Fatima Abdel Mahmoud

Fatima Abdel Mahmoud (* 27. Juli 1944[1] in Omdurman, Sudan; † 22. Juli 2018 in London[2]) war eine sudanesische Politikerin und Leiterin der Sudanesischen Sozialistischen Union. 1973 wurde sie eine der ersten Frauen die im Sudan ein politisches Amt bekleideten. Bei der Parlamentswahl im Sudan 2010 war sie zudem die erste weibliche Präsidentschaftskandidatin des Landes.[3]

Parlamentarische Karriere

Abdel Mahmoud studierte in den 1960er Jahren Medizin in Moskau, Russland, und qualifizierte sich als Kinderärztin.[3][4] 1973 wurde sie zur Stellvertretenden Ministerin für Jugend, Sport und Soziales ernannt. Diese Ernennung, neben der von Sayeda Nafisa Ahmed al Amin als Mitglied der regierenden Sudanesischen Sozialistischen Union, machte internationale Schlagzeilen zu einer Zeit, als zeitgenössische Schätzungen die Alphabetisierungsrate sudanesischer Frauen auf nur 10 % bezifferten.[4] Abdel Mahmoud saß zehn Jahre lang im Parlament.[3]

Präsidentschaftskandidatur

Im April 2010 fanden im Sudan die ersten vollständig umkämpften Wahlen seit 1986 statt. Abdel Mahmouds Präsidentschaftskandidatur, zusammen mit denen zweier weiterer Bewerber, wurde im Januar 2010 von der sudanesischen Nationalen Wahlkommission abgelehnt, die behauptete, Abdel Mahmouds Wahlkampf habe es nicht geschafft, die erforderlichen Stempel auf einer erforderlichen Unterschriftenliste zur Unterstützung ihrer Kandidatur zu erhalten.[5] Abdel Mahmoud und ihre Unterstützer protestierten gegen das Urteil, welches sie als repräsentativ für eine Verschwörung gegen Frauen bezeichneten, und ihre Kandidatur wurde vor der Wahl von einem Berufungsgericht wieder aufgenommen.[3]

Viele Oppositionsparteien boykottierten schließlich die Wahl mit der Begründung, sie sei zugunsten des amtierenden Präsidenten Umar al-Baschir manipuliert worden. Al-Baschir gewann die Wahl letztendlich deutlich. Laut offiziellem Wahlergebnis erhielt Abdel Mahmoud 0,3 % der Gesamtstimmen.[6] Anschließend nahm sie an der Parlamentswahl im Sudan 2015 teil,[7] wo sie bei der Präsidentschaftswahl mit Abstand Dritte wurde und ihre Partei keine Sitze in der Nationalversammlung erhalten konnte.[8]

Weiteres

1976 wurde sie mit der FAO CERES-Medaille ausgezeichnet.

Abdel Mahmoud hatte den UNESCO-Lehrstuhl für Frauen in Wissenschaft und Technologie inne, dessen Gastgeber die Sudanesische Universität für Wissenschaft und Technologie war.[9][10]

Sie starb am 22. Juli 2018 in London, England, fünf Tage vor ihrem 74. Geburtstag.[11]

Einzelnachweise

  1. Fatima Ahmed Abdel Mahmoud Moham. In: smolec.pl. Abgerufen am 28. Oktober 2025 (polnisch).
  2. Fatima, Sudan’s first female presidential candidate, dies at 74. In: Radio Tamazuj. (radiotamazuj.org [abgerufen am 28. Oktober 2025]).
  3. a b c d Andrew Heavens, Opheera McDoom: FACTBOX-Sudan's main presidential candidates (Memento des Originals vom 3. März 2016 im Internet Archive), Reuters, 8. April 2010 (englisch). 
  4. a b Don Dallas: Sudanese women seek new path, Reuters, 8. April 1973 (englisch). 
  5. Opheera McDoom: Sudan rejects three presidential candidates (Memento des Originals vom 15. Juli 2012 im Webarchiv archive.today), Reuters, 30. Januar 2010 (englisch). 
  6. FACTBOX: Sudan presidential election results, Sudan Tribune, 27. April 2010 (englisch). 
  7. How Sudan's general election works. In: bbc.co.uk. BBC, 11. April 2015, abgerufen am 11. September 2017 (englisch).
  8. Announcement of the Results of the April 2015 General Election. In: nec.org.uk. National Election Commission for Sudan, 27. April 2015, archiviert vom Original am 18. Mai 2015; abgerufen am 11. September 2017 (englisch).
  9. UNITWIN. In: UNESCO. UNESCO, 2010, abgerufen am 11. September 2017 (englisch).
  10. UNESCO Chair for Women in Science and Technology. Sudan University of Science and Technology, abgerufen am 21. Dezember 2021 (englisch).
  11. Fatima, Sudan's first female presidential candidate, dies at 74. Archiviert vom Original am 26. Juli 2018; abgerufen am 24. Juli 2018 (englisch).