Faustino Bocchi
Faustino Bocchi (* 17. Juni 1659 in Brescia, Lombardei, Republik Venedig; † 27. April 1741 ebenda) war ein italienischer Maler des Barock. Er ist besonders bekannt für phantasievolle und oft humorvolle Genrebilder mit Zwergen, die als bambocciate di nani bezeichnet werden. Außerdem schuf er Stillleben sowie Tier- und Landschaftsdarstellungen.
Leben
Faustino Bocchi wurde als Sohn von Giacomo Bocchi und Giulia Faioni in Brescia geboren. Sein Leben verlief überwiegend in seiner Heimatstadt, wo er ein ruhiges, von Geselligkeit geprägtes Leben führte. Er war auch musikalisch aktiv und spielte Zither. Sein Atelier galt als Treffpunkt für Künstler und Kunstinteressierte. In der Forschung besteht Einigkeit, dass Bocchi in Brescia ausgebildet wurde und dort wirkte. Sein Lehrmeister war vermutlich der flämisch geprägte Maler Angelo Everardi („il Fiammenghino“), der ihn in Genre- und figürlicher Malerei unterwies. Zuvor hatte er möglicherweise auch bei Carlo Baciocchi gelernt. Bocchi starb am 27. April 1741 in Brescia.[1]
Werk
Faustino Bocchi schuf ein breites Spektrum an Gemälden, darunter Stillleben, Tierbilder – insbesondere von Vögeln – und kleine Landschaften. International bekannt wurde er jedoch vor allem durch seine Werke mit Zwergen, in denen diese Figuren in ausgelassenen Szenen wie Festen, Kämpfen, Banketten oder Tänzen dargestellt werden. Bocchis Werke zeichnen sich durch groteske, humorvolle, phantastische und dekorative Elemente aus. Sie wurden als dekorative Bilder zur Belustigung geschätzt und galten als Ideale für die Ausstattung luxuriöser Räume im 18. Jahrhundert.[2]
Bocchis Stil zeigt Einflüsse der flämischen Malweise („maniera fiamminga“), die in der Lombardei des 17. und 18. Jahrhunderts verbreitet war, und verbindet sie mit einer eigenen, satirisch-phantastischen Bildsprache. Seine Darstellungen besitzen keinen primär moralischen oder religiösen Gehalt, sondern betonen das Komische und Skurrile.[2]
Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl)
- La caccia al pulcino, um 1700–1720, Pinacoteca Tosio Martinengo, Brescia[3]
Literatur
- Camillo Boselli: „Faustino Bocchi“. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 11 (1969).[1]
- Mariolina Olivari: Faustino Bocchi e l’arte di figurar pigmei. Mailand 1990.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b BOCCHI, Faustino – Dizionario Biografico. Treccani, abgerufen am 22. Dezember 2025 (italienisch).
- ↑ a b Faustino Bocchi – Alte Meister. Dorotheum, abgerufen am 22. Dezember 2025.
- ↑ Caccia al pulcino – Catalogo Beni Culturali. Ministero della Cultura, abgerufen am 22. Dezember 2025 (italienisch).
- ↑ Nano assalito da un gambero e soccorso dai compagni – Comune di Padova: Settore Cultura, Turismo, Museo e Biblioteche. Abgerufen am 22. Dezember 2025 (italienisch).
- ↑ Bocchi Faustino – Opere e oggetti d’arte. Abgerufen am 22. Dezember 2025 (italienisch).