Fürstbischöflicher Palast (Lüttich)

Der Fürstbischöfliche Palast (französisch : Palais des Princes-Evêques) ist ein historisches Gebäude an der Place Saint-Lambert im Zentrum von Lüttich, Belgien. Bis zur französischen Annexion 1795 war es die Residenz der ehemaligen Fürstbischöfe von Lüttich und lag gegenüber der damals zerstörten Lambertuskathedrale. Es beherbergt heute den Justizpalast und den Provinzpalast von Lüttich, d. h. das Regierungsgebäude der Provinz Lüttich in Wallonien.

Geschichte

Der Fürstbischöfliche Palast dominiert das Zentrum des Geschäftslebens in Lüttich am Place Saint Lambert, wo einst die Kathedrale St. Lambert stand. Vorher gab es zwei Gebäude: Den ersten Palast erbaute Bischof Notger um 1000 n. Chr., er wurde aber 1185 durch einen Brand zerstört. Das folgende Schloss wurde unter Rudolf von Zähringen rekonstruiert, aber durch die burgundische Eroberung schwer beschädigt. Im Jahr 1505 fand Bischof Erard de La Marck den Palast in Trümmern und begann nunmehr als Kardinal 1526 den Bau eines neuen, der Ende des 16. Jahrhunderts fertig wurde.[1] Die Hauptfassade im Süden wurde nach dem Brand von 1734 im Regencestil unter der Leitung des Brüsseler Architekten Jan Andries Anneessens (* 1687) umgebaut. 1849 wurde ein neuer Westflügel von dem Architekten Jean-Charles Delsaux (* 1821– 1893) im gleichen Stil wie der alte Palast gebaut, um die Provinzregierung unterzubringen. Derzeit dient das Gebäude verschiedenen Ämtern der Provinz und als Justizpalast von Lüttich.

Der große Innenhof ist umgeben von Arkadengalerien und 60 massiven, eleganten Säulen. Die Vielfalt der Dekoration dieser Säulen ist außergewöhnlich. Der zweite Innenhof, erreichbar nur vom Inneren des Palastes, ist für die Öffentlichkeit geschlossen, außer in seltenen Fällen, etwa an historischen Tagen.

Literatur

  • Bruno Demoulin (Ed.): Liège et le palais des princes-évêques, Bruxelles, Fonds Mercator, 2008, ISBN 978-9061538004
  • Julie Godinas: Le palais de Liège, coeur de la Cité ardente, Namur, Institut du patrimoine wallon, 2008,
  • Suzanne Collon-Gevaert: Érard de La Marck et le palais des princes-évêques de Liège, Liège, Vaillant-Carmanne, 1975
Commons: Palais des Princes-Evêques de Liège – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege

  1. Cécile Oger: Le siècle des cardinaux in: Bruno Dumoulin (Ed.): Liège et le palais des princes-évêques, Brussel, les Fonds Mercator, 2008, p. 54

Koordinaten: 50° 38′ 45,3″ N, 5° 34′ 24,3″ O