Ferdinand von Brakenhausen

Ferdinand von Brakenhausen[1] oder Ferdinand Brakenhausen[2] (geboren 5. Mai 1835; gestorben 18. Januar 1895)[1] war ein deutscher Jurist, in Berlin tätiger[2] königlich preußischer Regierungsrat[3] und Medailleur.[2]

Leben

Von Brakenhausen war Mitglied der aus Elbing stammenden und mit dem am 14. März 1621 gestorbenen Hans Brackhus junior beginnenden Geschlechts. Seinen preußischen Adelsstand erhielt Ferdinand von Brakenhausen am 1. Juni 1887 in Berlin „auf Grund der Vermutung“ der Zugehörigkeit zu der im Dreißigjährigen Krieg beginnenden Ahnenreihe.[3]

Er studierte Rechtswissenschaften und legte seine 1869 in Berlin bei Weber erschienene Dissertation ab zum Thema Für und wider den Entwurf einer Proceß-Ordnung in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten für den Norddeutschen Bund mit einer kurzen Darlegung seines Inhalts.[4]

Am 2. März 1880 trat von Brakenhausen, der Anfang der 1890er Jahre in Haus Schöneberger Straße 2 wohnte, dem Herold. Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin bei.[5]

Künstlerisch bildete sich von Brakenhausen autodidaktisch und erwarb als „Dilettant eine nicht unbedeutende Geschicklichkeit im Modellieren von Porträtmedaillen in kräftig-derben Zügen und hohem Relief,“ wenngleich seine Arbeiten als „ungleichmäßig in der Ausführung“ beschrieben wurden. Er schuf eine größere Anzahl gegossener Medaillen, oftmals auf seine Verwandten und seinen Freundeskreis, aber auch auf Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie etwa den Reichskanzler Otto von Bismarck, den deutschen Kaiser Friedrich III. und dessen Nachfolger Wilhelm II.[2]

BW

Von Brakenhausen war verheiratet mit Helene, geborene Becker (1836–1892). Er wurde im Familiengrab neben seiner Ehefrau auf dem Berliner Alter St.-Matthäus-Kirchhof Berlin beigesetzt, auf dem Ende des 19. Jahrhunderts ein Grabmal mit zwei Porträtmedaillons aufgestellt worden war.[1]

Werke (Auswahl)

Schriften

  • F. Brakenhausen (Hrsg.): Sammlung der zum Reichs-Stempelgesetz vom 1. Juli 1881 ergangenen preußischen Finanz-Ministerial-Rescripte: nebst den Beschlüssen der Sachverständigen-Commission der Fondsbörse, der ständigen Deputation der Produktenbörse und der Delegirten-Conferenz und einem Nachtrag, Berlin: Müller 1882
  • Finanz- und social-politische Vorschläge. Indirekte Steuern, historischer Rückblick. Branntwein-Steuer. Tabacks-Steuer, Verwendung. Militär-Etat. Altersversicherung. Normal-Arbeitstag. Verhinderung des Streiks und Regulirung der Lohnbewegung. Frauen- und Kinder-Arbeit. Sonntagsruhe, Berlin: Decker 1887
  • Vortrag über die Verschönerung der modernen Münzen. In der numismatischen Gesellschaft zu Berlin gehalten, als Manuskript gedruckt von Wilhelm Gronau, Berlin 1891; Digitalisat über Gateway Bayern
  • F. Brakenhausen: Meine Medaillentechnik, in: Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin, 1893, S. 65–67[2]

Medaillen

Literatur

  • Forrer's Dictionary of Medallists[2]
Commons: Ferdinand von Brakenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Erich Gritzner: Grabdenkmäler adeliger Personen auf Kirchhöfen Berlins und seiner Vororte, in: Vierteljahresschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Band 26 (1898), S. 87ff.; hier: S. 90; Google-Books
  2. a b c d e f N.: Brakenhausen, Ferdinand, in Thieme-Becker, Bd. IV, S. 514
  3. a b Brakenhausen, in: Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Teil B (1921), S. 88; Vorschau über Google-Bücher
  4. Nachweis über das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (HBZ)
  5. Verzeichnis der Mitglieder des Vereins Herold zu Berlin, Berlin 1892, S. 18; Google-Books