Eugen Bostroem
Eugen Woldemar Bostroem (* 30. September 1850 in Fellin/Estland; † 24. Mai 1928 in Gießen) war ein deutscher Pathologe und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung in Dorpat studierte Eugen Bostroem ab 1870 Medizin an der Universität Erlangen. Von 1874 bis 1881 arbeitete er als Assistent am dortigen Pathologischen Institut und promovierte 1876 zum Dr. med. Im Jahre 1881 wechselte er an das Pathologische Institut der Universität Freiburg/Br., habilitierte sich dort und wurde 1883 außerordentlicher Professor. Im gleichen Jahr wurde er als Ordinarius für Pathologie an die Universität Gießen berufen. Emeritiert wurde er 1926. In seine Dienstzeit fiel u. a. der Neubau des Pathologischen Instituts. Im Amtsjahr 1888/89 sowie 1906/97 amtierte er als Rektor der Universität Gießen. Bostroem war neben der Humanpathologie auch auf dem Gebiet der Veterinärpathologie kenntnisreich und wurde 1922 von seiner Universität mit der Ehrendoktorwürde eines Dr. med. vet. ausgezeichnet. Seit 1896 nahm er zusätzlich einen Lehrauftrag für Gerichtsmedizin wahr. Im Jahre 1893 wurde er unter der Matrikel-Nr. 3007 als Mitglied in die Kaiserliche Leopoldinisch-Carolinische Deutsche Akademie der Naturforscher aufgenommen.[2]
Zu seinen Kindern gehörte der Neurologe und Psychiater August Bostroem.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Das Endothelcarcinom. Ein Beitrag zur Histogenese des Carcinoms. Jacob, Erlangen 1876 (= Dissertation Universität Erlangen).
- Über die Intoxicationen durch die essbare Lorchel (Stockmorchel, helvella esculenta). Eine experimentelle Untersuchung. Hirschfeld, Leipzig 1882 (= Habilitationsschrift Universität Freiburg/Br.).
- Ueber Distoma hepaticum beim Menschen. In: Deutsches Archiv für klinische Medizin, Bd. 33 (1883), S. 557–577.
- Beiträge zur pathologischen Anatomie der Nieren. Mohr, Tübingen 1884.
- Der menschliche Körper und die Bakterien. Akademische Festrede zur Feier des Stiftungsfestes der Großherzoglich Hessischen Ludewigs-Universität am 21. Juli 1889. v. Münchow, Gießen 1889.
- Untersuchungen über die Aktinomykose des Menschen. G. Fischer, Jena 1890.
- Über die pialen Epidermoide, Dermoide und Lipome und die duralen Dermoide. In: Zentralblatt für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie, Bd. 8 (1897), H. 1/2, S. 1–98 (Volltext).
- Traumaticismus und Parasitismus als Ursachen der Geschwülste. v. Münchow, Gießen 1902.
- Das Chorionepitheliom. In: Beiträge zur pathologischen Anatomie und zur allgemeinen Pathologie, Bd, Bd. 76 (1928), S. 293–373.
- Der Krebs des Menschen. Eine morphogenetische Untersuchung. Thieme, Leipzig 1928.
Festschrift
- Festschrift für Eugen Bostroem (= Beiträge zur pathologischen Anatomie und zur allgemeinen Pathologie, Bd. 69). G. Fischer, Jena 1921.
Literatur
- Werner Krumholz: Eugen Woldemar Bostroem (1850–1928). Lehrer der Pathologie und Förderer der Medizin in Gießen. Diss. med. an der Universität Gießen 1983.
Einzelnachweise
- ↑ Helmut Faber: Eugen Bostroem (1850-1928). Pathologe. In: Hans Georg Gundel u. a. (Hrsg.): Gießener Gelehrte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Teil 1 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Bd. 35). Elwert, Marburg 1982, S. 98–104 (mit biografischen Daten u. Foto), ISBN 3-7708-0724-3; Bostroem, Eugen Waldemar. In: Wilhelm Lenz (Hrsg.): Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710-1960. Böhlau, Köln 1970, S. 92f., ISBN 3-412-42670-9.
- ↑ Carl Hermann Knoblauch (Hrsg.): Leopoldina. Amtliches Organ der Kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher. 29. Heft. In Commission bei Wilh. Engelmann in Leipzig, Halle 1893, S. 2 (biodiversitylibrary.org).