Eugen Bejinariu

Eugen Bejinariu (* 28. Januar 1959 in Suceava, Kreis Suceava) ist ein rumänischer Politiker der Partidul Social Democrat (PSD), der unter anderem von 2003 bis 2004 Minister für die Koordinierung des Generalsekretariats der Regierung und vom 21. bis 28. Dezember 2004 kommissarischer Ministerpräsident Rumäniens war und seit 2004 Mitglied der Abgeordnetenkammer ist.

Leben

Eugen Bejinariu absolvierte ein Studium der Handelsbetriebslehre an der Wirtschaftsakademie Bukarest ASE (Academia de Studii Economice din București), welches er mit einer „licență în Comerț“ beendete. Er besuchte die Offiziersschule der Finanzverwaltung und leistete von 1981 bis 1998 aktiven Dienst als Offizier im Verteidigungsministerium. Im Anschluss fungierte er zwischen 1998 und 2000 als Wirtschaftsdirektor in der Militärstaatsanwaltschaft des Obersten Gerichtshofs sowie von 2001 bis 2003 Generaldirektor der Zentralen Verwaltung des Staatsvermögens. Er wurde mit Wirkung vom 1. Dezember 2002 zum Brigadegeneral (General de brigadă) befördert und am 20. August 2003 in die Reserve versetzt. Mit Wirkung vom 1. Dezember 2004 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor (General-maior) der Reserve.

Als Nachfolger von Petru Șerban Mihăilescu fungierte Bejinariu vom 20. Oktober 2003 bis zum 28. Dezember 2004 im Kabinett Năstase als Minister für die Koordinierung des Generalsekretariats der Regierung. Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Adrian Năstase[1] war er zugleich vom 21. Dezember bis zum Amtsantritt von Călin Popescu-Tăriceanu[2] am 28. Dezember 2004 kommissarischer Ministerpräsident Rumäniens (Prim-ministrul României).[3][4][5][6]

Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung wurde Eugen Bejinariu für Sozialdemokratische Partei PSD (Partidul Social Democrat) bei der Parlamentswahl am 28. November 2004 im Wahlkreis „Nr. 35 Suceava“ erstmals zum Mitglied der Abgeordnetenkammer (Camera Deputaților) gewählt und vertritt diesen Wahlkreis nach seinen Wiederwahlen am 30. November 2008, 9. Dezember 2012, 11. Dezember 2016, 6. Dezember 2020 sowie am 1. Dezember 2024 seither an. Während seiner langjährigen Parlamentszugehörigkeit war er von März bis Juni 2006 kurzzeitig parteiloser Abgeordneter und trat anschließend wieder der PSD-Fraktion bei. In der fünften Legislaturperiode (2004 bis 2008) war er von November 2004 bis März 2006 stellvertretender Vorsitzender Ausschusses für Verteidigung, öffentliche Ordnung und nationale Sicherheit (Comisia pentru apărare, ordine publică şi siguranţă naţională) und gehörte zudem den Parlamentarische Freundschaftsgruppen mit Libanon, Estland und Irland an.[7] In der darauf folgenden sechsten Legislaturperiode (2008 bis 2012) war er seit April 2011 abermals stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verteidigung, öffentliche Ordnung und nationale Sicherheit sowie Mitglied der Parlamentarische Freundschaftsgruppen mit Deutschland und Österreich.[8]

Daraufhin war Bejinariu in der siebten Legislaturperiode (2012 bis 2016) Vorsitzender des Gemeinsamer Ständigen Ausschusses zur Ausübung der parlamentarischen Kontrolle über die Tätigkeit des Inlandsgeheimdienstes (Comisia comună permanentă pentru exercitarea controlului parlamentar asupra activităţii Serviciul român de informații (SRI)) sowie Mitglied des Ausschusses für Verteidigung, öffentliche Ordnung und nationale Sicherheit. Des Weiteren war er Vorsitzender der Parlamentarische Freundschaftsgruppe mit Australien sowie weiterhin Mitglied der Parlamentarische Freundschaftsgruppe mit Deutschland.[9] Am 21. November 2016 beantragte die Nationale Antikorruptionsbehörde DNA (Direcția Națională Anticorupție) eine Stellungnahme zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen Bejinariu. Ihm wurde vorgeworfen, die Regierungsentscheidungen zur Genehmigung eines Vertrags mit Fujitsu Siemens Computers GmbH über die Anmietung von Microsoft-Lizenzen zu überhöhten Preisen initiiert und unterstützt zu haben. Aufgrund des Wahlkampfs für die Parlamentswahlen am 11. Dezember 2016 war das Parlament nicht beschlussfähig, sodass der Antrag vom nächsten Parlament behandelt sollte.[10]

Commons: Eugen Bejinariu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Nastase, Adrian (Marin). In: rulers.org. Abgerufen am 5. November 2025 (englisch).
  2. Popescu-Tariceanu, Calin (Constantin Anton). In: rulers.org. Abgerufen am 5. November 2025 (englisch).
  3. GUVERNUL CĂLIN POPESCU-TĂRICEANU (Memento vom 11. Februar 2007 im Internet Archive)
  4. CABINET POPESCU-TARICEANU (Memento vom 3. Dezember 2022 im Internet Archive)
  5. Romania: Prime Ministers. In: rulers.org. Abgerufen am 12. Dezember 2024 (englisch).
  6. Romania: 12 December 2004. In: rulers.org. Abgerufen am 5. November 2025 (englisch).
  7. Camera Deputaților: Eugen Bejinariu (Legislatura 2004–2008) (Memento vom 17. April 2021 im Internet Archive)
  8. Camera Deputaților: Eugen Bejinariu (Legislatura 2008–2012) (Memento vom 21. April 2021 im Internet Archive)
  9. Camera Deputaților: Eugen Bejinariu (Legislatura 2012–2016) (Memento vom 17. September 2017 im Internet Archive)
  10. Eugen Bejinariu scapă, deocamdată, de urmărirea penală. In: digi24.ro. 5. Dezember 2016, abgerufen am 4. November 2025 (rumänisch).