Fannina W. Halle
Fannina W. Halle (geboren als Fannina Borisowna Rubinstein 26. Oktober 1881 in Panevėžys, Russisches Kaiserreich; gestorben 14. Dezember 1963 in New York City) war eine austroamerikanische Kunsthistorikerin und Soziologin.
Leben
Fannina Rubinstein studierte in Berlin Philosophie und Germanistik und auch wie in Zürich Kunstgeschichte. Rubinstein wurde 1914 in Wien mit einer Dissertation zur russischen Ikonenmalerei promoviert. Sie korrespondierte mit russischen Historikern.
Im Jahr 1907 heiratete sie den österreichischen Industriellen Dr. Walter Halle (1881–1918), Mitbesitzer des Unternehmens Poznański. Sie waren mit Hans Tietze und Erica Tietze-Conrat befreundet. Der Maler Oskar Kokoschka erhielt von ihnen einen Auftrag für ein Ölporträt des Ehepaares, wozu es aber nicht kam. Im Bestand der Tate Gallery befindet sich seine Porträtzeichnung Fannina Halles aus dieser Zeit[1].
Halle publizierte Schriften zu Aspekten der Kunstgeschichte Russlands. Im Jahr 1932 erschien von ihr im Zsolnay-Verlag das Buch Die Frau in Sowjetrußland, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Nach dem Anschluss Österreichs floh Halle und gelangte 1940 in die USA. Sie lebte in New York City.
Schriften (Auswahl)
- Alt-Russische Kunst. Einführung von Dr. Fannina W. Halle. Berlin: E. Wasmuth, 1922
- Die Bauplastik von Wladimir-Ssusdal. Russische Romantik. Berlin: E. Wasmuth, 1922
- Galerie Neumann & Nierendorf: Kandinsky : Jubiläums-Ausstellung zum 60. Geburtstage. Geleitworte von Paul Klee, Will Grohmann, Fannina Halle, Miss Dreyer, 1926
- Das Moskauer Kindertheater. Russisches Theater, 3, in: Der Querschnitt, 5 (1925), S. 407f.
- Ikonen aus dem ehemaligen Museum Kaiser Alexander III. in St. Petersburg. Leipzig: Seemann, 1924 (28 Seiten)
- Die Frau in Sowjetrußland. Berlin: Zsolnay, 1932
- Woman in Soviet Russia. New York: Viking Press; London: Routledge, 1933
- Frauenemanzipation : Bericht aus den Anfängen des revolutionären Russland. Hrsg. und Vorwort Friederike Knabe, Dagmar Zimmermann. Berlin: Verlag für das Studium der Arbeiterbewegung, 1973 (Nachdruck)
- Frauen des Ostens. Vom Matriarchat bis zu den Fliegerinnen von Baku. Zürich: Europa-Verlag, 1938
Literatur
- Sonja Niederacher: Dossier zu Oskar Kokoschka „Auf dem Rücken liegender Knabenakt mit angezogenen Knien. Savoyardenknabe“, 1912. Leopold Museum, 2016
Weblinks
- Literatur von und über Fannina W. Halle im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Restitution Kokoschka_Savoyardenknabe, Beschluss 6. Juni 2016, bei bmwkms, PDF
- Halle Fannina W., in: BiografiA, S. 1164 (link)
Einzelnachweise
- ↑ Oskar Kokoschka: Dr Fannina W. Halle, Zeichnung bei Tate Gallery (urheberrechtlich bis 2051 geschützt)