Ewald M. Vetter

Ewald Maria Vetter (* 3. Mai 1922 in Mannheim; † 23. November 2006) war ein deutscher Kunsthistoriker und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Ewald M. Vetter begann im Sommersemester 1940 sein Studium der Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Heidelberg. Im Oktober 1940 begann jedoch der Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg und die bis November 1946 andauernde Kriegsgefangenschaft. Erst im Sommersemester 1947 konnte er sein Studium in Heidelberg fortsetzen. 1949/50 ergänzte er sein Studium durch einen Aufenthalt in Italien. 1954 promovierte er an der Universität Heidelberg zum Dr. phil. Bis 1957 arbeitete er dann als wissenschaftlicher Assistent an der RWTH Aachen, gefolgt von einem Studienaufenthalt in Madrid. Von 1959 bis 1961 war Vetter als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Heidelberg tätig. Zwischen 1961 und 1963 hielt er sich, teilweise als Stipendiat der DFG, in Spanien sowie in Frankreich, Belgien und den Niederlanden auf. 1964 habilitierte er sich für das Fach Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg und lehrte am dortigen Kunsthistorischen Institut zunächst als Dozent bzw. Wissenschaftlicher Rat, seit 1978 als Professor. Im Jahre 1982 trat er dann in den Ruhestand.

Ewald M. Vetter beschäftigte sich vor allem mit der Ikonographie der mittelalterlichen Kunst sowie mit Matthias Grünewald und Tilman Riemenschneider.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der verlorene Sohn (= Lukas-Bücherei zur christlichen Ikonographie, Bd. 7). Schwann, Düsseldorf 1955.
  • Maria im Rosenhag (= Lukas-Bücherei zur christlichen Ikonographie, Bd. 9). Schwann, Düsseldorf 1956.
  • Der Oberrhein von Mainz bis Basel (= Das christliche Deutschland, Bd. 2). Schwann, Düsseldorf 1958.
  • Das Frankfurter Paradiesgärtlein. In: Heidelberger Jahrbücher, Bd. 9 (1965), S. 102–146.
  • Die Kreuzigungstafel des Isenheimer Altars. Winter, Heidelberg 1968.
  • (mit Helmut Ricke): Die Heilig-Grab-Kapelle des Klosters St. Michael in Bamberg. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, Jg. 1969, S. 121–149.
  • Die Kupferstiche zur Psalmodia Euristica des Melchior Prieto von 1622 (= Spanische Forschungen der Görresgesellschaft, Reihe 2, Bd. 15). Aschendorff, Münster 1972, ISBN 3-402-05796-4 (= Habilitationsschrift Universität Heidelberg).
  • (mit Friedrich Neumann): Der welsche Gast des Thomasin von Zerclaere. Codex Palatinus Germanicus 389 der Universitätsbibliothek Heidelberg. Reichert, Wiesbaden 1974, ISBN 3-920153-38-3.
  • Der "Hellerflügel" Grünewalds und das Verklärungs-Retabel der Dominikaner in Frankfurt. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, Bd. 13 (1976), S. 25–54.
  • (Mitautor): Triumphkreuz im Dom zu Lübeck, ein Meisterwerk Bernt Notkes. Reichert, Wiesbaden 1977, ISBN 3-920153-96-0.
  • (mit Friedrich Neumann): Zucht und schöne Sitte. Eine Tugendlehre der Stauferzeit mit 36 Bildern (16 davon farbig) aus der Heidelberger Handschrift Cod. Pal. Germ. 389 "Der Welsche Gast" des Thomasîn von Zerclaere. Reichert, Wiesbaden 1977, ISBN 3-920153-71-5.
  • Der "verkaufte Grünewald". Tauberbischofsheimer Trilogie. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, Bd. 24 (1987), S. 69–117.
  • Die Rezeption der Bilder. In: Elmar Mittler/Wilfried Werner (Hrsg.): Codex Manesse (= Heidelberger Bibliotheksschriften, Bd. 30). Braus, Heidelberg 1988, S. 153–223, ISBN 3-925835-20-2.
  • Bildmotive - Vorbilder und Parallelen. In: Ebd., S. 275–301.
  • Riemenschneiders Magdalenenaltar im Spiegel mittelalterlicher Frömmigkeit. In: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Bd. 55 (1993), S. 111–142.
  • Speculum salutis. Arbeiten zur christlichen Kunst. Vier-Türme-Verl., Münsterschwarzach 1994, ISBN 3-87868-509-2.
  • Zur Herkunft von Riemenschneiders Detwanger Retabel und zur Ausstattung der Dominikanerkirche in Rothenburg. In: Würzburger Diözesangeschichtsblätter, Bd. 56 (1994), S. 83–110.
  • Die Stuppacher Maria des Matthias Grünewald. In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 54/55 (2000/2001), S. 141–175.
  • Maria mit dem schreibenden Kind. In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 59/60 (2005/2006), S. 111–150.
  • Gegenwart in der Vergangenheit. Wege in der Bretagne – auf Spurensuche. Hrsg. von Christian Hecht. Matthes u. Seitz, Berlin 2007, ISBN 978-3-88221-881-7.
  • Grünewald. Die Altäre in Frankfurt, Isenheim, Aschaffenburg und ihre Ikonographie. Konrad, Weißenhorn 2009, ISBN 978-3-87437-538-2.

Einzelnachweise

  1. Vetter, Ewald Maria. In: Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon. Bd. 3: 1933–1986. Springer, Heidelberg 2009, S. 634f., ISBN 978-3-540-88834-5 (mit allen biografischen Daten).