Füllbruch (Schonwald)

Schonwald
„Füllbruch“

Luftbild

Lage Hagsfeld, Stadtkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg, Deutschland
Fläche 44,192 ha
Kennung 200389
Geographische Lage 49° 3′ N, 8° 29′ O
Einrichtungsdatum 11. September 2000
Verwaltung Forstdirektion Karlsruhe
f6

Das Gebiet Füllbruch ist ein mit Verordnung vom 11. September 2000 durch die Körperschaftsforstdirektion Karlsruhe ausgewiesener Schonwald (Schutzgebiet-Nummer 200389) in Baden-Württemberg.

Lage

Der Schonwald liegt im Stadtteil Hagsfeld von Karlsruhe, südöstlich von Blankenloch, einem Stadtteil von Stutensee. Es handelt sich um strukturreiches Altholz aus vorwiegend Eiche, Buche, Hainbuche, Ahorn und Robinie mit üppig ausgebildeter Strauch- und Krautschicht sowie auch mit Anteilen an stehendem und liegendem Totholz. Im Westen fließt die Pfinz, im Osten der untere Teil des Gießbachs, in der Mitte der Rossweidgraben.

Das Schutzgebiet liegt im Forstbezirk Hardt im Staatswald Hardt. Der Schonwald umfasst die Abteilungen 7 und 8 (je ganz) sowie 6 und 9 (je teilweise) im Staatswald-Distrikt IX „Füllbruch“.[1] Es wird begrenzt im Süden vom Hüttenweg, im Westen von der Pfinz, im Norden von der Pfinzüberleitung und im Osten vom Gießbach, der zugleich die Gemarkungsgrenze von Weingarten ist.

Der Schonwald ist Teil des FFH-Gebiets Kinzig-Murg-Rinne und Kraichgau bei Bruchsal und des Landschaftsschutzgebiets Füllbruch-Vokkenau. Im Osten grenzt der Schonwald an das Landschaftsschutzgebiet Bruchwaldgebiet der alten Kinzig-Murg-Rinne.

Im Schutzgebiet liegen vier Biotope: Erlenwald SW "Füllbruch" SO Blankenloch mit der Biotopnummer 269162123574, Schonwald "Füllbruch" -Eichen-Hainbuchen-Wald mit der Biotopnummer 269162123189, Schonwald "Füllbruch" - Laubmischwald mit der Biotopnummer 269162123186 und Schonwald "Füllbruch" Strukturreiches Altholz mit der Biotopnummer 269162123190.

Geologie

Der Untergrund ist ein mäßig trockener anlehmiger Sand.

Vegetation

Im Schonwald kommen laut Biotopkartierung die folgenden Pflanzen vor: Berg-Ahorn, Schwarz-Erle, Sumpf-Segge, Winkel-Segge, Dünnährige Segge, Wald-Segge, Großes Hexenkraut, Rasen-Schmiele, Behaarte Karde, Riesen-Schwingel, Scharbockskraut, Gemeine Esche, Rot-Esche, Kletten-Labkraut, Gundermann, Drüsiges Springkraut, Großes Springkraut, Sumpf-Schwertlilie, Gefleckte Taubnessel, Rohrglanzgras, Schilfrohr, Gewöhnliche Traubenkirsche, Stieleiche, Kratzbeere, Hain-Ampfer, Flatterulme, Große Brennnessel, Labkraut-Bindenspanner, Gefleckte Schnirkelschnecke, Feldahorn, Knoblauchsrauke, Bärlauch, Buschwindröschen, Gelbes Windröschen, Aronstab, Wald-Frauenfarn, Wiesen-Schaumkraut, Zittergras-Segge, Gemeine Hainbuche, Gemeine Hasel, Zweigriffeliger Weißdorn, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Rotbuche, Wald-Schwingel, Mädesüß, Gewöhnliche Goldnessel, Gemeiner Efeu, Flatter-Binse, Wald-Flattergras, Einbeere, Vielblütige Weißwurz, Hohe Schlüsselblume, Schlehdorn, Gold-Hahnenfuß, Gewöhnliche Robinie, Schwarzer Holunder, Rote Lichtnelke, Große Sternmiere, Winterlinde, Großer Eichenbock, Gewöhnliche Rosskastanie, Wechselblättriges Milzkraut, Maiglöckchen, Roter Hartriegel, Pappeln, Vogelkirsche, Roteiche, Wald-Ziest, Buntspecht, Schwarzspecht, Eingriffeliger Weißdorn, Gewöhnlicher Dornfarn, Echter Wurmfarn, Gemeiner Hohlzahn, Kletten-Labkraut, Kleines Springkraut, Wellenblättriges Katharinenmoos.

Im Biotop Schonwald "Füllbruch" -Eichen-Hainbuchen-Wald wurden bei einer Zählung im Jahr 2016, die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg durchgeführt wurde, die Käferart Großer Eichenbock gefunden. Diese Art ist von der LUBW als vom Aussterben bedroht eingestuft. Im Biotop Schonwald "Füllbruch" - Laubmischwald wurde im Jahr 2016 auch der Große Eichenbock gefunden und im Biotop Schonwald "Füllbruch" Strukturreiches Altholz wurde im Jahr 2016 ebenfalls der Große Eichenbock gefunden.

Schutzzweck

Der Schutzzweck des Schonwalds ist gemäß Schutzgebietsverordnung

  • die Erhaltung, Pflege und Entwicklung eines vielfältigen, für die Kinzig - Murg - Rinne typischen, naturnahen Waldökosystems im Bereich zwischen Pfinz und Gießbachbett mit seinen besonderen Waldbiotopen;
  • die Erhaltung, Pflege und Entwicklung des Strukturreichtums des ehemaligen Mittelwaldes in Abt. 9;
  • der langfristige Umbau der Pappel-geprägten Jungbestände in naturnahe Waldgesellschaften aus den Baumarten der Regionalgesellschaft;

Betreuung

Wissenschaftlich betreut wird der Schonwald durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (BVA).

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. https://wnsinfo.fva-bw.de/waldschutzgebiete/800557/