Federwischmühle

Die Federwischmühle ist eine ehemalige Wassermühle am Lottenbach in Weimar.

Geschichte

Sie wurde laut Axel Stefek 1410 als Fedirwuschmol ersterwähnt.[1] und 1875 stillgelegt und abgerissen. An ihrem Standort wurde der Sophienstiftsplatz angelegt, nachdem die Mühle mehrere Besitzerwechsel erlebte und dann 1875 vom Rat der Stadt Weimar von der Familie Große gekauft wurde.[2] In der Nähe der Mühle befand sich das von Anton Georg Hauptmann errichtete alte Arbeitshaus. Einer anderen Quelle zufolge wurde sie 1426 erstmals erwähnt, und zwar im Roten Buch von Weimar als "Waidmole an dem Botelsberge". Das Mühlengelände umfasste 766 Ruten (5 Acker) vor dem Erfurter Tor.[3] Die Quelle für die Größenangabe ist laut Fritz Fink das Grundbuch von 1737.[4] Die Federwischmühle ging in den Weimarer Sagenschatz ein. In einem Betrag von Carolin Eberhardt zur Federwischmühle heißt es u. a.: "Die Überlieferung erzählt zunächst von einem Müller, der, eigentümlicher Weise, darauf bestand, dass jeder seiner Mahlgäste aus den umliegenden Ortschaften Weimars, welcher in die Mühle gekommen sei, etliche Gänseflügel zum Reinigen der Mühle mitbringen und diese dann nach Gebrauch auch dort zurücklassen musste. Die als Federwische bezeichneten Flügel stapelten sich folglich alsbald vor der Mühle und gaben dieser ihren eigentümlichen Namen."[5] Das ist allerdings reine Legende.

Das einzige Foto wurde um 1870 von Wilhelm Hartan aufgenommen.[6][7] Es hat sich zudem eine Zeichnung erhalten.[8] Die Federwischmühle hatte ihren Namen von ihrem Besitzer Clavis Vederwusch her. Im Jahre 1435 wird sie als "Federwuschmullen" erwähnt.[9] Ursprünglich war die Getreidemühle eine Waidmühle, wie den alten Benennungen zu entnehmen ist.

Einzelnachweise

  1. Axel Stefek (Hrsg.): Energie in Weimar: Vom Mittelalter bis in die Neuere Zeit (= Energiegeschichte der Stadt Weimar. Bd. 1). Hrsg. von der Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-GmbH durch Axel Stefek. Weimar 2016, S. 119 und S. 135 Anm. 36.
  2. Weimar Sophienstiftsplatz/Bauhistorische Untersuchung (Memento vom 20. Januar 2022 im Internet Archive)
  3. Art. Federwischmühle, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 116.
  4. Fritz Fink: Neue Beiträge zur Geschichte der Stadt Weimar, Hft. 1. 1938, S. 112.
  5. Carolin Eberhardt: Die Federwischmühle auf Weimar-Lese
  6. Axel Stefek (Hrsg.): Energie in Weimar: Vom Mittelalter bis in die Neuere Zeit (= Energiegeschichte der Stadt Weimar. Bd. 1). Hrsg. von der Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-GmbH durch Axel Stefek. Weimar 2016, S. 118.
  7. Federwischmühle auf Zeitsprung.animaux.de
  8. Federwischmühle auf fotoarchiv.weimar.de
  9. Art. Federwischmühle, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 116.

Koordinaten: 50° 58′ 46,4″ N, 11° 19′ 25,4″ O