Eutrochium dubium

Eutrochium dubium

Eutrochium dubium

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Eupatorieae
Gattung: Wasserdost (Eutrochium)
Art: Eutrochium dubium
Wissenschaftlicher Name
Eutrochium dubium
(Willd. ex Poir.) E.E.Lamont

Eutrochium dubium (Syn.: Eupatorium dubium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wasserdost (Eutrochium) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie kommt an der Ostküste Nordamerikas vor und wird selten als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Eutrochium dubium ist eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 120 (selten bis zu 170) Zentimetern erreicht. Ihre straff aufrechten, massiven Stängel sind meist violett gefleckt, manchmal auch einheitlich violett gefärbt. Sie sind im unteren Bereich kahl und im oberen Bereich drüsig-flaumig behaart.[1][2]

An den Knoten sind meist 3 oder 4 Laubblätter quirlig angeordnet. Die kurzen Blattstiele sind kahl. Die Laubblätter sind relativ dick und oft runzelig. Die 5 bis 16 Zentimeter lange und 2 bis 8 Zentimeter breite, länglich ovale bis eiförmige Blattspreite ist meist mehr oder weniger dreinervig, selten fiedernervig. Ihre Basis ist meist abrupt verschmälert. Der Blattrand ist grob gezähnt und spitz zulaufend. Die Blattunterseite ist dicht drüsig punktiert und nur spärlich behaart. Die Oberseite ist rau und verkahlend.[1][2]

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September.[3] Der meist mehr oder weniger gewölbte bis pyramidale, manchmal auch flache Gesamtblütenstand setzt sich aus rispigen Teilblütenständen zusammen. Die bis zu 9 Millimeter langen und bis zu 5 Millimeter breiten, kahlen oder spärlich behaarten Hüllblätter sind meist violett. Die Blütenkörbchen enthalten 5 bis 10 Röhrenblüten mit meist dunkelvioletten, selten blassrosa oder weißen, bis zu 7 Millimeter langen Kronblättern. Jede Röhrenblüte besitzt einen deutlich geteilten, weißen Griffel. Die fünfrippigen, 3 bis 4,5 Millimeter langen Achänen besitzen graubraune Pappusborsten und werden vom Wind verbreitet.[1][2]

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl ist x = 10; es liegt Diploidie vor mit der Chromosomenzahl 2n = 20.[1]

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Eutrochium dubium erstreckt sich an der nordamerikanischen Ostküste von der kanadischen Provinz Nova Scotia bis zum US-amerikanischen Bundesstaat South Carolina.[4] Die Art kommt dort ausschließlich in der Küstenebene und im Landesinneren entlang der großen Flusssysteme vor. Sie besiedelt Sümpfe und andere Feuchtgebiete auf sandigen oder kiesigen, sauren Böden, in voller Sonne oder im Halbschatten in Höhenlagen von 0 bis 50 Metern (und höher).[1]

Systematik

Die Erstveröffentlichung des von Carl Ludwig Willdenow vergebenen Namens Eupatorium dubium Willd. samt Beschreibung erfolgte im Jahr 1812 durch Jean Louis Marie Poiret in der Encyclopédie méthodique. Botanique, Ergänzungsband 2, S. 606.[4] Das Artepitheton dubium bedeutet „zweifelhaft“, „bedenklich“ oder „zwielichtig“. In der Erstveröffentlichung heißt es, dass diese Pflanze laut Willdenow nicht mit dem Gefleckten Wasserdost (Eutrochium maculatum) verwechselt werden dürfe,[5] was der Grund für die Namensgebung sein könnte. Eine eindeutige Bestimmung war offenbar schwierig, wie falsch zugeordnete Herbarexemplare belegen. Das auffälligste Merkmal, das Eutrochium dubium von Eutrochium maculatum unterscheidet, ist die dreinervige Blattaderung: Das dem Blattgrund nächste Aderpaar ist insbesondere auf der Blattunterseite ausgeprägter und länger als die anderen Adern.[1]

Im Jahr 2004 wurde die Art durch Eric E. Lamont unter dem Namen Eutrochium dubium (Willd. ex Poir.) E.E.Lamont neu in die biologische Systematik eingeordnet.[6] Synonyme hierfür sind Eupatorium dubium Willd. ex Poir., Eupatoriadelphus dubius (Willd. ex Poir.) R.M.King & H.Rob. und Eupatorium purpureum f. dubium (Willd. ex Poir.) Voss.[4]

Verwendung

Eutrochium dubium wird selten als Zierpflanze verwendet. Sie eignet sich gut für Ufersäume von Gartenteichen, Gräben und Versickerungsflächen sowie für feuchte Staudenrabatten und Bauerngärten, in denen sie in Kombination mit anderen Hochstauden gepflanzt werden kann. Bevorzugt werden dauerhaft frische bis feuchte, nährstoff- und humusreiche Standorte in voller Sonne bis Halbschatten. Schattige Standorte werden hingegen schlecht vertragen. Eutrochium dubium ist weitgehend resistent gegen Mehltau und äußerst winterhart bis −40 °C (Zone 3).[3]

Im Handel wird Eutrochium dubium meist noch unter dem alten Namen Eupatorium dubium angeboten. Neben der Wildart sind vor allem die folgenden reich blühenden, vegetativ vermehrten (geklonten) Sorten erhältlich:[7]

  • ‘Baby Joe’: Diese kompakte und standfeste Sorte wird nur 70 bis 100 Zentimeter hoch und hat blass purpurne Blüten. Sie wurde im Jahr 2009 in den USA patentiert und ist laut Patentbeschreibung zufällig aus Sorten des Purpur-Wasserdostes hervorgegangen. Entdeckt wurde sie im September 2003 in Rijpwetering in den Niederlanden. Das Patent läuft im Juni 2028 aus. Die Elternsorten (und damit auch ‘Baby Joe’) werden inzwischen Eutrochium dubium zugeordnet.[8][9]
  • ‘Little Joe’: Diese kompakte und standfeste Sorte bleibt niedriger als ‘Baby Joe’ und hat helle, lavendelfarbene Blüten. Ihre genaue Abstammung ist unbekannt. Sie wurde unter Eutrochium-dubium-Sämlingen in einer Baumschule in Pennsylvania entdeckt und 2005 in den USA patentiert. Laut Patentbeschreibung soll die Sorte besonders trockenheitstolerant sein. Das Patent lief im Jahr 2024 aus.[10][11]

Siehe auch

Literatur

  • Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Band 1: A bis H. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, Kapitel Eupatorium L., Asteraceae, Wasserdost (Europa), Joe-Pye-Weed (USA), S. 345–346.
Commons: Eutrochium dubium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Eric E. Lamont: Asteraceae Eutrochium. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 21: Magnoliophyta: Asteridae, part 8: Asteraceae, part 3 (Heliantheae, Eupatorieae). Oxford University Press, New York u. a. 2006, ISBN 0-19-530564-7, Eutrochium dubium, S. 475 (textgleiche Online-Version).
  2. a b c Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. 1: A bis H. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 345–346, Kapitel Eupatorium L., Asteraceae, Wasserdost (Europa), Joe-Pye-Weed (USA) und E. dubium auf S. 345f. Willd. ex Poir..
  3. a b Eutrochium dubium bei Missouri Botanical Garden.
  4. a b c Datenblatt Eutrochium dubium (Willd. ex Poir.) E.E.Lamont bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  5. Jean Louis Marie Poiret: 84. EUPATOIRE douteux. Eupatorium dubium. Willd. In: Jean-Baptiste de Lamarck, Jean Louis Marie Poiret (Hrsg.): Encyclopédie méthodique. Botanique. Supplement II. H. Agasse, Paris 1812, S. 606 (Digitalisat).
  6. Eric E. Lamont: New combinations in Eutrochium (Asteraceae: Eupatorieae), an earlier name than Eupatoriadelphus. In: Botanical Research Institute of Texas (Hrsg.): SIDA, Contributions to Botany. 2004, S. 901–902 (Digitalisat).
  7. Richard Hawke: A Comparative Study of Joe-Pye Weeds (Eutrochium spp.) and their Relatives. In: Chicago Botanic Garden (Hrsg.): Plant Evaluation Notes. Nr. 37, 2014, S. 1–9 (PDF).
  8. Eutrochium dubium Baby Joe bei Missouri Botanical Garden.
  9. Hubertus Gerardus Oudshoorn: Eupatorium Plant named ‘Baby Joe’. In: United States Patent and Trademark Office (Hrsg.): United States Plant Patent. US PP20320 P2, 15. September 2009 (Online bei Google Patents).
  10. Eutrochium dubium Little Joe bei Missouri Botanical Garden.
  11. Angela Jo Palmer: Eupatorium Plant named ‘Little Joe’. In: United States Patent and Trademark Office (Hrsg.): United States Plant Patent. US PP16122 P3, 15. November 2005 (Online bei Google Patents).