Ferdinand von Malortie
Albrecht Friedrich Wilhelm Christian Anton Ferdinand von Malortie, auch von Malortie-Bimont (* 5. Mai 1771 in Einbeck; † 7. April 1847 in Dresden) war ein hannoverscher Generalforstdirektor im Rang eines Generalleutnants und Staatsrat.
Leben
Herkunft
Ferdinand von Malortie war ein Mitglied des bereits seit dem ersten Drittel des 12. Jahrhunderts nachweisbaren und ursprünglich französischen Adelsgeschlechtes von Malortie, das nach der Aufhebung des Edikts von Nantes als Hugenotten aus Frankreich floh.[1]
Er war ein Sohn des Generalleutnants Karl von Malortie (1737–1798) und Friederike Marie (1747–1772), geb. von Mandelsloh. Der Name Ferdinand erhielt er aufgrund Herzog Ferdinand, bei dem sein Vater Adjutant gewesen war.
Werdegang
Ferdinand von Malortie besuchte um 1787 für ein Studium Naturalis historia die Universität Göttingen.[2] Von 1795 bis 1802 war er Forstmeister, davon 1799/1800 im Cellesches Oberforstamt. Seit 1803 war er im Calenbergischen Oberforstamt, wo er 1818 Oberforstmeister wurde. Von 1821 bis 1841 war er hannoverischer Generalforstdirektor,[3] ab 1826 im Rang eines Generalleutnants. In dieser Zeit war er auch Mitglied der Königlich Großbritannisch-Hannoverschen Domainen-Cammer.[4]
Ab der Einrichtung 1839 war er ordentliches Mitglied des Hannoverschen Staatsrates, welchen er bis 1841 angehörte. Von 1844 bis zu seinem Tod war er außerordentliches Mitglied des Staatsrates.[3]
Nachdem er 1819 Kommandeur des Guelphen-Ordens geworden war, erhielt er 1832, wie sein Sohn Ernst 1850, das Großkreuz zu diesem Orden verliehen.
Das Gut Linden in Linden vor Hannover, wo auch seine Kinder geboren wurden, hatte Ferdinand von Malortie von seinem Schwiegervater gepachtet.[5] Ab 1844 besaß er das bei der Stadt Hoya liegendes Gut Liebenau als Burglehen.[2] 1868 veräußerte sein Sohn Ernst das ererbte Gut.[6]
Ihm wird der Aufbau der Beziehungen zu Hannoverschen Hof zugeschrieben, welche seine Söhne und Nachfahren zu nutzen wussten.[7]
Familie
Ferdinand von Malortie war seit 1801 mit Sabine Luise Julia von Platen-Hallermund (1780–1826), älteste Tochter von Ernst Franz von Platen-Hallermund, verheiratet. Das Paar hatte vier Kinder.[2] Ihr älterer Sohn war der spätere leitender Minister des Königreichs Hannover, Ernst von Malortie (1804–1887). Ein zweiter Sohn war der spätere Theaterdirektor in Hannover, Hermann von Malortie (1807–1866).
Der spätere sächsischer Generalmajor und Oberhofmeister der Königin-Witwe Carola von Sachsen, Theodor von Malortie (1844–1930), war ihr Enkel.
Literatur
- Ernst von Malortie: Historische Nachrichten der Familie von Malortie von 1132–1872. Klindworth’s Hof-Druckerei, Hannover 1872, S. 62–67.
Weblinks
- Malortie, Ferdinand auf personen.niedersaechsische-bibliographie.de
Einzelnachweise
- ↑ Ernst von Malortie: Historische Nachrichten der Familie von Malortie von 1132–1872. Klindworth’s Hof-Druckerei, Hannover 1872, S. 66, vor allem 83–89 u.ö.; Digitalisat.
- ↑ a b c Cornelia Roolfs: Der hannoversche Hof von 1814 bis 1866: Hofstaat und Hofgesellschaft. Hahnsche, 2005, ISBN 978-3-7752-5924-8, S. 352.
- ↑ a b Michael Wrage: Der Staatsrat im Königreich Hannover 1839–1866. LIT Verlag Münster, 2001, ISBN 978-3-8258-5401-0, S. 30.
- ↑ Staats- und Adress-Kalender für das Königreich Hannover. 1824, S. 175.
- ↑ Helmut Plath: Hannover im Bild der Jahrhunderte. Madsack, 1959, S. 72.
- ↑ Friedrich Wilhelm Boldewin Ferdinand von dem Knesebeck: Die Rittermatrikeln des Königreichs Hannover und des Herzogthums Braunschweig nebst einer alphabetischen Uebersicht der Ritterschaft und der von denselben vertretenen ritterschaftlichen Gütern. Verlag Deuerlich, Göttingen 1860, S. 113.
- ↑ Cornelia Roolfs: Der hannoversche Hof von 1814 bis 1866: Hofstaat und Hofgesellschaft. Hahnsche, 2005, ISBN 978-3-7752-5924-8, S. 224.