Félix Pifano
Félix Pifano Capdevielle (* 1. Mai 1912 in San Felipe/Yaracuy; † 1. Juli 2003 in Caracas) war ein venezolanischer Tropenmediziner und Hochschullehrer.
Leben
Pifano schloss 1935 sein Studium an der medizinischen Fakultät der Universidad Central de Venezuela ab. Unter der Leitung von Afrânio do Amaral forschte er auf dem Gebiet der Wirkung von Schlangengift speziell zur Lanzenotter (Bothrops atrox). Ab 1941 leitete er die tropenmedizinische Abteilung an der medizinischen Fakultät der Universidad Central de Venezuela. Während seiner Laufbahn als Hochschullehrer war er an der Ausbildung von mehr als 20.000 Ärzten an verschiedenen medizinischen Fakultäten Venezuelas beteiligt. Von 1944 bis 1946 war er Dekan der medizinischen Fakultät.
1947 gründete er das Institut für Tropenmedizin in Caracas, zu dessen erstem Direktor er gewählt wurde und das noch zu seinem Lebzeiten nach ihm benannt wurde. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Forschung 1997 ernannte ihn der Zentralrat der Universität zum Ehrendirektor des Instituts. 1955 wurde er ordentliches Mitglied der Academia Nacional de Medicina. Außerdem war er u. a. korrespondierendes Mitglied der Academia de Ciencias Físicas, Matemáticas y Naturales de Venezuela, der Academia de Ciencias de Brasil und der Academia Nacional de Medicina de Colombia sowie Mitglied der Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene und der Sociedad Internacional de Dermatología Tropical.
Er veröffentlichte mehr als 250 Forschungsarbeiten in nationalen und internationalen Fachzeitschriften, die sich vor allem mit dem breiten Spektrum der Tropenmedizin befassten, insbesondere mit der Chagas-Krankheit, der kutanen Leishmaniose, der Malaria, Bilharziose und Arbovirose. Seine Schrift Pesquisa e Docência em Medicina Tropical überarbeitete er zu dem Buch Apuntes de Medicina Tropical, das zu einem Handbuch und Nachschlagewerk für Medizinstudenten wurde. Zwanzig Jahre lang leitete er die von ihm gegründete Fachzeitschrift Arquivos Venezuelanos de Medicina Tropical. Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Orden del Libertador, dem Orden 27 de Junio, dem Orden de Andrés Bello, dem Orden Francisco de Miranda und zweimal mit dem Premio Nacional de Ciencia.