Fenno-Skan
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Fenno-Skan ist ein HGÜ-System zwischen Schweden und Finnland. Sie besteht heute aus zwei Systemen. Die Leitungen verbindet die Gebotszonen FI und SE3 mit einer Übertragungsleistung von total 1200 MW. Die aktuelle Leistung ist online verfügbar[1].
Eine Besonderheit der Fenno-Skan ist, dass im Unterschied zu anderen HGÜ-Anlagen in Europa die Stromnetze auf beiden Seiten synchron betrieben werden und auch über Drehstromleitungen miteinander verknüpft sind. Allerdings sind diese Leitungen, da sie über Lappland verlaufen (Gebotszone SE1 mit FI, 1100 MW) sehr lang, so dass höhere Übertragungsverluste auftreten.
Die Kabel gehören den beiden Übertragungsnetzbetreibern Fingrid aus Finnland und der schwedischen Svenska kraftnät.
Fenno-Skan 1
Fenno-Skan 1 (oft nur Fenno-Skan genannt) ist die HGÜ-Verbindung zwischen Dannebo bei Forsmark in Schweden und Rauma in Finnland, die 1989 eingeweiht wurde. Die 233 Kilometer lange Leitung besteht aus einem 200 Kilometer langen, von ABB gefertigten Seekabel, das zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage das längste Hochspannungsseekabel der Welt war und einem 33 Kilometer langen Freileitungsabschnitt auf finnischer Seite. Die Freileitungsmasten der Fenno-Skan tragen zwei Leiterseile. Auf der Erdseiltraverse läuft die Elektrodenleitung, die eine Gesamtlänge von 38 Kilometern hat und auf den letzten fünf Kilometern auf einer separaten Trasse auf Holzmasten verlegt ist.
Die Fenno-Skan ist eine monopolare HGÜ mit Rückleitung über die Erde mit 400 kV Betriebsspannung und 500 MW Übertragungsleistung. Die Übertragungsleistung wurde 2019 auf 400 MW begrenzt um die Belastung zu reduzieren[2]. Eine bipolare Erweiterung ist geplant.
Fenno-Skan 2
Eine Erweiterung Fenno-Skan 2 wurde Ende 2011 fertig gestellt. Das 800 MW, 500 kV Seekabel des Herstellers Nexans wurde durch den Kabelleger SC Skagerrak verlegt und kostete 150 Millionen €.[3]
Während sie in Finnland auf den Masten der bestehenden Freileitung geführt wird, wurde für sie in Schweden eine neue Freileitung von der Küste zur HGÜ-Station Finnböle gebaut. Diese Leitung kreuzt westlich von Mehedeby ▼ die Bahnstromleitung Tierp-Gävle und die zu ihr parallel verlaufende 220-kV-Drehstromleitung Mehedeby-Gävle. Dies ist die einzige Kreuzung einer HGÜ-Freileitung und einer Bahnstromleitung überhaupt und der einzige Punkt der Welt, wo alle drei Grundtypen von Hochspannungsleitungen (Drehstromleitung, Einphasenwechselstromleitung und Gleichstromleitung) einander begegnen.[4]
Weblinks
- Fenno-Skan (ABB). HVDC Reference Projects in Europe. ABB, archiviert vom am 12. Dezember 2013; abgerufen am 10. Februar 2024 (englisch).
- Fenno-Skan. (PDF) Prospekt 1 über die Verlegung des Seekabels und konstruktive Details. Fingrid Oyj, archiviert vom am 15. Februar 2012; abgerufen am 10. Februar 2024 (englisch).
- Fenno-Skan. (PDF) Prospekt 2 über den Aufbau der Hochspannungsfreileitung und konstruktive Details. Fingrid Oyj, archiviert vom am 15. Februar 2012; abgerufen am 10. Februar 2024 (finnisch).
- Utbyggnad av Fenno-Skan. (PDF) Verlauf der neuen HGÜ-Freileitung der Fenno-Skan 2 in Schweden. In: Europäische Investitionsbank. Svenska Kraftnät, abgerufen am 10. Februar 2024 (schwedisch).
- New Fenno-Skan 2 HVDC pole. (PDF) Konstruktive Details. In: hitachienergy.com. cigre.org, 2012, abgerufen am 10. Februar 2024 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Statnett: Data from the power system. Abgerufen am 12. November 2025.
- ↑ Nord Pool - UMM Platform. Abgerufen am 8. November 2025.
- ↑ Nexans wins 150 mln euro power cable contract. In: reuters.com. 19. März 2008, abgerufen am 10. Februar 2024 (englisch).
- ↑ Fenno-Skan. (PDF) Prospekt 1 über die Verlegung des Seekabels und konstruktive Details. Fingrid Oyj, archiviert vom am 15. Februar 2012; abgerufen am 10. Februar 2024 (englisch).