Eugene E. Haller

Eugene Ernest Haller (* 5. Januar 1943 in Basel; † 22. Juni 2018 in Berkeley) war ein schweizerisch-US-amerikanischer Physiker und Materialwissenschaftler.

Leben

Haller studierte Physik an der Universität Basel und schloss das Studium 1967 mit einer Arbeit in Nuklearphysik ab. 1970 wurde er mit einer Arbeit in Festkörperphysik und Angewandter Physik promoviert.[1] Im gleichen Jahr wechselte er ans Lawrence Berkeley National Laboratory in Berkeley, zunächst mit einem dreijährigen Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds und anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1980 wurde er zum außerordentlichen Professor an der University of California, Berkeley ernannt, zwei Jahre später folgte die Beförderung zum ordentlichen Professor. Er war dort bis zu seiner Emeritierung 2011 tätig, gleichzeitig arbeitete er als leitender Wissenschaftler am Lawrence Berkeley National Laboratory. Seit 2005 hatte er den Liao-Cho Innovation Endowed Chair an der UC Berkeley inne.

Er war mit seiner Frau Marianne verheiratet und Vater von zwei Töchtern, Isabelle and Nicole. Privat sammelte er historische Radiogeräte und besaß einen Talbot-Oldtimer vom Typ Lago T23, Baujahr 1939.

Wirken

Mit seiner Forschung zur Synthese von hochreinen und dotierten Kristallen trug Haller wesentlich zur Qualitätssteigerung von Halbleitern bei. Seine Fortschritte bei der Züchtung von Halbleiterkristallen führten zur Herstellung von Germanium von bis dahin beispielloser Reinheit. Dieses schuf etwa die Basis für eines der drei wissenschaftlichen Instrumente (Multiband Imaging Photometer) des 2003 gestarteten Spitzer-Weltraumteleskops.[2] Haller entdeckte auch den wesentlichen Einfluss von Wasserstoff auf Halbleiter und war einer der ersten, die das Potential von Isotopen bei der Halbleiterherstellung erkannten. Haller hat im Laufe seiner Karriere über 1.000 Publikationen verfasst oder mitverfasst.[2]

1984 gründete er am Lawrence Berkeley National Laboratory das Electronic-Materials-Programm, ein vom Energieministerium der Vereinigten Staaten finanziertes Programm, das bis heute fortbesteht. 1986 verbrachte er einen Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart.[3]

Auszeichnungen

Die International Conference on Defects in Semiconductors vergibt seit 2023 einen nach Haller benannten Nachwuchspreis.[5]

Einzelnachweise

  1. a b c d Junqiao Wu, Oscar Dubon Jr.: Eugene E. Haller. In: University of California. 2018, abgerufen am 14. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. a b c d e Professor Eugene Ernest Haller. In: National Academy of Engineering. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  3. a b Prof. Dr. Eugene E. Haller. In: Alexander von Humboldt-Stiftung. Abgerufen am 14. Dezember 2025.
  4. a b c Eugene E. Haller: Isotopically Controlled Semiconductors. In: MRS Bulletin. Band 31, Nr. 7, Juli 2006, ISSN 0883-7694, S. 547–553, doi:10.1557/mrs2006.141 (springer.com [abgerufen am 14. Dezember 2025]).
  5. Prizes – ICDS-33. In: International Conference on Defects in Semiconductors. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).