Farol da Guia

Farol da Guia
portugiesisch Farol da Guia
Portug. Kapelle und Leuchtturm, 2009
Ort: Macau
Macau Macau
Lage: Neben der Kapelle im Festungsbereich
Geographische Lage: 22° 11′ 47,1″ N, 113° 32′ 59,1″ O
Seekarte
Fahrwasser: Südchinesisches Meer[1]
Höhe Turmbasis: 95 m
Turmhöhe: 46 ft (14 m)
Feuerhöhe: 354 ft (107,9 m)
Bauart: Backstein-Mauerwerk mit Beton verkleidet
Bauform: runder Turm mit doppelter Galerie
Tageslicht-
Markierung:
weißer Turm, rotes Laternendach
Kennung: Fl.(2)W.10s
Nenntragweite weiß: 16 sm (29,6 km)
Betriebsart: 1910 elektrifiziert
Funktion: Orientierungsfeuer
Bauzeit: 1864
Betriebszeit: 1865, 1910 –
Listeneinträge
UKHO: P 3416[2]
NGA: 19640
ARLHS: MAC-001

Stilllegung: 1874 – 1910 wg. Sturmschaden
Betreiber: Port Authority
Architekt Carlos Vicente da Rocha

Leuchtturm architektonisch im Schnitt
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(Bitte Urheberrechte beachten)

Der Guia Leuchtturm (bekannt auf Portugiesisch als Farol da Guia) ist ein weißer Rundturm mit einer doppelten Galerie und darüber einem Laternenhaus. Er befindet sich auf dem Guia-Hügel, dem höchsten Gipfel der Halbinsel Macau und bietet einen weiten Blick über die gesamte Halbinsel. Die gleichnamige Stadt Macau ist eine Sonderverwaltungsregion der Volksrepublik China und befindet sich etwa 50 Kilometer westlich von Hongkong. Bis 1999 war es eine portugiesische Kolonie. Der historische Guia Leuchtturm war der erste moderne Leuchtturm, der an der chinesischen Küste errichtet wurde.

Lage

Der Leuchtturm als Bestandteil der historischen Festung (portugiesisch Fortalesa da Guia) befindet sich auf der Halbinsel Macau innerhalb der ehemaligen Gemeindegrenzen des Concelho de Macau. Die Befestigung wurde ab 1637 auf dem Guia-Hügel von den portugiesischen Kolonialisatoren zum Schutz vor den Holländern errichtet. Zudem baute man diese typisch portugiesische Kapelle (portugiesisch Capela de Nossa Senhora da Guia). 1845 erklärte Portugal Macau einseitig zu seinem Freihafen und sicherte sich damit seine Vormachtstellung. Das gesamte Areal der Festung einschließlich der Munitionsdepots, Wachtürme und Vorposten war bis 1976 militärisches Sperrgebiet, ist heute aber für Touristen weiträumig zugängig und zählt zu einem wichtigen Aussichtspunkt der Stadt.

Gebäude

1864 begann der Bau des Leuchtturms auf Anordnung von Gouverneur José Rodrigues Coelho do Amaral und am 24. September 1865 offiziell eröffnet. Das runde Bauwerk hat einen Basisdurchmesser von 7 Metern, der sich nach oben auf 5 Meter verjüngt und eine Gesamthöhe von 13,8 Metern erreicht. Der Leuchtturm ist weiß mit goldgelben Verzierungen gestrichen. Im Inneren befinden sich drei Ebenen, die durch eine Wendeltreppe verbunden sind. Das Laternenhaus an der Spitze mit einem roten Dach trägt den optischen Leuchtapparat. Ursprünglich wurde die Beleuchtungsanlage mit Petroleumlampen betrieben. Das System wurde von Carlos Vicente da Rocha (1810–1883)[3], einem in Macau geborenen Portugiesen, entwickelt. Seit 1910 ist der Leuchtturm elektrifiziert und mit moderner Optik und Linsensystem ausgestattet. Der Turm ist nicht öffentlich begehbar.

Der Leuchtturm von Guia wurde innerhalb der gleichnamigen Festung neben der Kapelle Unserer Lieben Frau von Guia durch die UNESCO zusammen mit der historischen Altstadt im Jahr 2005 ins Weltkulturerbe wegen der Rolle der Stadt als Ort des Kontaktes zwischen China und dem Westen aufgenommen.[4]

Banknote und Briefmarke mit Leuchtturm

Die numismatische Würdigung des Leuchtturms erfolgte in vielfältigen Ausgaben von mehreren Jahrgängen als Geldschein im Nennwert von 10 Pataca, 1981 und 1984 von Banco National Ultramarino, 1995 und 2001 von Banco da China.[5]

Eine philatelistische Anerkennung erfolgte durch die Ausgabe der Briefmarke mit Leuchtturm 1982 im Wert von 40 Avos[6] und 1986 Serie Forts of Macau im Wert 2 Pts. Ein Briefmarkenblock von 1998 im Wert von 10 Pts und 1999 New Region Macau-China im Wert von 2.50 Ptcs mit Leuchtturm und Autorennen. Zum 150. Jahrestag des Leuchtturms gab es 2015 zwei Briefmarken, 2 Ptcs und 5.50 Ptcs.[7]

Siehe auch

Commons: Guia Leuchtturm von Macau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Russ Rowlett: Lighthouses of China: Macau. In: The Lighthouse Directory. University of North Carolina at Chapel Hill; (englisch).
  2. Registrierungen:
  3. Bibliothek von Macau Carlos Vicente da Rocha: Genealogische Daten
  4. Historic Centre of Macao. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 19. August 2017 (englisch).
  5. Leuchtturm auf der Banknote
  6. Briefmarke mit Abbild des Leuchtturms
  7. Briefmarken zum 150. Jubiläum des Leuchtturms