Experiment – Keine Erinnerung. Kein Entkommen.

Film
Titel Experiment – Keine Erinnerung. Kein Entkommen.
Originaltitel Experiment
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Dan Turner
Drehbuch Dan Turner
John Harrison
Produktion David Propper
Clare Deacon
Musik John Rand
Kamera Gareth Pritchard
Schnitt Dan Turner
Besetzung
  • John Hopkins: Morgan
  • Georgina French: Anna
  • Nick Simons: Joseph
  • David Gant: Robert Walker
  • Andrew Byron: Stefan
  • Clive Ashborn: Goran
  • Petr Vanek: Ludek
  • Molly Ewins: Emily
  • Martyn Huntley: Duggan
  • Mem Ferda: Vladimir Miszhich
  • Hamadi Mwapachu: Milan
  • Hugh Byrne: Bashta

Experiment – Keine Erinnerung. Kein Entkommen. (Originaltitel: Experiment, Alternativtitel: No Identity, No Identity – Experiment des Grauens oder Recall-Experiment des Grauens) ist ein britischer Science-Fiction-Thriller von Dan Turner aus dem Jahr 2005. Die Hauptrollen sind mit Georgina French als Anna und John Hopkins als Morgan besetzt.

Handlung

Ein Transporter lädt eine bewusstlose junge Frau auf der Fahrbahn einer Straße in Prag aus und fährt davon. Die Frau wird von Passanten gefunden und auf den Bürgersteig gebracht. Als sie erwacht, gerät sie durch die Blicke der sie umgebenden Menschen in Panik und läuft davon. Ihr Verhalten wirkt unbeholfen und sie hat verlernt zu sprechen. Die Frau kann sich nicht erinnern, wer sie ist und wie sie nach Prag gekommen ist. Sie geht durch die Straßen der Stadt und gelangt zu einem Hotel, welches sie betritt. An der Lobby erleidet sie einen Schwächeanfall und bricht vor den Augen des Portiers zusammen. Der Portier bietet ihr ein Zimmer für die Nacht an, wo sie sich zur Ruhe legt. Nach einer unruhigen Nacht voller Albträume sucht sie am nächsten Morgen wieder die Hotellobby auf. Dort begegnet sie einem fremden Mädchen, das ihr einen Zettel in die Hand gibt und ohne weitere Erklärungen unmittelbar danach verschwindet. Auf dem Zettel steht die Anweisung „Anna find Morgan“ (Anna, finde Morgan). Die Frau scheint Anna zu sein, kann sich aber noch immer nicht an ihre Vergangenheit erinnern. Sie verlässt das Hotel und geht hinaus auf die Straßen von Prag auf der Suche nach dem verschwundenen Mädchen und Morgan.

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort treibt ein ebenfalls bewusstloser junger Mann in einem Fluss durch Prag. Als er zu sich kommt, schwimmt er schnellstmöglich ans Ufer und läuft durch die Straßen der Stadt. Am Rand einer Straße trifft er auf eine Gruppe ihm fremder Menschen, die ihn ansprechen, um ihn anschließend heftig zu verprügeln. Ein alter Mann namens Joseph wird Zeuge der Tat. Er vertreibt die Angreifer und nimmt den Mann zur Erholung von seinen Verletzungen mit in seine Wohnung. Als der junge Mann auf dem Sofa in Josephs Wohnung erwacht, zeigt Joseph ihm ein Foto von Anna, verbunden mit der Frage, ob das Bild ihm gehöre. Auf der Rückseite der Fotografie stehen die Worte „Morgan find Anna“ (Morgan, finde Anna) geschrieben. Der bislang unbekannte Mann scheint Morgan zu sein, aber wie auch Anna kann er sich nicht an sein bisheriges Leben erinnern. Joseph ermutigt ihn, der Anweisung Folge zu leisten, weshalb Morgan seine Wohnung verlässt und sich auf die Suche nach Anna begibt.

Anna geht in eine Bar, nachdem ihre Suche nach Morgan und dem Mädchen ohne Erfolg verlief. Als sie gerade einen Cocktail trinken möchte, überkommen sie plötzlich wieder schreckliche Visionen. Ihr plötzlicher Verhaltenswandel zieht die Blicke der anderen Besucher auf sich, wodurch ihre Ängste sich noch weiter verschlimmern. Sie versucht, die Bar zu verlassen. Als ein Kellner sie daran hindern möchte, da Anna noch nicht bezahlt hat, ersticht sie ihn mit einer Glasscherbe. Der Mord an dem Angestellten löst in der Bar eine Fluchtbewegung aus. Alle Gäste rennen aus dem Raum und flüchten vor Anna, ausgenommen eines einzigen Besuchers. Morgan, der von Joseph zur Bar gebracht wurde, ist geblieben. Er zeigt ihr das Foto und stellt sich ihr vor. Zusammen gehen die beiden in Annas Hotelzimmer. Dort angekommen beschließen sie, zur britischen Botschaft zu gehen, um Hilfe zu erbitten. Als sie sich beim Botschaftspersonal vorstellen, erleidet Anna wieder eine Panikattacke. Sie schlägt wild um sich und geht auf die Beamten los. Morgan kann rechtzeitig einschreiten und einen erneuten Mord verhindern. Die beiden verlassen die Botschaft und beschließen, auch die Stadt Prag so schnell wie möglich hinter sich zu lassen, da sich Annas psychischer Zustand bisher mit jedem weiteren Tag verschlechtert hat, den sie dort verbracht hat. Dazu folgen sie dem Verlauf eines Flusses. In den Tagen ihrer Flucht entwickeln Anna und Morgan Gefühle füreinander. Die beiden schlafen miteinander und Morgan verspricht Anna, sie angesichts ihrer Angstanfälle zu unterstützen und immer an ihrer Seite zu bleiben.

Eines Nachts, als sich das Paar zum Schlafen an den Straßenrand gelegt hat, erwacht Anna plötzlich. Sie steht auf und verlässt zielstrebig ihre Schlafstelle. Annas leerer Blick verrät, dass sie unbewusst handelt. Einige Zeit später wacht auch Morgan auf und muss feststellen, dass Anna verschwunden ist. Stattdessen steht nun Joseph vor ihm. Er erklärt Morgan, warum Anna und Morgan in Prag sind und sich nicht an ihr bisheriges Leben erinnern können. Die beiden sind Eheleute, die von einer kriminellen Organisation unter Leitung eines Herrn Robert Walker entführt wurden, um sie für ein grauenvolles Experiment zu benutzen. Anna und Morgan wurden Mikrochips im Gehirn implantiert, um ihre Erinnerungen manipulieren, sie fremdsteuern und orten zu können. Auch Annas bisherige Panikattacken sind von außen gezielt herbeigeführt worden, um die Wirkung der implantierten Chips zu testen. Ziel der Organisation ist es, den russischen Außenminister Vladimir Miszhich bei seinem Auslandsbesuch in Prag zu töten. Dafür soll Emily, die junge Tochter von Anna und Morgan, die ebenfalls mit einem Mikrochip ausgestattet wurde und sich in Gefangenschaft der Organisation befindet, Miszhich im Rahmen der Feierlichkeiten mit einem Messer erstechen. Anna und Morgan sind hingegen für ein vorhergehendes Experiment vorgesehen. Im Rahmen dieses Experiments soll die fremdgesteuerte Anna zuerst Morgan und anschließend sich selbst ermorden. Als Tatort soll eine Prager U-Bahn-Station dienen, deren Bahnsteige wegen Bauarbeiten für Fahrgäste vorübergehend gesperrt sind. Um zu verhindern, dass auch Morgan fremdgesteuert zur U-Bahn-Station läuft und geortet werden kann, stattet Joseph ihn mit einem Störsender aus, der die Wirkung des Chips aufhebt. Joseph gesteht gegenüber Morgan, dass auch er Mitglied der Organisation war und sich an Miszhich für den Tod seiner tschetschenischen Familie rächen wollte. Da die Organisation ihn glauben ließ, Anna und Morgan seien verurteilte Mörder, die ihr Lebensrecht verwirkt hätten, habe er an der Planung des Experiments mitgewirkt, bis er erfuhr, dass er von Robert Walker belogen wurde.

Morgan bittet Joseph, ihn schnellstmöglich zur U-Bahn-Station zu führen, damit er seine Frau aufhalten kann. Gemeinsam laufen die beiden, geführt durch ein Ortungsgerät der Organisation, zum ausersehenen Tatort, wo sie die fremdgesteuerte Anna antreffen. Josephs Warnungen zum Trotz geht Morgan auf Anna zu und redet auf sie ein. Er erinnert sie an ihre gemeinsame Vergangenheit, ihre gemeinsame Tochter und ihre Liebe füreinander. Durch Morgans liebevolle Worte gelingt es Anna, sich der Fremdsteuerung durch die Organisation zu widersetzen. Da sie jedoch befürchtet, jeden Augenblick wieder die Kontrolle über ihr Handeln zu verlieren, nutzt sie den Moment, als eine U-Bahn am Bahnsteig vorbeifährt: Sie wirft sich vor den Zug, um durch ihren Tod der Fremdkontrolle zu entkommen und Morgans Leben zu schützen. Robert Walker und seine Mitstreiter sind geschockt, als sie über die Überwachungskameras am Bahnsteig mit ansehen müssen, dass ihr Experiment gescheitert ist. Walker befiehlt, trotz des Fehlschlags am Plan der Ermordung Miszhichs festzuhalten und beauftragt seinen Handlanger Goran, der sich am Tatort versteckt hat, Morgan und Joseph unverzüglich zu eliminieren. Goran tritt Joseph spöttisch gegenüber und gibt mehrere Schüsse auf ihn ab. Der schwerverletzte Joseph mobilisiert jedoch entgegen Gorans Erwartungen seine letzten Kräfte und schleppt sich zu ihm, um ein Messer in seinen Bauch zu rammen. Einander gegenüberstehend brechen beide zusammen und sterben nach kurzer Zeit infolge ihrer Verletzungen am Bahnsteig.

Morgan begibt sich zum sterbenden Joseph, um ihm ein letztes Mal für seine Hilfe zu danken. Er nimmt das Ortungsgerät an sich und entdeckt ein weiteres Signal auf dem Bildschirm, das die Position von Emily angibt. Dies lässt Morgan neuen Mut fassen, da er nun ein neues Ziel hat: seine Tochter Emily aus der Gefangenschaft von Walker zu befreien. Morgan folgt dem Signal und gelangt ins Hauptquartier der Organisation, das sich in den angrenzenden Technik- und Lagerräumen eines Straßentunnels befindet. Bei einem Gefecht mit einem Mitarbeiter geht Morgans Störsender verloren, sodass Robert Walker rechtzeitig vom Eintreffen Morgans im Hauptquartier der Organisation erfährt. Er lässt Emily aus ihrer Gefängniszelle herbeiführen und nimmt sie als Geisel, als Morgan bei ihm eintrifft. Emily wehrt sich und beißt Walker in die Hand, wodurch seine Aufmerksamkeit von Morgan weggelenkt wird. Dies nutzt Morgan, um sich auf Walker zu stürzen und diesen mit seinem eigenen Messer zu erstechen. Erleichtert schließt er Emily in die Arme. Während sich Vater und Tochter umarmen, wird Emilys Blick plötzlich starr. Walkers Mitstreiter scheinen den Plan der Organisation zur Ermordung von Miszhich soeben eingeleitet zu haben, Emily wird nun fremdgesteuert. Sie nimmt das neben ihrem Vater liegende Messer vom Boden auf und ersticht Morgan, während er sie umarmt. Im Flur tauchen Mitarbeiter der Organisation auf, welche die Szene einen Augenblick lang beobachten und Emily dann bitten, ihnen zu folgen, damit sie ihren Auftrag erfüllen kann. Morgan wird an der Wand lehnend allein zurückgelassen und erliegt wenig später seinen Verletzungen.

Rezeption

Der Film erhielt überwiegend negative Kritiken und erzielte bei IMDb in über 1040 Benutzerkritiken 4,3 von 10 möglichen Punkten.[2]

Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „Verschwörungsthriller um illegale Psycho-Experimente, dessen effektive Inszenierung ein gerüttelt Maß an Verunsicherungen erzeugt. Die HD-Produktion unterhält trotz ihres geringen Budgets.“[3]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Experiment – Keine Erinnerung. Kein Entkommen.. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, November 2006 (PDF; Prüf­nummer: 108 324 DVD).
  2. Experiment - Keine Erinnerung. Kein Entkommen. In: IMDb. Abgerufen am 1. Oktober 2025.
  3. Experiment. In: filmdienst.de. PubliKath GmbH, abgerufen am 1. Oktober 2025.