Eulalia Bernard
Maunrice Eulalee „Eulalia“ Bernard Little (* 7. Juli 1935 in Puerto Limón; † Juli 2021) war eine costaricanische Dichterin, Pädagogin, Aktivistin und Diplomatin, die in ihrem Heimatland als Ikone der afrocostaricanischen Kultur gilt.[1] Sie schrieb auf Spanisch, Englisch und im limonesischen Kreol (Mekatelyu) und trug maßgeblich zur Sichtbarkeit afrocostaricanischer Themen in Literatur und Öffentlichkeit bei.[1] Sie erlangte mit dem Gedichtband Ritmohéroe Bekanntheit.[2]
Leben
Bernard wurde in Puerto Limón als Tochter jamaikanischer Einwanderer geboren und wuchs in einem zweisprachigen Umfeld auf.[1] Seit 1956 arbeitete sie als Lehrerin; an der Universidad de Costa Rica schloss sie später ein Studium der Englischdidaktik ab und setzte postgraduale Studien in Linguistik und Bildungsfernsehen in Wales und England fort, wobei sie als erste afrostämmige Frau an der Escuela de Lenguas Modernas der Universidad de Costa Rica graduierte.[3][4] Im Jahr 1974 war sie Kulturattachée (Agregada Cultural) Costa Ricas in Jamaika und leitete zugleich beim Bildungsministerium den Plan Educativo de Limón zur zweisprachig-bikulturellen Bildung, der jedoch bald eingestellt wurde.[4][3] 1981 gründete sie an der Universidad de Costa Rica die Cátedra de Estudios de la Cultura Afroamericana (Lehrstuhl/Arbeitsbereich für afroamerikanische Kulturstudien).[5] Von 1982 bis 1993 unterrichtete sie den Kurs „Introduction to the African-American Culture: Africa in the Americas“.[3] 1986 kandidierte Bernard für das linke Partido Pueblo Unido für ein Abgeordnetenmandat.[4] Sie starb im Juli 2021 im Alter von 86 Jahren.[1]
Wirken
Bernards Lyrik erschien auf Spanisch, Englisch und Mekatelyu; thematisch verknüpft sie Puerto Limón als Erinnerungsraum der afrikanischen Diaspora mit Fragen von Identität, Zugehörigkeit und sozialer Gerechtigkeit.[1][2] Als wichtige Vertreterin der afrocostaricanischen Literatur forderte sie die Anerkennung schwarzer Identität und setzte sich für die Bewahrung des Kreolischen ebenso ein wie für die Verankerung afroamerikanischer Inhalte in Schule und Hochschule.[5][3]
Zu ihren wichtigsten Werken zählen das auf Schallplatte erschienene Negritud (1976), Ritmohéroe (1982), die zweisprachige Sammlung My Black King (1991), Ciénaga (2001) und Tatuaje (2011).[4][3] Für ihren langjähriges Einsatz wurden ihr 1991 der Distinguished World Citizen Award der University for Peace und 1996 der Griot Award des Pan-African Cultural Committee verliehen.[3] Im April 2024 wurde im Parlament ein – allerdings abgelehnter – Antrag eingebracht, Bernard postum als Benemérita de la Patria auszuzeichnen (Expediente 24.243).[6][4]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Fallece Eulalia Bernard, escritora referente de la cultura afro costarricense. In: ameliarueda.com. 12. Juli 2021, abgerufen am 28. September 2025 (spanisch).
- ↑ a b Del silencio al canto: las huellas de la esclavitud en la poesía femenina afrocostarricense. In: journals.openedition.org. 20. Mai 2020, abgerufen am 28. September 2025 (es/fr).
- ↑ a b c d e f Community Icon Preaches Poetics of Identity. In: ticotimes.net. 25. August 2006, abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e Declaración como Benemérita de la Patria a Maunrice Eulalee Bernard Little (Expediente 24.243). In: Asamblea Legislativa de Costa Rica (SIL). Abgerufen am 28. September 2025 (spanisch).
- ↑ a b UCR conmemora a Eulalia Bernard, ícono afrocostarricense. In: ucr.ac.cr. 16. November 2018, abgerufen am 28. September 2025 (spanisch).
- ↑ Asamblea: Expediente 24243 – Declaración como Benemérita de la Patria a Maunrice Eulalee Bernard Little. In: delfino.cr. 3. April 2024, abgerufen am 28. September 2025 (spanisch).