Fatima (Vorname)

Fatima, auch Fātemeh, ist ein weiblicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung

Fatima, oder in exakter Umschrift Fāṭima (arabisch فاطمة) ist ein ursprünglich arabischer Name, der „Die entwöhnt (oder: entwöhnt hat)“ bedeutet.[1] Üblicherweise wird er als muslimischer Vorname gebraucht nach Fāṭima Zahrā („Fatima, die Leuchtende“, „Strahlende“), der Tochter des islamischen Propheten Mohammed. Die türkische und aserbaidschanische Variante des Namens ist Fatma. Nordafrikanische Umschreibungen des Namens lassen auch oft die unbetonte zweite Silbe weg und übersetzen es romanisiert ebenfalls als Fatma; in Westafrika kommt die Form Fatou vor. Die persische Umschreibung ist Fatemeh und Faḍma auf Kabylisch bei den Berbern.

Der Name des portugiesischen Orts Fátima soll auf eine maurische Prinzessin zurückgehen, die diesen Namen trug. Nachdem es dort im Jahre 1917 zu Marienerscheinungen gekommen sein soll, wurde das Dorf zu einem beliebten Wallfahrtsort und die Erscheinung als Maria de Fátima bzw. Nossa Senhora de Fátima verehrt. Daraus entwickelte sich auf der Iberischen Halbinsel und im iberoromanischen Sprachraum insgesamt ein beliebter weiblicher Vorname, in der Regel in Verknüpfung mit dem Vornamen Maria (also portugiesisch Maria Fátima, spanisch María Fátima, katalanisch Maria Fàtima), ähnlich wie der Name des französischen Wallfahrtsorts Lourdes auch erst nach den dortigen Marienerscheinungen zu einem weiblichen Vornamen im spanischsprachigen Raum wurde.

Der Nachname (馬) ist ein verbreiteter Vorname unter chinesischen Muslimen und gilt als Ableitung des Namens Fatima.

Verbreitung

Der Name Fatima wird in Deutschland seit den 1940er Jahren jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. In den letzten zehn Jahren wurde er etwa 4.800 Mal vergeben. In der Schweiz kommt der Name seit den 1930er Jahren fast jährlich in der Namensgebung vor. Der Name gilt als mäßig beliebt und wurde bis 2023 rund 2.800 Mal gewählt.[2] In Österreich kommt der Name seit 1984 vor. Seit der Jahrtausendwende wird er häufiger vergeben.[3]

In Frankreich war der Name von den 1950er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre populär. Danach ging seine Beliebtheit zurück. Seit den 2010er Jahren steigt diese wieder leicht. Im Jahr 2024 belegte er Rang 92.[4] Der Name ist in Belgien seit der Jahrtausendwende populär. Zeitweise belegte er einen Platz in den Top-100 der Hitlisten.[5] In den Niederlanden kommt der Name seit Mitte der 1930er Jahre fast jedes Jahr in den Hitlisten vor. Seit Ende der 1970er Jahre zählt der Name zu den Top-300.[2] In den nordischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden wird der Name seit der Jahrtausendwende jedes Jahr vergeben. In Schweden wurde er von 1960 bis 1989 besonders häufig berücksichtigt.[6]

Der Name gehört in Italien seit der Jahrtausendwende zu den Top-200 und seit 2015 zu den 100 beliebtesten Mädchennamen.[7] In Bosnien und Herzegowina liegt der Name seit 2009 durchgehend in den Top-100.[8] Der Name ist in Spanien seit 2002 fast jedes Jahr in den Top-100 anzutreffen.[9]

Der Name befindet sich in England und Wales seit 1996 in einem anhaltenden Aufwärtstrend. Seit 2022 zählt er zu den 100 beliebtesten Vornamen.[10] In Kasachstan zählt der Name seit 2014 zu den Top-50 der Hitlisten, zeitweise sogar zu den Top-20.[11] Die Schreibweise Fatimə liegt in Aserbaidschan seit 2015 in den Top-10.[12] In den USA stieg die Beliebtheit von Anfang der 1970er Jahre bis zur Jahrtausendwende stetig an. Seitdem liegt er stets in den Top-400.[13]

Namensträgerinnen

Früher Islam

Fatima

  • Fatima Adoum (* 1969), französische Schauspielerin mit algerischen und spanischen Wurzeln
  • Fatima Bhutto (* 1982), pakistanische Journalistin und Schriftstellerin
  • Fatima Maada Bio (* 1980), gambisch-sierra-leonische Schauspielerin und seit Anfang April 2018 First Lady von Sierra Leone
  • Fatima Daas (* 1995e), Pseudonym einer französischen Schriftstellerin
  • Fatima Ferreira (* 1959), brasilianische Allergologin, seit 2006 Leiterin des Christian-Doppler-Labors an der Universität Salzburg
  • Fatima Geza Abdollahyan, iranische Regisseurin, siehe Kick in Iran
  • Fatima Grimm (1934–2013), deutsche Übersetzerin, Autorin und Referentin zum Thema Islam
  • Fatima Ahmed Ibrahim (1934–2017), sudanesische Menschenrechtlerin, Frauenrechtlerin und kommunistische Parteiaktivistin
  • Fatima Jibrell (* um 1950), somalische Umweltschützerin, Gründerin der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Horn Relief
  • Fatima Meer (1928–2010), südafrikanische Soziologin, Autorin, Menschenrechts- und Antiapartheids-Aktivistin
  • Fatima Mernissi (1940–2015), marokkanische Soziologin und Autorin
  • Fatima Moreira de Melo (* 1978), ehemalige niederländische Hockeyspielerin und heutige Moderatorin und Pokerspielerin
  • Fatima Al Qadiri (* 1981), kuwaitische Musikerin und Konzeptkünstlerin
  • Fatima el-Sharif (1911–2009), von 1951 bis 1969 Königin von Libyen
  • Fatima Djibo Sidikou, nigrische Diplomatin
  • Fatima El-Tayeb (* 1966), deutsche Historikerin und Drehbuchautorin
  • Fatima Whitbread (* 1961), britische Leichtathletin in der Disziplin Speerwurf, Welt- und Europameisterin sowie Olympiateilnehmerin
  • Fatima Yusuf (* 1971), nigerianische Leichtathletin

Fátima

Fātemeh

vulgo

  • Fatima alias Maria Aurora Spiegel, eine der Mätressen des polnischen Königs August II. und Mutter zweier seiner Kinder

Siehe auch

Orte

Einzelnachweise

  1. Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Duden. Lexikon der Vornamen. 6. Auflage. Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2013, ISBN 978-3-411-04946-2, S. 139.
  2. a b Fatima. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 17. November 2025.
  3. Vornamen der Geborenen. In: STATISTIK AUSTRIA. Bundesanstalt Statistik Österreich, abgerufen am 17. November 2025.
  4. Popularity in France. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  5. Popularity in Belgium. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  6. Fatima. In: Nordicnames. Judith Ahrholdt, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  7. Popularity in Italy. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  8. Popularity in Bosnia and Herzegovina. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  9. Popularity in Spain. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  10. Popularity in England and Wales. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  11. Popularity in Kazakhstan. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  12. Popularity in Azerbaijan. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
  13. Popularity in the United States. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).