Famulus RS 14/30

Famulus
RS 14/30
Hersteller VEB Schlepperwerk Nordhausen
Produktionszeitraum 1956–1960
Motoren 2-Zylinder-Dieselmotor
(Typ 2 KVD 14,5 SRW / SRL)
30 PS (später 33 PS)
Länge 3394 mm
Breite 1700 mm
Höhe 2340 mm
Radstand 1930 mm
Höchstgeschwindigkeit 24 km/h
Leergewicht 2200 kg
Vorgängermodell RS 04/30
Nachfolgemodell RS 14/36

Der Famulus RS 14/30 ist ein Schlepper des Herstellers VEB Schlepperwerk Nordhausen, der von 1956 bis 1960 gebaut wurde. Er begründete die über zehn Jahre lang hergestellte Famulus-Baureihe und war als Mehrzweckschlepper für Pflege-, Zug- und Transportarbeiten konzipiert. Zunächst sollte das Modell die Bezeichnung „Favorit“ erhalten; aufgrund bestehender Namensrechte von Seiten Škoda wurde der Name jedoch kurz nach dem Serienanlauf in „Famulus“ (Lateinisch für „Diener“) geändert.[1] Die Abkürzung „RS“ steht für „Radschlepper“.

Geschichte

Die Entwicklung des RS 14/30 wurde 1954 aufgenommen, da der als Pflegeschlepper konzipierte Vorgänger RS 04/30 nicht mehr zeitgemäß war. Nach einer dreijährigen Entwicklungszeit begann 1956 die Serienproduktion im Nordhäuser Werk.[2] Innerhalb der vierjährigen Bauzeit wurden insgesamt 12.796 Exemplare gefertigt, wobei 4.640 Stück mit wassergekühltem und 8.156 Stück mit luftgekühltem Motor ausgeliefert wurden.[2]

Obwohl der Schlepper bei Markteinführung dem Stand der Technik entsprach, sahen die Konstrukteure das hohe Eigengewicht kritisch. Das angestrebte Ziel eines Leistungsgewichtes von 60 kg/PS (was einem Gesamtgewicht von ca. 1950 kg entsprochen hätte) wurde mit dem tatsächlichen Gewicht von 2200 kg verfehlt.[1] Ab 1960 wurde der RS 14/30 deshalb durch das Modell RS 14/36 abgelöst, das eine Weiterentwicklung des bestehenden Konzepts darstellte.

Technik

Der Schlepper wurde in der damals üblichen Blockbauweise konstruiert. An der Front verfügt er über eine pendelnd gelagerte Vorderachse mit einzeln gefederten Rädern. Als Lenkung wurde eine Schneckenlenkung mit Fingerhebel (System Ross) verbaut.[3] Im Vergleich zum Vorgänger besaß der Famulus eine neu gestaltete Motorhaube sowie ein festes Fahrerhaus.

Der Zweizylinder-Viertakt-Dieselmotor vom Typ 2 KVD 14,5 basierte auf dem Zwickauer Einheitsmotor EM 4 bzw. dessen Variante EM 2.[2] Die Herstellung des Motor erfolgte ebenfalls im Schlepperwerk Nordhausen. Zunächst wurde nur die wassergekühlte Variante (SRW) produziert. Später folgte die luftgekühlte Version (SRL), die aufgrund des geringeren Wartungsaufwands in der landwirtschaftlichen Praxis der DDR gefragter war. Die Motorleistung betrug anfänglich 30 PS bei einer Nenndrehzahl von 1500/min. Im Laufe der Produktion wurde die Zylinderbohrung vergrößert, wodurch die Leistung auf 33 PS stieg.[4]

Die Kraftübertragung erfolgt über eine Einscheibentrockenkupplung auf ein Zweigruppen-Schaltgetriebe mit insgesamt zehn Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen. Damit erreicht der Schlepper eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 24 km/h.[2]

Neu gegenüber den Vorgängermodellen war die Ausstattung mit je einer Zapfwelle an Front und Heck, die wahlweise motor- oder getriebegebunden betrieben werden konnte. Zudem verfügte der RS 14/30 über einen modernen hydraulischen Kraftheber mit Dreipunktaufhängung.[4]

Commons: Famulus RS 14/30 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Oldtimer Traktor, VF Verlagsgesellschaft mbH, Ausgabe Januar 2026, ISSN 1862-1716, Seite 93.
  2. a b c d Oldtimer Traktor, VF Verlagsgesellschaft mbH, Ausgabe Januar 2026, ISSN 1862-1716, Seite 90.
  3. Oldtimer Traktor, VF Verlagsgesellschaft mbH, Ausgabe Januar 2026, ISSN 1862-1716, Seite 94.
  4. a b Oldtimer Traktor, VF Verlagsgesellschaft mbH, Ausgabe Januar 2026, ISSN 1862-1716, Seite 91.