Fariba Vafi

Fariba Vafi (persisch فریبا وفی; Faribā Vafī; * 21. Januar 1963 in Täbriz, Provinz Ost-Aserbaidschan, Iran) ist eine iranische Schriftstellerin. Mit ihrer minimalistischen, poetisch reichen Sprache zählt Vafi zu den innovativsten Stimmen der persischen Gegenwartsliteratur.

Leben

Fariba Vafi wurde 1963 in Täbris geboren. Ihre Familie gehört zur Volksgruppe der Aserbaidschaner. Bereits in jungen Jahren begann sie zu schreiben, und ihre ersten Kurzgeschichten erschienen in den 1980er-Jahren in Literaturzeitschriften wie Adineh und Donyaye Sokhan.[1][2]

Bis heute hat sie acht Romane und fünf Erzählbände veröffentlicht. Ihre Bücher erscheinen u. a. bei Nashr Markaz und Nashr-e Cheshmeh.[3][4] Ihre Werke wurden mehr als dreißig Mal nachgedruckt und in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Italienisch, Spanisch, Englisch, Deutsch (fünf Werke), Französisch, Türkisch, Kurdisch, Armenisch und Norwegisch.[5][6][7][8]

Zu Vafis wichtigsten Auszeichnungen gehören der Huschang-Golschiri-Preis, der Yalda-Preis, der Mehregan-Adab-Preis sowie der Literaturpreis von Isfahan. Für ihren Roman Mein Vogel (2002) erhielt sie u. a. den Golschiri- und Yalda-Preis, außerdem wurde das Werk vom Mehregan-Adab-Preis und dem Literaturpreis von Isfahan ausgezeichnet. Der Traum von Tibet (2005) gewann den Golschiri-Preis für den besten Roman und erhielt eine Anerkennung des Mehregan-Adab-Preises.[9][10]

Die Kurzgeschichtensammlung Ohne Wind, ohne Ruder gewann den ersten Ahmad-Mahmoud-Preis.[11]

Für ihren Roman Tarlan (2003) erhielt Vafi 2017 den LiBeraturpreis auf der Frankfurter Buchmesse.[12]

Sie ist Mitglied des Verbandes iranischer Schriftsteller sowie des PEN-Zentrums Deutschland.[13] 2020 erhielt sie das DAAD Artists-in-Berlin-Stipendium und lebt seither in Berlin.[14]

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • 1986: Dar Omq-e-sahneh (In der Tiefe der Bühne), Kurzgeschichten, Cheshmeh Publishers
  • 1999: Hatta Vaqti Mikhandidim (Sogar als wir lachten), Kurzgeschichten
  • 2002: Parande-ye-man (Mein Vogel), Roman
    • 2012: Kellervogel, aus dem Persischen von Parwin Abkai. Mit einem Nachwort von SAID. Rotbuch Verlag, Berlin, ISBN 978-3-86789-167-7[16]
  • 2006: Tarlan, Roman
    • 2015: Tarlan, aus dem Persischen übersetzt von Jutta Himmelreich. Sujet Verlag, Bremen. ISBN 978-3-944201-55-9
  • 2007: Rowya-ye-Tabbat (Traum von Tibet), Roman
    • 2018: Der Traum von Tibet, aus dem Persischen übersetzt von Jutta Himmelreich. Sujet Verlag, Bremen
  • 2008: Razi dar Kucheha (Ein Geheimnis der Straße), Roman
    • 2011: Französische Ausgabe: Un secret de rue. Zulma, Paris, ISBN 978-2-84304-530-1
  • 2009: Dar Rahe Vila (Auf dem Weg zur Villa), Kurzgeschichten
  • 2011: Hame-ye Ofoq (Der gesamte Horizont), Kurzgeschichten
  • 2012: Mah Kamel Mishavad (Der Mond nimmt zu), Roman
  • 2014: Baad az Payan (Nach dem Ende), Roman
  • 2016: Bi Baad Bi Parou (Ohne Wind, ohne Ruder), Kurzgeschichten
  • 2020: Rooz-e Digare Shoura (Ein weiterer Tag für Shoura), Roman
  • 2025: Adamhā-ye Zendegi-ye Qabli (Menschen aus einem früheren Leben), Roman

Einzelnachweise

  1. IranKetab – Profil von Fariba Vafi
  2. Ketabrah – Biografie
  3. Mein Vogel – Offizielle Seite bei Nashr Markaz
  4. Donya-e-Eqtesad – Veröffentlichung von Menschen aus einem früheren Leben (Cheshmeh)
  5. Spanische Ausgabe von Mein Vogel
  6. Französische Ausgabe von Mein Vogel
  7. Armenpress – Armenische Ausgabe von Mein Vogel (Edit Print, 2020)
  8. Sujet Verlag – Deutsche Ausgabe von Der Traum von Tibet
  9. Parsagon – Liste der Golschiri-Preisträger
  10. Kafebook – Einführung und Auszeichnungen zu Der Traum von Tibet
  11. Honaronline – Gewinner des Ahmad-Mahmoud-Preises
  12. Tehran Times – LiBeraturpreis für Tarlan
  13. PEN Zentrum Deutschland – Mitgliederliste
  14. DAAD – Offizielle Seite von Fariba Vafi
  15. Und dann ein neuer Horizont in FAZ vom 14. Oktober 2017, Seite 44
  16. Kanada ist auch nur ein Traum in der FAZ vom 22. November 2012, S. 28