Fatima Ali

Fatima Ali (geboren 8. August 1989 in Lahore, Pakistan; gestorben 25. Januar 2019 in San Marino, Kalifornien[1]) war eine pakistanisch-US-amerikanische Köchin.

Biographie

Fatima Ali entstammte einer privilegierten pakistanischen Familie: Sie war eine Tochter der sozial engagierten Lehrerin Farazeh Durrani und des Juristen Ashtar Ausaf Ali, der von 2016 bis 2018 und von 2022 bis 2023 Generalstaatsanwalt von Pakistan war.[2] Sie hatte drei Schwestern und zwei Brüder. Nach der Scheidung der Eltern wuchs sie abwechselnd in Karatschi und in Lahore auf, einige Jahre verbrachte sie in Austin, Texas, und besuchte dort eine Schule.[3] Schon als Kind träumte sie davon, Köchin zu werden, und schaute Kochshows im Fernsehen.[1] Das Kochen lernte sie von ihrem Vater, ihrer Großmutter und von deren Koch.[4]

Im Alter von 18 Jahren zog Ali von Pakistan in die USA, um dort eine Kochausbildung zu absolvieren. Nach ihrem Abschluss am Culinary Institute of America in Hyde Park im Jahr 2011 war ihre erste Etappe der Posten als Junior-Souschefin im „Café Centro“ in New York, bevor sie die jüngste Executive-Souschefin in der „Stella 34 Trattoria“ im Macy’s am Herald Square wurde. Auch arbeitete sie als Executive-Souschefin im „La Fonda Del Sol“.[1] Laut einer Umfrage war sie der einzige weibliche Koch in einer leitenden Funktion in den besten 70 Restaurants von New York.[5] 2012 gewann sie — als erste pakistanische Frau — mit einer Mischung aus westlicher Küche und pakistanischen Gewürzen eine Folge der Kochsendung Chopped auf dem Kanal Food Network, die von Ted Allen moderiert wurde. 2017 nahm sie an der 15. Staffel der Kochshow Top Chef: Colorado teil, bei der sie zwar nur den siebten Platz belegte, aber zum Publikumsliebling gewählt wurde.[1]

Ihr Wunsch sei nicht nur gewesen, berühmt zu werden, sondern den Amerikanern ein anderes Bild von Pakistan zu vermitteln, berichtete einer ihrer Brüder: „Pakistan hat […] einen schlechten Ruf. Es geht immer nur um Terrorismus, Gewalt und Unruhen. Fatima wollte, dass die Menschen Pakistan mit anderen Dingen verbinden […].“[1] Auch war es ihr wichtig, andere pakistanische Mädchen zu inspirieren, ihren Träumen zu folgen.[5]

2017 wurde bei Ali ein Ewing-Sarkom diagnostiziert, ein bösartiger Tumor, der Knochen befällt. Nach einer Operation, bei der ein Tumor in ihrer Schulter entfernt wurde, und einer Chemotherapie teilten die Ärzte ihr mit, sie sei krebsfrei. Im Oktober 2018 kehrte der Krebs jedoch zurück. Anfang November war sie zu Gast in der Ellen DeGeneres Show. Dort gab sie bekannt, dass sie nach Angaben der Ärzte höchstens noch ein Jahr zu leben habe. Sie wolle dieses Jahr mit Reisen um die Welt verbringen, um in den besten Restaurants zu essen. Fatima Ali starb am 25. Januar 2019 im Alter von 29 Jahren im Kreis ihrer Familie. Sie wurde in Lahore bestattet.[6]

Kurz vor ihrem Tod verfasste Ali ein Essay mit dem Titel „I’m a Chef with Terminal Cancer. This Is What I’m Doing with the Time I Have Left“ („Ich bin Köchin und habe Krebs im Endstadium. Das mache ich mit der Zeit, die mir noch bleibt“) für die Zeitschrift Bon Appetit. Dieser Text wurde posthum mit dem James Beard Foundation Award ausgezeichnet. Der Award wird jährlich an herausragende Köche, Gastronomen, Journalisten und Autoren vergeben.[7] Ein zweiter Award wurde ihr 2023 für ihr Kochbuch Savor: A Chef's Hunger for More verliehen, das im Jahr zuvor posthum erschienen war.[8] Die Rezensentin Tapoja Chaudhuri schrieb im International Examiner: „[…...] dieses Buch […] nimmt die Leser mit auf eine herzerwärmende Reise eines jungen Mädchens, das erwachsen wird und seine eigene Identität als queere muslimische Frau findet, die sich in der männerdominierten Kochszene der USA behauptet.“[3]

Publikationen

  • Mit Tarajia Morrell: Savor: A Chef's Hunger for More. Ballantine Books, 2022, ISBN 978-0-593-35520-6 (englisch).
Commons: Fatima Ali – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e Jeffery C. Mays: Fatima Ali, Fan Favorite on ‘Top Chef,’ Dies of Cancer at 29. In: The New York Times. 26. Januar 2019 (englisch, nytimes.com).
  2. President Alvi approves Ashtar Ausaf's appointment as attorney general - Pakistan. In: dawn.com. 9. Mai 2022, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  3. a b Tapoja Chaudhuri: 'Savor' is a heart-touching posthumous memoir of Top Chef famed chef Fatima Ali - International Examiner. In: iexaminer.org. 12. März 2025, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  4. Sara Faruqi: Pakistani chef spices up American cooking show. In: dawn.com. 18. Juni 2012, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  5. a b Pakistani Woman Makes It Big as New York Chef. In: voanews.com. 14. September 2012, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  6. Xari Jalil: Chef Fatima Ali laid to rest by family and friends in Lahore. In: images.dawn.com. 2. Februar 2019, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  7. The 2019 James Beard Media Award Winners – James Beard Foundation. In: jamesbeard.org. 24. April 2019, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  8. The 2023 James Beard Media Award Winners – James Beard Foundation. In: jamesbeard.org. 2. Juni 2023, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).