Fausto Buzzi-Cantone

Fausto Buzzi-Cantone (* 21. Mai 1858 in Curio; † 6. Januar 1907 in Novaggio) war ein Schweizer Mediziner, Arzt und Politiker.

Leben

Buzzi-Cantone besuchte das Lyzeum in Lugano und studierte von 1878 bis 1883 Medizin an der Universität Genf. Anschließend ging er nach Deutschland und war bis 1887 als Privatarzt der Familie Krupp in Essen tätig. In dieser Zeit legte er seine Promotion ab (1885). Anschließend wechselte er nach Berlin an die erst kurz zuvor eigenständig gewordene Dermatologische Universitätsklinik der Charité und wurde Assistent von Prof. Ernst Schweninger, seit 1882 Leibarzt des Reichskanzlers Otto von Bismarck, dessen Rolle er 1887 übernahm.

1890 unternahm er zusammen mit dem Wilhelmshavener bzw. Hannoveraner Apotheker und pharmazeutisch-chemischen Fabrikanten Adalbert Keysser Experimente zur Herstellung brauchbarer flüssiger, medikamentlöser Seifen.[1]

Im Oktober 1897 vertrat Buzzi-Cantone sein Heimatland auf der Internationalen Lepra-Konferenz zu Berlin[2]. 1899 erhielt er aufgrund seiner Verdienste den Titel eines Preussischen Stabsarztes verliehen.

Trotz seiner beruflichen Erfolge in Deutschland wollte er gerne wieder in seine Heimat Tessin zurückkehren, um dort eine eigene Klinik zu eröffnen. 1905 ließ er in Novaggio gemeinsam mit seiner Gefährtin Alice Meier von dem Berliner Architekten Otto Stahn die Villa Alta errichten.

1906 wurde Buzzi-Cantone als Delegierter der radikalen Partei in den Großen Rat (Gran Consiglio) des Kantons Tessin gewählt.

Im Garten der Villa Alta erinnert ein Denkmal des Luganeser Bildhauers Luigi Vasalli an den berühmten Tessiner Arzt.

Schriften

  • Ueber einen Fall von angeborenem Divertikel des Jejunum. In. Archiv für anatomische Pathologie und Physiologie und für klinische Medicin. Band 100, 1885, S. 357.
  • Interessante Uebertragung von Trichophyton tonsurans. In: Ernst Schweninger (Hrsg.), Mittheilungen aus der Dermatologischen Klinik des Königlichen Charité-Krankenhauses zu Berlin. Heft 3, Oktober 1887, S. 31–33.
  • Bemerkungen über Hyperidrosis bei Fettleibigen. In: Ernst Schweninger (Hrsg.), Mittheilungen aus der Dermatologischen Klinik des Königlichen Charité-Krankenhauses zu Berlin. Heft 3, Oktober 1887, S. 34–36.
  • Keratohyalin und Eleidin. In: Monatshefte für praktische Dermatologie. Band 8, Nr. 1, 1. Januar 1889, S. 1–12.
  • Schemata zum Einzeichnen von Untersuchungsbefunden bei Hautkranken. Verlag von Boas & Hesse, Berlin 1890.

Literatur

  • Giovanni Olgiati: Geschichte des Medizinalwesens des Kantons Tessin. Boppard 1955, S. 32.
  • Carlo Gelmetti (Hrsg.): Storia della dermatologia e della venereologia in Italia. Springer Verlag Italia, Mailand 2015, S. 123 und S. 213.

Einzelnachweise

  1. Fausto Buzzi, Beitrag zur Würdigung der medikamentösen Seifen unter Zugrundelegung von Seifen in flüssiger und weicher Form. Dermatologische Studien 2, Reihe 6, Hamburg und Leipzig 1891.
  2. Mittheilungen und Verhandlungen der internationalen wissenschaftlichen Lepra-Konferenz zu Berlin im October 1897, Band 1, Berlin 1897, S. 37–39.