Eve Risser
Eve Risser (* 24. Juni 1982 in Colmar[1]) ist eine französische Jazz- und Improvisationsmusikerin (Flöte, (Präpariertes) Klavier, Spielzeuginstrumente, Electronics) und Komponistin.
Leben
Risser, die in Colmar im Elsass aufwuchs, hörte früh die Jazzplatten des Vaters. Sie erhielt klassischen Flöten- und Klavierunterricht und führte Kammermusik auf, bevor sie sich mit improvisierter Musik und Jazz beschäftigte. Sie studierte Querflöte und Klavier in Ostfrankreich, Paris und Baltimore.[2] Im September 2008 holte sie Daniel Yvinec ins Orchestre National de Jazz,[3] mit dem sie am Robert-Wyatt-Projekt Around Robert Wyatt (2009) und dem John-Hollenbeck-Album Shut Up and Dance (2010) mitwirkte. 2011 arbeitete sie mit der Band PAK um Ron Anderson (Secret Curve), trat aber auch mit Pascal Niggenkemper und Émilie Lesbros im Kölner Loft auf und gehörte dann zu dessen Ensemble Vision 7. 2012 legte sie das im Trio mit Benjamin Duboc und Edward Perraud entstandene Album En Corps vor, dem 2017 ein weiteres Album in gleicher Besetzung folgte.[4] Risser arbeitet gegenwärtig auch als Solistin und in den Formationen Donkey Monkey (mit Yuko Oshima), The New Songs (mit Kim Myhr, Sofia Jernberg und David Stackenäs), Fenêtre Ovale (mit Karl Naegelen und Joris Rühl).[3]
Risser trat 2010 im Duo Donkey Monkey beim Moers Festival auf. Sie spielt weiterhin Solokonzerte, schreibt für verschiedene Ensembles und betreibt das Label Umlaut. Ihr Projekt White Desert Orchestra, das sich zuerst beim Banlieues Bleues Festival 2015 in Paris vorstellte und „mit erstaunlichen Tonclustern aufwartet“,[2] beschäftigt sich mit dem Klang der Weite, wie er im Grand Canyon in Arizona erlebbar ist.[5]
Risser lebt in Paris.
Diskographische Hinweise
- Donkey Monkey: Ouature (Umlaut Records, 2007)
- Eve Risser / Joris Rühl: Split (Umlaut Berlin, 2010)
- Fenêtre Ovale: Fenêtre Ovale (Umlaut Records, 2011)
- Donkey Monkey: Hanakana (Umlaut Records, 2011)
- PAK: Secret Curve (Tzadik, 2011)
- Eve Risser / Benjamin Duboc / Edward Perraud: En corps (Dark Tree Records, 2012)
- The New Songs: A Sonic Nest at the Junction of Paths(Umlaut Records, 2012)
- Des pas sur la neige (Clean Feed Records, 2015; solo)
- Eve Risser & White Desert Orchestra Les deux versants se regardent (Clean Feed Records, 2016; mit Sylvaine Hélary, Antonin-Tri Hoang, Benjamin Dousteyssier, Sophie Bernado, Eivind Lønning, Fidel Fourneyron, Julien Desprez, Fanny Lasfargues, Sylvain Darrifourcq)[6]
- Eve Risser & Kaja Draksler; To Pianos (Clean Feed, 2017)
- Marcelo dos Reis/Eve Risser: Timeless (JACC Records, 2017)
- Eve Risser • Benjamin Duboc • Edward Perraud: En Corps: Generation (Dark Tree Records, 2017)
- Eve Risser Red Desert Orchestra: Eurythmia (Clean Feed, 2022)
- The Attic & Eve Risser: La Grande Crue (NoBusiness, 2024)
Weblinks
- Eve Risser ( vom 8. Dezember 2013 im Internet Archive)
- Eve Risser bei AllMusic (englisch)
- Eve Risser bei Discogs
Einzelnachweise
- ↑ Moment festival. In: vimusiker.se. Archiviert vom am 13. April 2015; abgerufen am 27. Oktober 2025 (schwedisch).
- ↑ a b Karl Lippegaus: Die französische Pianistin Eve Risser: Über schmale Grate. In: Deutschlandfunk. 5. September 2019, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ a b Porträt bei ONJ ( vom 18. Juli 2013 im Internet Archive)
- ↑ Eve Risser / Benjamin Duboc / Edward Perraud: En Corps album review. In: All About Jazz. 1. Oktober 2012, abgerufen am 27. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Martin Laurentius: review plus: Eve Risser. In: Jazz thing. 17. November 2016, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Besprechung All About Jazz