Evangelische Kirche Frankershausen

Die Evangelische Kirche Frankershausen ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Frankershausen, einem Ortsteil der Gemeinde Berkatal im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Die auf erhöhter Stelle im alten Ortskern stehende frühere Wehrkirche prägt weithin sichtbar die Silhouette von Frankershausen.

Die evangelische Kirchengemeinde Frankershausen bildet mit den benachbarten Gemeinden Hitzerode, Frankenhain, Wolfterode und Wellingerode das Kirchspiel Berkatal-Meißner 2. Gemeinsam mit den vier Kirchengemeinden Abterode, Alberode, Germerode und Vockerode des Kirchspiels Berkatal-Meißner 1 gehören sie zu einem sogenannten Großkirchspiel innerhalb des Kirchenkreises Werra-Meißner im Sprengel Kassel der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.[1]

Beschreibung

An einen romanischen, in der Gotik veränderten Chorturm aus Bruchsteinen wurde nach Westen 1827/28 eine klassizistische Querkirche nach einem Entwurf von Johann Friedrich Matthei aus Quadermauerwerk angebaut. Der Kirchturm erhielt einen achteckigen, verschieferten Aufsatz, der mit einer glockenförmigen Haube bedeckt ist, auf der eine Laterne mit dem Zifferblatt der Turmuhr sitzt. Das Portal befindet sich in einem mit einem Tympanon bedeckten Risalit auf der Längsseite gegenüber dem Turm. Die Verdachung wird flankiert von jeweils zwei dorischen Säulen.

Im heute abgetrennten Chor ist das gotische Kreuzrippengewölbe erhalten. Das Kirchenschiff ist mit einem Walmdach bedeckt und hat im Innenraum umlaufende Emporen. Die Kanzel steht hinter dem Altar. Die Orgel wurde 1829/30 von Eobanus Friedrich Krebaum gebaut. Sie hat heute 17 Register, zwei Manuale und ein Pedal.

Denkmalschutz

Wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung ist die Kirche nach § 2 Absatz 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes ein Kulturdenkmal und wurde in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen unter der Nummer 37893 eingetragen.[2] Die Kirche mit dem angeschlossenen Friedhof und dem Rest des ehemaligen Dorfangers sind Teile der Gesamtanlage Frankershausen, zu der mehrere Hofanlagen gehören, die zu Ende des 18. Jahrhunderts entstanden sind. Die Gesamtanlage, die sich darüber hinaus noch entlang der südlichen Seite des Oberdorfes erstreckt, wird aus geschichtlichen Gründen als schützenswert angesehen und besitzt im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen die Nummer 37841.[3]

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, Berlin und München 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 244.
  • Peer Zietz in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Werra-Meißner-Kreis 1, Altkreis Eschwege. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1991, ISBN 3-528-06240-1, S. 58 f.
  • Lorenz Schöggl: Imposant und idyllisch zugleich. Gotteshaus in Frankershausen seit 1827. In: Die Kirche im Dorf lassen. Werra-Rundschau vom 23. März 2020.
Commons: Evangelische Kirche Frankershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kirchspiel Berkatal-Meißner 2 auf der Website des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meissner; abgerufen am 14. Januar 2026.
  2. Ev. Kirche Frankershausen, Kirchrain 5. In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 13. Januar 2026.
  3. https://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/37841 Gesamtanlage Frankershausen. In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 13. Januar 2026.

Koordinaten: 51° 14′ 15,49″ N, 9° 55′ 20,11″ O