Europäische Audiovisuelle Informationsstelle
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle (englisch European Audiovisual Observatory, französisch Observatoire Europeen de l'Audiovisuel, OBS) beschäftigt sich mit der Erfassung und Verbreitung von Informationen über die europäischen audiovisuellen Industrien (Kino, Fernsehen, audiovisuelle Mediendienste wie, z.B., Streaming und Video-Sharing-Plattform-Dienste). Sie ist eine im Dezember 1992 gegründete europäische Einrichtung des öffentlichen Rechts und ist Teil des Europarats. An ihr sind 41 Mitgliedstaaten sowie die Europäische Union vertreten durch die Europäische Kommission beteiligt.
Statut, Budget und Aufgabe
Im Statut[1] ist als Zweck die Förderung des Informationsflusses innerhalb der audiovisuellen Industrien sowie des Überblicks über den Markt sowie dessen Transparenz festgelegt. Dabei soll die Informationsstelle besonderen Wert darauf legen, Verlässlichkeit, Kompatibilität und Vergleichbarkeit der Informationen zu gewährleisten. Die Informationsstelle sammelt, verarbeitet und verbreitet Informationen über den audiovisuellen Sektor in ihren Mitgliedsstaaten[2] und über die Aktivitäten internationaler Organisationen. Von Zeit zu Zeit beobachtet sie auch Entwcklungen in anderen Teilen der Welt.
Das Budget der Informationsstelle wird hauptsächlich durch direkte Beiträge ihrer Mitgliedsstaaten und der Europäischen Union, vertreten durch die Europäische Kommission, finanziert. Ein Teil ihres Budgets wird durch den Verkauf ihrer Produkte und Dienste finanziert.
Diese Ziele sollen durch Sammlung, Bearbeitung und Erstellung von Informationen und Statistiken über den audiovisuellen Wirtschaftssektor in ihren 41 Mitgliedstaaten (insbesondere Rechts-, Wirtschafts- und programmbezogene Informationen) erreicht werden.
Informationen
Die von der Informationsstelle bereitgestellten Informationen sind in Form von Publikationen, statistischen Daten, Finanzmarktanalysen[3] und eingehenden Studien zu rechtlichen Entwicklungen[4] verfügbar. Sie werden in Form verschiedener Berichte und Dienste bereitgestellt. Dazu kommen Online-Informationen, Datenbanken[5] und Präsentationen auf Konferezen oder Workshops.
Datenbanken
Es wurden verschiedene Datenbanken entwickelt, welche den Nutzergruppen einen einfachen Zugang zu Informationen ermöglichen. Zum Zeitpunkt September 2025 ist der Zugriff auf folgende Datenbanken möglich:
Wirtschaftliche Datenbanken:
- MAVISE – Datenbank über Fernsehunternehmen und Sender in der Europäischen Union[6]
- LUMIERE – Datenbank über Filmbesucherzahlen in Europa[7]
- LUMIERE VOD – Datenbank zum Angebot von VOD Plattformen in Europa[8]
Rechtliche Datenbanken
- IRIS Merlin – Datenbank für juristische Informationen von Relevanz für den audiovisuellen Sektor in Europa[9]
- AVMS Datenbank – Datenbank über die Umsetzung der AVMSD-Richtlinie in die nationale Gesetzgebung[10]
- VERBO Datenbank – Datenbank über die Freiheit der Meinungsäußerung, Medien und Journalisten[11]
- OPUS Datenbank – Datenbank über die Förderung europäischer Filme und Serien.[12]
Zielgruppen
Zur Zielgruppe der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle gehören Fachleute im audiovisuellen Sektor: Produzenten, Verleiher, Kinobetreiber, Rundfunkveranstalter und Anbieter anderer Mediendienste, Mitarbeiter internationaler Organisationen im audiovisuellen Bereich, Entscheidungsträger innerhalb der verschiedenen Medienbehörden, nationale und europäische Gesetzgeber, Journalisten, Wissenschaftler, Juristen, Investoren und Berater sowie die akademische Welt.
Struktur
Der Geschäftsführende Direktor der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle leitet ein multikulturelles Team[13] aus mehreren Ländern Europas. Organisatorisch ist die Informationsstelle in zwei Abteilungen unterteilt, zum einen die Abteilung für Informationen über Märkte und Finanzierungen, zum anderen die Abteilung für juristische Informationen.
Die Organe der Informationsstelle sind: der Exekutivrat[14] und der Beratende Ausschuss[15], daneben gibt es einen Finanzausschuss, der sich aus den Vertretern im Ministerkomitee der Mitgliedstaaten des Europarates, die gleichzeitig Mitglieder der Informationsstelle sind, sowie aus den Vertretern der anderen Mitglieder der Informationsstelle zusammensetzt.
Sitz
Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle hat ihren Sitz in Straßburg. Sie ist seit 1992 in der 1897–1900 von den Architekten Julius Berninger und Gustave Krafft errichteten hochherrschaftlichen ehemaligen Villa Schützenberger untergebracht, einem seit 1975 denkmalgeschützten Jugendstilgebäude mit Garten.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Statut der OBS ( vom 8. Mai 2001 im Internet Archive)
- ↑ Mitglieder in unserem Exekutivrat. In: obs.coe.int/. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ https://www.obs.coe.int/de/web/observatoire/industry
- ↑ https://www.obs.coe.int/de/web/observatoire/legal
- ↑ https://www.obs.coe.int/de/web/observatoire/eservices
- ↑ https://mavise.obs.coe.int/ | Link zu MAVISE Datenbank.
- ↑ https://lumiere.obs.coe.int/search | Link zu LUMIERE Datenbank.
- ↑ https://lumierevod.obs.coe.int/ | Link zu LUMIERE VOD Datenbank.
- ↑ https://merlin.obs.coe.int// | Link zu IRIS MERLIN Datenbank.
- ↑ https://avmsd.obs.coe.int/ | Link zu AVMS Datenbank.
- ↑ https://verbo.obs.coe.int/ | Link zu VERBO Datenbank.
- ↑ https://opus.obs.coe.int/ | Link zu OPUS Datenbank.
- ↑ https://www.obs.coe.int/de/web/observatoire/team
- ↑ https://www.obs.coe.int/de/web/observatoire/members-/-executive-council
- ↑ https://www.obs.coe.int/de/web/observatoire/advisory-committee