Evangelische Kirche Deizisau

Die Evangelische Kirche ist die Pfarrkirche von Deizisau, einer Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Beschreibung

Die 1490 erbaute verputzte Saalkirche mit Ecksteinen besteht aus einem Langhaus, einem eingezogenen, dreiseitig geschlossenen, von Strebepfeilern gestützten Chor im Osten und einem quer mit einem Satteldach bedeckten Kirchturm im Westen, dessen oberstes Geschoss den Glockenstuhl mit fünf Kirchenglocken enthält.

Ausstattung

(Quelle: [1])

Vom Flügelaltar aus der 1815 abgebrochenen Spitalkirche im Katharinenhospital Esslingen sind nur noch die im Chorraum präsentierten Flügel erhalten und stellen ein künstlerisch bedeutsames Kleinod dar.

Im Innenraum des Langhauses wurden 1591 Emporen eingebaut, auf deren Brüstungen seit 1737 die Apostel und die Evangelisten abgebildet sind.

Auf der Nordwand gibt es ein schön gestaltetes wappenartiges Bild, ursprünglich von Pfarrer Mauchard gestiftet, der von 1635 bis 1651 in Deizisau tätig war (mutmaßlich nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges als Dank für das Ende allen Leids und aller Not), und als Renovierungsinschrift im Jahre 1737 ergänzt. Damals entstanden laut der Chronik von 1737 auch die Gemälde auf der Brüstungsempore.

Glasgemälde hat Hans Gottfried von Stockhausen für die Deizisauer Kirche mehrere geschaffen, jeweils durch die Stuttgarter Werkstatt Saile: 1961 das südliche Chorseitenfenster (Himmelfahrt, Pfingsten) und 1982 die drei Chorfenster - Fenster links: Altes Testament (Linke Reihe: Die Auffindung des Mose im Schilfmeer, Der brennende Dornbusch, Jona und der Walfisch; Rechte Reihe: Isaaks Opferung, David spielt Harfe, Jakobs Kampf am Jabbok) - Fenster Mitte: Altes und Neues Testament in Beziehung (Linke Reihe: Sündenfall, Bundeslade mit den 10 Geboten, der siebenarmige Leuchter, Noah und die Taube; Rechte Reihe: Die Geburt Jesu, Der 12jährige Jesus im Tempel, Die Taufe Jesu) - Fenster rechts: Neues Testament (linke Reihe: Pieta - Mutter Maria mit ihrem Sohn, Ecce homo - „sehet welch ein Mensch“, Gethsemane; rechte Reihe: Missionsreise des Paulus, Der ungläubige Thomas, Auferstehung Jesu - die Frauen am Grab).

Die neue Weigle-Orgel von 1982 fand wegen der beengten Platzverhältnisse auch wieder im Chorhaupt ihren Platz.

Literatur

  • Alfred Huttenlocher [Red.], Alfred Assmann [Ill.]: Evangelische Kirche Deizisau - Renovierung in den Jahren 1981 und 1982; Einweihung am 28. November 1982, dem 1. Advent; Esslingen, 1982
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 132.
  • Heiner Grötzinger [Red.]: 500 Jahre Evangelische Kirche Deizisau. 1495–1995 rund um den Kirchturm; Deizisau, 1995
  • Siegfried Künstle: Die Evangelische Kirche Deizisau. Ein Begleiter durch die Bau- und Kunstgeschichte und ihr geschichtliches Umfeld; Hrsg. von der Evangelischen Kirchengemeinde Deizisau, 2023
Commons: Evangelische Kirche Deizisau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Chronik-Zitat sowie Angaben und Bilder zur Kirchenausstattung siehe kirchen-online.com [1]

Koordinaten: 48° 42′ 39,3″ N, 9° 22′ 59,4″ O