Fajans-Soddysche-Verschiebungssätze

Die Fajans-Soddyschen-Verschiebungssätze (auch radioaktive Verschiebungssätze) sind 1913 von Kasimir Fajans und Frederick Soddy aufgestellte Regeln, die beschreiben, wie sich die Ordnungs- und Massenzahl von Atomkernen bei deren radioaktivem Zerfall ändert.[1][2][3] Ihre Erklärung fanden die Regeln später mit der Erforschung des Aufbaus der Atomkerne und der Natur der „Zerfalls“-Prozesse (genauer: Umwandlungsprozesse).

  • Beim Alphazerfall entsteht ein Nuklid mit einer um zwei Einheiten niedrigeren Ordnungszahl als das Mutternuklid. Die Massenzahl verringert sich dabei um vier Einheiten.
  • Beim Betazerfall entsteht ein Nuklid gleicher Massenzahl. Die Ordnungszahl erhöht (β-Zerfall) bzw. verringert sich (β+-Zerfall und Elektroneneinfang) um eine Einheit.

Einzelnachweise

  1. Kasimir Fajans: Die radioaktiven Umwandlungen und das periodische System der Elemente. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. Band 46, Nr. 1, Januar 1913, ISSN 0365-9496, S. 422–439, doi:10.1002/cber.19130460162 (wiley.com [abgerufen am 2. Dezember 2025]).
  2. Frederick Soddy: The Radio-Elements and the Periodic Law. In: Nature. Band 91, Nr. 2264, März 1913, ISSN 0028-0836, S. 57–58, doi:10.1038/091057a0 (englisch, nature.com [abgerufen am 2. Dezember 2025]).
  3. Jan W. van Spronsen: Soddy and the Classification of the Elements. In: Frederick Soddy (1877–1956). Springer Netherlands, Dordrecht 1986, ISBN 978-94-010-8839-8, S. 93–112, doi:10.1007/978-94-009-5297-3_8 (englisch, springer.com [abgerufen am 2. Dezember 2025]).