi-arabischer Dramafilm aus dem Jahr 2024. Im Film kommt es in einer Mädchenschule zu einem Brand. Da die Schule abgesperrt ist, können die Mädchen nicht raus. Als sie von der Feuerwehr endlich befreit werden, sind zwei Menschen tot; die Behörden gehen von Brandstiftung aus. Nun beginnt die Fahndung nach den Verursachern.
Die fiktive Erzählung ist von dem historischen Ereignis des Brands in der Mädchenschule in Mekka 2002 inspiriert, bei dem 15 Schülerinnen starben und der zu einem der größten Skandale Saudi-Arabiens wurde, der vor allem mit der Rolle der saudi-arabischen Religionspolizei zusammenhing.
Im Januar 2026 erschien die Fortsetzung Feueralarm: Die Grube, unter anderem mit Aseel Siraj.
Handlung
Die Mädchenschule 2300 ist wahrlich keine angenehme Schule. Vor den Blicken der Männer hinter hohen Mauern abgeschirmt, wird die Schule sogar im wahrsten Sinn des Wortes vom Pförtner Atiq abgeschlossen. Drinnen führen die Lehrerinnen ein strenges Regiment und fordern Disziplin von ihren Schülerinnen. Bereits das Tragen von Nagellack und Make-Up oder Kaugummi kauen wird sanktioniert. Gleichzeitig sind die Lehrerinnen, vor allem Dank der unwilligen Rektorin Hayat, nicht in der Lage Mobbing unter den Schülerinnen zu verhindern. Vor allem Heba und ihre Freundinnen Mona und Mashael setzen anderen Schülerinnen zu, vor allem Amira Said, die regelmäßig zur Schülerin des Monats ernannt wird. Amiras Freundin Rana, die Tochter der strengen Rektorin Hayat leidet unter dem gerichtlichen Trennungsstreit ihrer Eltern.
Eines Tages kommt es aus unerklärlichen Gründen zu einem Brand, der sich schon bald in der Schule verbreitet. Die Schülerinnen und Lehrerinnen fliehen in Panik, können die Schule aber nicht verlassen, da der Pförtner Atiq das Schultor abgeschlossen hat. Zudem ist die Sittenpolizei dagegen, dass Feuerwehr und Polizei das Tor öffnen, da sich unverschleierte Frauen in dem Gebäude befinden. Schließlich öffnet die Feuerwehr das Gebäude und rettet die Mädchen aus dem Gebäude. Amira, die im Lagerraum eingeschlossen wurde, überlebt den Brand nicht. Auch die Lehrerin Afaf kommt ums Leben, als sie die Mädchen in Sicherheit bringen. Nach der Katastrophe vernimmt die Polizei Schülerinnen und Lehrerinnen. Die Behörden glauben, dass es Brandstiftung war.
Zwei Wochen später beginnt die Schule wieder, der Unterricht findet abends statt, da tagsüber de Schule repariert wird. Direktorin Hayat will herausfinden, wer für den Brand verantwortlich ist. Auf dem Telefon von Mona finden Direktorin Hayat und ihre Stellvertreterin Siham Ghalib verstörende Chatnachrichten, die augenscheinlich daraufhin deuten, dass ein Feuer gelegt und eine Schülerin eingesperrt werden soll. Daraufhin werden Mona, Heba und Mashael zum Gespräch. Als Mashael den gesamten Chatverlauf offenbart, zeigt sich, dass zumindest der Chat mit dem Brand nichts zu tun haben kann. Es zeigt sich jedoch, dass Heba, Mona und Mashael Amira systematisch gemobbt haben und sogar an die Tafel gemalt haben, dass sie brennen solle. Frau Hayat glaubt nicht an ihre Unschuld.
Rana leidet unter heftigen Alpträumen über Amiras Tod. Gegenüber ihrer Großmutter offenbart Rana, das sie es gewesen ist, die Amira im Lager eingeschlossen hat. Sie wollte nicht, dass Amiras Aufsatz wieder als bester benotet wird. Als Amira ins Bücherlager ging, um sich ein Buch zu holen, und den Schlüssel stecken ließ, sperrte sie sie ein. Ihre Großmutter will nicht, dass irgendjemand davon erfährt. Währenddessen spielt Rektorin Hayat Heba, Mashael und Mona gezielt gegeneinander aus. Hayat wirft alle drei Mädchen von der Schule. Heba wird wegen Totschlags angeklagt. Als Rana davon erfährt, offenbart sie ihrer Mutter, dass sie Amira eingeschlossen hat.
Tatsächlich wusste Hayat dies jedoch schon lange, da die Putzangestellte Marzouka – die Mutter von Mashael – sie darüber informiert hatte, dass Rana wusste, dass Amira im Lager war. Hayat drohte Marzouka, der Polizei dies nicht zu erzählen, da sie Mashael sonst von der Schule werfen würde. Rana bricht mit ihrer Mutter und gesteht, dass sie Amira nur eingeschlossen habe, damit sie wenigstens einmal die überzogene Erwartung ihrer Mutter erfüllen konnte. Rana stellt sich der Polizei und trifft im Gefängnis auf Heba. Sie erklärt, dass sie schlimmer sei als Heba und ihre Freundinnen, da sie nur aus Angst geschwiegen und tatenlos zugesehen habe, wie Amira von den Mädchen gemobbt wurde. Hayat gibt ihren Posten als Direktorin der Schule auf, Siham Ghalib wird ihre Nachfolgerin.
In einer Rückblende zeigt sich, dass Siham Ghalib die Mädchen Mona und Mashael beim Rauchen erwischte. Sie verscheuchte die Mädchen, nahm selbst einen Zug von der Zigarette und warf sie weg. Der nicht ausgetretene Zigarettenstummel entzündete Stroh, das am Boden lag und an das Schulgebäude angelehnt war, und verursachte den Brand, der die Katastrophe in der Schule heraufbeschwor.
Hintergrund
Der im Film dargestellte Schulbrand hat einen realen Hintergrund, den Brand in der Mädchenschule in Mekka 2002, einen der größten Skandale Saudi-Arabiens. Am 11. März 2002 brach in der Mädchen-Realschule Nummer 31 in Mekka eine halbe Stunde nach Schulbeginn ein Feuer aus.[2] Das Gebäude war nur für 250 Schülerinnen ausgelegt, unterrichtet wurden 800.[3] zudem war es baufällig und es gab weder Rauchmelder noch Notausgänge.[3] Besondere Empörung löste das Verhalten der Religionspolizei aus, deren Mitglieder die Mädchen, die in Panik aus dem Gebäude eilten und Abaya und Kopftuch nicht trugen, hinderten, das Gebäude zu verlassen, und Einsatzkräfte, es zu betreten.[2][3]
Auszeichnungen
- 2024: Canadian Screen Music Award, Best Original Main Title Theme Music, für Suad Bushnaq, nominiert.[4]
Weblinks
- Feueralarm bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ Feueralarm bei Netflix, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ a b Warum starben 15 Mädchen in einer Schule bei Mekka?: Das Feuer, der Tod und die Religionspolizei. 19. März 2002, abgerufen am 24. Dezember 2025.
- ↑ a b c ALAIN GRESH: Saudi-Arabien riskiert Öffentlichkeit. In: Die Tageszeitung: taz. 17. Mai 2002, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 24. Dezember 2025]).
- ↑ Feueralarm (2024) - Auszeichnungen - IMDb. Abgerufen am 24. Dezember 2025 (deutsch).