Eva Victor
Eva Victor (* 11. Februar 1994 in Paris) ist eine französisch-US-amerikanische Schauspielerin, Komikerin, Autorin und Filmregisseurin.[1] Sie wurde mit kurzen Online-Comedy-Videos bekannt und trat als wiederkehrende Figur in der Showtime-Serie Billions auf.[2] Ihr Langfilmdebüt Sorry, Baby, bei dem Victor Regie führte, das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle spielte, feierte beim Sundance Film Festival 2025 Premiere und erhielt dort den Waldo Salt Screenwriting Award (U.S. Dramatic).
Sorry, Baby wurde außerdem in die Quinzaine des cinéastes (Directors’ Fortnight) in Cannes 2025 eingeladen, feierte 2025 beim Sundance Film Festival seine Premiere und gewann dort den Waldo Salt Screenwriting Award.[3][4][5][6]
Leben
Victor wurde in Paris geboren und wuchs in San Francisco auf, wo sie die Internationale Schule besuchte; anschließend studierte sie Schauspiel und Stückeschreiben an der Northwestern University.[7] Nach dem Abschluss zog sie nach New York, arbeitete bei der feministischen Satireplattform Reductress und baute mit viralen Kurzvideos eine Öffentlichkeit auf.[2] Während der COVID-19-Pandemie zog sie vorübergehend nach Maine, schrieb dort das Drehbuch zu Sorry, Baby und entschied sich zur Übernahme der Regie.[2] Victor ist nichtbinär und verwendet im Englischen daher die Pronomina „they/she“; nach eigenen Angaben ist die Arbeit am Film eine Form der Verarbeitung eigener Gewalterfahrungen.[1]
Wirken
Regie und Drehbuch
Mit dem Langfilmdebüt Sorry, Baby (2025) trat die Victor als Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin hervor. Der Film feierte beim Sundance Film Festival 2025 Premiere und wurde dort mit dem Waldo Salt Screenwriting Award (U.S. Dramatic) ausgezeichnet.[8] Im selben Jahr wurde Sorry, Baby zur Quinzaine des cinéastes (Directors’ Fortnight) den Internationalen Filmfestspielen von Cannes eingeladen und war dort für die Caméra d’Or (Debütfilm-Preis) qualifiziert.[9]
In Interviews betonte Victor, bei der Inszenierung bewusst nicht die Gewalttat selbst zu zeigen, sondern den Blick auf das „Danach“ und die Prozesse des Weiterlebens zu richten; dabei wird eine dramatische Erzählung mit präzise gesetzten komischen Momenten kombiniert.[10] Zur Vorbereitung auf die Regiearbeit hospitierte Victor bei Jane Schoenbrun während der Dreharbeiten zu I Saw the TV Glow.[11] Kritiken hoben die kontrollierte Mischung aus Witz und Schmerz sowie Victors präzise Regie hervor; Vanity Fair sprach vom „vielversprechendsten Debüt“ des Jahres in Park City und die taz nannte den Film „eine der schönsten Komödien des Jahres“.[12][3]
Schauspiel und Comedy
Vor dem Langfilmdebüt war Victor insbesondere durch kurze Comedy-Videos und als Schauspieler*in bekannt. In der US-Serie Billions spielte Victor die Rolle der „Rian“, bevor sich der Fokus stärker auf die Entwicklung von Sorry, Baby verlagerte.[2][13]
Weblinks
- Eva Victor bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ a b Eva Victor, director of Sorry, Baby: Cinema as a path to healing. In: Le Monde. 27. Juli 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c d ‘It’s like a stone gets shoved into the river of your life’: Eva Victor on sexual assault drama Sorry, Baby. In: The Guardian. 18. August 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Eva Victor’s Sorry, Baby Is the Most Promising Debut at Sundance This Year. In: Vanity Fair. 28. Januar 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ 2025 Sundance Film Festival Award Winners Announced. In: Sundance Institute. Abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Sorry, Baby. In: quinzaine-cineastes.fr. Cannes Film Festival, abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Sorry, Baby: How Eva Victor Made a Personal First Movie About Sexual Assault ‘Feel Like a Hug’ (Exclusive). In: People. 28. Juni 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ ‘I wasn’t going to show the violence’: S.F.-raised Eva Victor on ‘Sorry, Baby’. In: San Francisco Chronicle. 3. Juli 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ 2025 Sundance Film Festival Award Winners Announced. In: Sundance Institute. Abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Sorry, Baby. In: Quinzaine des cinéastes. Abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ ‘It’s like a stone gets shoved into the river of your life’: Eva Victor on sexual assault drama Sorry, Baby. In: The Guardian. 18. August 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Give Me the Backstory: Get to Know Eva Victor, the Writer-Director Behind “Sorry, Baby”. In: Sundance Institute. 1. Juli 2025, abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ #MeToo-Komödie „Sorry, Baby“ – Und dann hat sie eine Katze. In: taz. 16. Dezember 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025.
- ↑ How Eva Victor Reimagined the Trauma Plot. In: The New Yorker. Abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).