Evangelische Kirche Hetzerode
Die Evangelische Kirche Hetzerode ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Sie erhebt sich nördlich der Landesstraße 3227 in der Ortsmitte von Hetzerode, das im Rahmen der hessischen Gebietsreform am 1. Januar 1974 als Stadtteil nach Waldkappel eingegliedert wurde.[1]
Die evangelische Kirchengemeinde Hetzerode bildet mit den benachbarten Gemeinden Burghofen, Friemen, Rechtebach Schemmern-Mäckelsdorf das Kirchspiel Schemmern-Mäckelsdorf. Mit den Kirchspielen Bischhausen und Waldkappel ist es Teil des „Kooperationsraums Region Waldkappel“. Die Gemeinden gehören alle zum Kirchenkreis Werra-Meißner innerhalb der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck im Sprengel Kassel.[2][3]
Geschichte
Das in einem Seitental des Schemmerbachgrundes liegende Dorf wurde 1376 als „Heczenrade“ erstmals urkundlich erwähnt. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) ist der Ort gebrandschatzt und völlig verwüstet worden. Auch die ursprüngliche Kirche, die um 1586 entstand, war zerstört. Sie blieb lange, bis in die Zeit um 1750, als Ruine stehen. Nach verschiedenen statisch bedingten Veränderungen wurde sie in den Jahren um 1821 wiederhergestellt.
Kirchengebäude
Die sich im Zentrum Hetzerodes erhebende Dorfkirche besteht aus einem Baukörper aus massivem Mauerwerk den ein Krüppelwalmdach bedeckt, auf dem über der westlichen Giebelseite ein verschieferter Dachreiter aufsitzt. Im Inneren wird die Flachdecke des Saals von einem durchlaufenden Längsunterzug über Pfeilern abgestützt. Die reich dekorierte Empore wird als besonderes Schmuckstück angesehen. Auf Kanzel und Chorgestühl sind Architekturmotive der Renaissance zu sehen. Die im Chor freigelegten Teile von Wandmalereien konnten bisher noch nicht gedeutet werden.[4]
Denkmalschutz
In Hetzerode ist die Dorfkirche das einzige ausgewiesene Kulturdenkmal. Wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung wurde sie nach § 2 Absatz 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen unter der Nummer 38880 eingetragen.[5]
Literatur
- Peer Zietz in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Werra-Meißner-Kreis I, Altkreis Eschwege. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1991, ISBN 3-528-06240-1, S. 501.
- Christian Hilmes: Pfarrer in Schemmern. 1. Auflage. Books on Demand, 2019, ISBN 978-3-7481-4154-9.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hetzerode, Werra-Meißner-Kreis. In: Historisches Ortslexikon. Website des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen (LAGIS); abgerufen am 21. November 2025.
- ↑ Kirchspiel Schemmern-Mäckelsdorf auf der Website des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meissner; abgerufen am 29. Oktober 2025.
- ↑ Website des Kooperationsraums Waldkappel; abgerufen am 29. Oktober 2025.
- ↑ Hetzerode. In: Peer Zietz in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Werra-Meißner-Kreis 1, Altkreis Eschwege. S. 501.
- ↑ Ev. Kirche Hetzerode, Schlosserweg 6 In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 29. Oktober 2025.
Koordinaten: 51° 8′ 3,1″ N, 9° 48′ 32,6″ O