Felix Heinemann

Felix Heinemann (* 24. Juni 1863 in Hamburg; † 23. Mai 1935 in Arlesheim, Schweiz) war ein deutscher Zeitschriftenherausgeber, Verlagsbuchhändler und Hofrat.

Leben und Wirken

Felix Heinemann wuchs in einer Hamburger Kaufmannsfamilie auf, seine Schwester Margarethe Selenka wurde später Zoologin und Frauenrechtlerin. Felix Heinemann machte eine kaufmännische Ausbildung und lebte spätestens seit 1880 in Berlin. Dort war er Mitglied der Freimaurerloge Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit.[1]

1897 wurde er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift Die Romanwelt mit Otto Neumann-Hofer und übernahm nach wenigen Monaten allein die Leitung bis zu deren Ende 1900. Er führte auch die Verlagsbuchhandlung Vita Deutsches Verlagshaus in Berlin über viele Jahre.[2] Um 1898 gab er dort kurzzeitig das Magazin für Literatur unter der Leitung des Anthroposophen Rudolf Steiner heraus.[3]

Um 1900 heiratete Fekix Heinemann die italienische Gräfin (marchesa) Raffaela Paolucci delle Roncole und hatte mit ihr die Kinder Margaretha (* 1903) und Kurt Gernot (* 1905). 1914 wohnte das Ehepaar in Rom.[4] In diesem Jahr finanzierte er den Ankauf einer Sammlung für das Völkerkundemuseum Hamburg.[5] Seit 1915 war Felix Heinemann (wahrscheinlich k.u.k.) Hofrat und in den folgenden Jahren auch in diplomatischen Angelegenheiten öfter in Italien unterwegs.[6]

Etwa seit 1918 lebte die Familie in Luzern in der Schweiz, er führte aber das Verlagshaus in Berlin weiter.[7] 1924 besuchte er Rudolf Steiner in Dornach und stand danach in mehrmaligem persönlichen und brieflichen Kontakt mit ihm.[8] 1927 zog Felix Heinemann nach Arlesheim, wo er 1935 im Alter von fast 72 Jahren starb.

Literatur

  • Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten. Band 3. Leipzig 1913. S. 131, kurzer Eintrag.

Einzelnachweise

  1. Mitteilungen des Vereins Deutscher Freimaurer, 1879–1880, S. 83; auch 1889, S. 66
  2. Hilfsbuch für den Berliner Buchhandel, 1907, S. 100; zuerst am Helgoländer Ufer, dann 1907–mindestens 1926 Charlottenburg, Hardenbergstr. 14; siehe auch spätere Ausgaben und Berliner Adressbücher
  3. Felix Heinemann-Paolucci, Rudolf Steiner und das Magazin für Literatur, in Goetheanum, 1928, S. 283
  4. Patrimonio 528 Archivio Centrale dello State; Apertura conto corrente Marchesa Paolucci in Hofrat Felix Heinemann, Roma, Parioli Villino in via Mercadante, 1914
  5. Die ersten 112 Jahre Museum für Völkerkunde Hamburg, 2002, S. 91, mit Details
  6. Peter Schubert, Der k.u.k. Militärattaché in Bern während des Ersten Weltkriegs, 1980, S. 414 Anm. 1855, erwähnte den Hofrat Felix Heinemann, mit Verweis auf Archiv-Nr. ; zu seinen diplomatischen Aktivitäten in Italien La vita italiana, rassegna di politica interna, estera, coloniale e di emigrazione, 1917
  7. xHarry Graf Kessler. Das Tagebuch 1880–1937, 2004, S. 337, lernte das Ehepaar am 28. März 1918 bei einer Zugfahrt von Bern nach Luzern kennen; seit 1920 schrieb Fekix Heinemann aus Luzern an Rudolf Steiner mehrere Briefe
  8. Das unvergesslichste waren seine Augen. Felix Heinemann und Rudolf Steiner Goetheanum, 2020, mit Einzelheiten