Félix Éboué

Félix Éboué (* 26. Dezember 1884 in Cayenne, Französisch-Guayana; † 17. Mai 1944 in Kairo, Ägypten) war ein französischer Kolonialpolitiker.

Leben

Félix Éboué stammte aus Französisch-Guayana. Seine Großeltern waren noch Sklaven gewesen. Er war der zweitjüngste von fünf Söhnen von Yves Urbain Éboué und Marie Josephine Aurélie Leveillé. Die Assimilationspolitik und ein Stipendium ermöglichten dem begabten Schüler den Schulbesuch in Bordeaux. Neben seinen schulischen Leistungen tat er sich als Kapitän einer erfolgreichen Fußballmannschaft hervor.

Nach seinem Studium an der École coloniale in Paris trat Éboué in die französische Kolonialverwaltung ein. Nach vielen Jahren in Ubangi-Schari, der heutigen Zentralafrikanischen Republik, wurde er 1932 Generalsekretär in der Verwaltung von Martinique. Ab 1934 füllte er den gleichen Posten in Französisch-Sudan aus. 1936 wurde Éboué Gouverneur von Guadeloupe, wo er die ersten freien Wahlen organisierte. Damit war er nach Louis Blacher der zweite Schwarze, der einen Gouverneursposten in der französischen Kolonialverwaltung erhielt. 1939 wechselte er als Gouverneur in den Tschad.

Nachdem sich einige französische Überseegebiete ohne den Status einer Kolonie für loyal erklärten hatten, war Éboué am 26. August 1940 der erste Gouverneur einer Kolonie, der sich Charles de Gaulles Exilregierung unterstellte.[1] Dieser ernannte ihn zum Generalgouverneur von ganz Französisch-Äquatorialafrika. Éboué förderte er Einheimische als Funktionsträger der Kolonialverwaltung. Im November 1941 veröffentlichte er ein Programm zur „neuen Eingeborenenpolitik“. Darin propagierte er ein neues Verwaltungsmodell für die Kolonien, das die afrikanischen Häuptlingstraditionen sowie die einheimischen Eliten einbeziehen sollte. Noch während des Zweiten Weltkrieges wurde dieses Programm umgesetzt. Éboué wurde zum Offizier der Ehrenlegion ernannt und am 29. Januar 1941 mit dem Ordre de la Libération ausgezeichnet.

Félix Éboué starb während einer Dienstreise in Kairo an einem Herzinfarkt. Auf Beschluss der Nationalversammlung wurden seine sterblichen Überreste zusammen mit denen Victor Schœlchers am 20. Mai 1949 ins Panthéon überführt und in einem Ehrengrab bestattet. Er ist der erste Schwarze, der in Frankreich auf diese Weise geehrt wurde. 1946 heiratete seine Tochter Léopold Sédar Senghor, den späteren Präsidenten Senegals.

Ehrungen

Literatur

  • Albert M’Paka: Félix Éboué (1884–1944), Gouverneur Général de l’Afrique Équatorial Française, Premier Résistant de l’Empire. Grand Français, Grand Africain. L’Harmattan, Paris 2008, ISBN 978-2-296-06187-3.

Einzelnachweise

  1. Laurent Joly (Hrsg.): Vichy – Histoire d’une dictature 1940–1944. Éditions Tallandier, Paris 2025, ISBN 979-1-02105926-9, S. 148 f., 354.
  2. a b Frank Tétart, Pierre-Alexandre Mounier, cartes de Gaëlle Sutton: Atlas historique des capitales déplacées : 70 capitales qui ont déménagé au fil des siècles. Éditions Autrement (Flammarion), Paris 2025, ISBN 978-2-08-047289-2, S. 242.