Evangelisch-lutherische Kirche (Katyčiai)
Die evangelisch-lutherische Kirche in der litauischen Stadt Katyčiai (deutsch: Coadjuthen) wurde 1734 erbaut.
Die Kirchengemeinde wurde 1568 gegründet. Ein einfaches Bethaus bestand 1574, als Tilemann Hesshus dieses besuchte. Diese Kirche stand jedoch an anderer Stelle. Diese Fachwerkkirche wurde 1656 und 1677 von einfallenden litauisch-polnischen Truppen zerstört. 1733 wurde das alte Bethaus abgerissen und mit dem Bau eines neuen begonnen, nun in Coadjuthen selbst. Der heutige Bau, aus Feldstein und Ziegel, wurde 1734 eingeweiht.
1808 besuchte Königin Luise die Kirche nicht wie offiziell vereinbart, sondern unerwartet während des Gottesdienstes. Vom Beginn der Gemeindetätigkeit bis 1681 wurden jeden Sonntag abwechselnd litauische und deutsche Gottesdienste abgehalten.
1944 wurde die Orgel zerstört und alle Kirchendokumente verstreut. 1955 wurde der Bau zu einem Kinosaal, der Turm wurde abgerissen und die Glocken zerstört. Die Gemeinde erhielt die Kirche zwar zurück, konnte aber zur Zeit der Sowjetunion nicht das Geld für eine Restaurierung aufbringen. Erst 1991–1994 wurde die Kirche auch mit Spenden ehemaliger deutscher Bewohner des Ortes restauriert.
Als Teil des Memellandes gehörte Coadjuthen zu Ostpreußen und die Kirchengemeinde somit im 19. und 20. Jahrhundert zur Kirchenprovinz Ostpreußen bzw. Preußen der evangelischen Landeskirche in Preußen. Seit ihrer Wiederherstellung dient sie einer Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Litauen als Gottesdienststätte.
Literatur
- Günter Uschtrin: Wo liegt Coadjuthen?: Die Geschichte eines ostpreußischen Kirchspiels im ehemaligen Memelland. BWV Berliner Wissenschafts-Verlag, S. 394–395.
Weblinks
- Katyčių parapija.
- Katyciai – Coadjuthen/Koadjuthen in ostpreussen.net
Koordinaten: 55° 17′ 14,3″ N, 21° 49′ 38,8″ O