Félix-Tahar Aublet
Félix-Tahar Aublet (* 1903 in Tunis; † 1978 in Menton, Alpes-Maritimes) war ein französischer Maler, Möbeldesigner, Innenarchitekt, Werbegrafiker sowie Bühnenbildner für Film und Theater.[1]
Leben
Félix-Tahar Aublet wurde 1903 in Tunis geboren. Er wuchs in einem künstlerisch geprägten Umfeld auf. Sein Vater, Albert Aublet, war ein bekannter Genre- und Orientalienmaler. Entsprechend dessen Lebensweise verbrachte die Familie jedes Jahr mehrere Monate in Tunis, wo sie ab 1905 in einem eigens erworbenen Palast lebte. Diese Aufenthalte prägten Aublets frühe Wahrnehmung von Architektur, Licht und Raum.
Auf Anregung seines Vaters schrieb er sich an der École des Beaux-Arts in Paris ein. Dort erhielt er seine Ausbildung bei Fernand-Anne-Pieste Cormon, Pierre Laurens und Émile Renard. Während seiner Studienzeit wandte er sich einer an Paul Cézanne orientierten prä-kubistischen Malerei sowie dem Realismus André Derains zu. Er pflegte engen Kontakt zu Architekturstudenten wie Georges-Henri Pingusson und René Hartwig. In bewusster Abkehr vom akademisch-orientalistischen Milieu seiner Herkunft entwickelte Aublet bereits früh ein starkes Interesse für technische Innovationen, insbesondere in den Bereichen Kino, Luftfahrt und Automobilbau. Er zeigte sich offen für den architektonischen und gestalterischen Modernismus und stand den Ideen Le Corbusiers nahe.[1]
Félix-Tahar Aublet beteiligte sich am Pariser Ausstellungsleben und stellte 1925 und 1926 im Salon des Artistes Français sowie 1928 im Salon des Indépendants aus. Ab 1929 entwarf er seine ersten Möbelstücke in einer bewusst reduzierten, funktionalen Formensprache. Diese Arbeiten wurden 1930 im ersten Salon der Union des Artistes Modernes vorgestellt. Zudem ließ er eine Konstruktion für serienmäßig herstellbare Metallmöbel und verstellbare Rohrstühle patentieren. Im Jahr 1931 entwarf er die sogenannte Boule-Lampe, eine drehbare Leuchte mit halbkugelförmigem Schirm, die große Aufmerksamkeit erregte.
In den 1930er Jahren erhielt Félix-Tahar Aublet zahlreiche Aufträge für Innenarchitektur. So gestaltete er 1932 und 1933 Wohnungen in Paris, darunter die von François Pernod und François Barret. 1935 entwarf er Schulmöbel für den von Beaudouin und Lods errichteten Schulbau in Suresnes. Für den Neubau der Pariser Elektrizitätsgesellschaft entwarf er industriell gefertigte Büroarbeitsplätze. Weitere Projekte betrafen die Compagnie fermière de Vichy und die Fondation de l’Hôpital Foch in Suresnes. Im Jahr 1935 gründete Félix-Tahar Aublet gemeinsam mit Robert Delaunay die Künstlervereinigung Art et Lumière. Im Rahmen der Pariser Weltausstellung von 1937 entstanden großformatige Wandbilder für technische Pavillons, die von Aublet und Delaunay gemeinsam mit zahlreichen weiteren Künstlern realisiert wurden.[1]
Während der deutschen Besatzung arbeitete Aublet an verschiedenen Bühnenprojekten, unter anderem 1942 für das Kabarett Aigle d’Or in Nizza und 1945 für ein Kabarett im Théâtre des Champs-Élysées. In dieser Zeit kam es zu einer stilistischen Weiterentwicklung seines Werks. Félix-Tahar Aublet war zunehmend als Ausstatter für Film und Theater tätig. 1947 lernte er im Rahmen dieser Arbeiten seine spätere Ehefrau, die Franco-Amerikanerin Jane Lithiby, kennen. Bereits 1932 hatte Félix-Tahar Aublet für François Pernod ein rollendes Werbesystem entwickelt, das er ab 1948 auch für andere Marken, darunter Cinzano, einsetzte. 1954 zog er nach Aix-en-Provence. Nach einem Unfall im Jahr 1959, der zu einer Querschnittslähmung führte, wandte er sich wieder verstärkt der Malerei zu. Im Jahr 2001 wurde sein Werk in einer umfassenden Ausstellung in Aix-en-Provence gewürdigt, die zeitgleich im Musée Granet, im Musée des Tapisseries et d’Ameublement Ancien, in der Cité du Livre sowie im Pavillon de Vendôme gezeigt wurde.[1]
Literatur
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.
Weblinks
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.
- Ecart
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Félix Aublet. Abgerufen am 30. Dezember 2025 (englisch).