Evangelische Kirche (Wiesbaden-Delkenheim)

Die Evangelische Kirche Wiesbaden-Delkenheim ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude, das in Wiesbaden-Delkenheim steht, einem Ortsbezirk der Landeshauptstadt Wiesbaden (Hessen). Die Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Wiesbaden in der Propstei Rhein-Main in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Beschreibung

Es handelt sich um eine neugotische, dreischiffige Hallenkirche aus Backsteinen. Die mit Strebepfeilern gestützten Seitenschiffe sind mit Zwerchhäusern bedeckt. Der Kirchturm im Westen trägt einen achtseitigen, schiefergedeckten, spitzen Helm, der sich zwischen vier Wichhäuschen erhebt. Das Mittelschiff ist mit einem Rippengewölbe, die Seitenschiffe mit ihren steinernen Emporen sind quer mit Tonnengewölben überspannt. Im Osten erhebt sich aus dem Satteldach des Mittelschiffs ein zierlicher Dachreiter. Die Glasmalereien stammen aus der Glasmalereianstalt Ferdinand Müller. Vom Vorgängerbau wurden einige Skulpturen übernommen. Im Vestibül des Kirchturms steht ein Sakramentshaus mit einem Relief, das Jesus Christus zeigt.

Die Kirche befindet sich im alten Ortskern von Delkenheim, welcher auf einer Anhöhe gelegen ist. In nächster Umgehung befinden sich das Gemeindehaus und das Pfarrhaus. Die Kirche ist durch ihren markanten, hohen Kirchturm das Delkenheimer Wahrzeichen und von weitem erkennbar.

Die Orgel mit 21 Registern, 2 Manualen und Pedal wurde 1894 von Friedrich Weigle gebaut.[1]

Geschichte

Am Platz der Kirche befand sich bis 1893 eine alte gotische Kirche, welche allerdings zunehmend baufällig war und die wachsende Gemeinde nicht mehr aufnehmen konnte. Am 26. August 1883 wurde daher der Grundstein für die neue Kirche gelegt, nach einem Entwurf von Ludwig Hofmann. Nach einer einjährigen Bauzeit wurde die Kirche schließlich am 12. September 1884 eingeweiht. Im Laufe der Zeit kam es zu verschiedenen Renovierungsarbeiten. 1952 kam es zu einer aufwendigen Renovierung von Kirche und Gemeindehaus[2]. Im Jahre 1955 stiftete Anna Gärtner zum Gedenken an ihren im Krieg gefallen Sohn Karl Gärtner eine neue Bronzeglocke[3]. Die alte Glocke wurde während des Weltkrieges eingeschmolzen. Im Jahr 1967 wurde das Gemeindehaus durch einen Neubau erweitert. Ein Jahr später kam es zu einer Außenrenovierung der Kirche. Die letzte große Renovierung fand 2013 statt, in welcher der Innenraum der Kirche, das Gemeindehaus und der die Gebäude verbindende Platz erneuert wurden.[4]

Trivia

Der inoffizielle Name der evangelischen Kirche Wiesbaden-Delkenheim ist „Ländchesdom“. Dies liegt daran, da die Kirche als die größte und schönste evangelische Kirche im Ländchen, einer historischen Region östlich von Wiesbaden, gilt.[5]

Literatur

Commons: Evangelische Kirche Delkenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Information zur Orgel. In: orgbase.nl. Orgel-Datenbank, abgerufen am 22. September 2025 (deutsch, englisch, niederländisch, französisch).
  2. Kirchengeschichte. In: Evangelische Kirche in Delkenheim. Abgerufen am 22. September 2025.
  3. Heimatverein Delkenheim e.V. - Delkenheimer Geschichte. Abgerufen am 22. September 2025.
  4. Renovierung des Ländchesdoms. In: Evangelische Kirche in Delkenheim. Abgerufen am 22. September 2025.
  5. Heimatverein Delkenheim e.V. - Vereinsgeschichte: Der "Ländchesdom". Abgerufen am 22. September 2025.

Koordinaten: 50° 2′ 48,3″ N, 8° 21′ 40,8″ O