Esther Berli-Joel

Esther Berli-Joel (hebräisch אסתר ברלי-יואל; * 2. Mai 1895 in Hamburg; † 7. März 1972 in Haifa) war eine in Deutschland geborene israelische Malerin und Grafikdesignerin.

Werdegang

Esther Berli-Joel wurde als Else Joel in Hamburg geboren.[1] Sie interessierte sich früh für Kunst und absolvierte von 1915 bis 1920 ein Kunststudium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Im Anschluss zog sie nach Berlin, wo sie von 1920 bis 1923 unter anderem bei Alexander Archipenko und Ludwig Meidner an der Universität der Künste Berlin studierte.[2]

Else Joel heiratete Chaim Berli und führte nach der Eheschließung den Nachnamen ihres Mannes. Als überzeugte Zionistin wanderte sie 1925 im Zuge der vierten Alija mit ihrem Ehemann in das Völkerbundsmandat für Palästina aus und ließ sich in Tel Aviv nieder. Sie nannte sich nun Esther Berli. Nach ihrer Scheidung 1930 nahm sie den Namen Berli-Joel an. Sie lebte und arbeitete in Haifa.[1][2]

Werk

Wappen der Städte Haifa und Holon

Esther Berli-Joel spezialisierte sich auf grafische Kunst und fertigte Holzschnitte und Lithografien. Daneben entwarf sie Plakate, Broschüren und Logos für verschiedene Organisationen wie den Jüdischen Nationalfonds.[1] Sie malte weiterhin und beteiligte sich zudem von Anfang der 1950er Jahre bis Ende der 1960er Jahre regelmäßig an den Ausstellungen israelischer Künstler im Tel Aviv Museum of Art.[3]

Esther Berli-Joel entwarf die Wappen für die israelischen Städte Haifa 1936 und Holon 1937.[2] Zu ihren Auftragsarbeiten gehörten Poster und Anzeigen unter anderem für Palestine Maritime Lloyd 1930[1] und die Handelsmesse „Levant Fair“ 1932. Sie gestaltete eine Reihe politischer Plakate. Eines ihrer um 1935 in Palästina entstandenen Poster mit dem Text „Wir kaufen nur unsere eigenen Produkte“ rief zum Boykott importierter Waren auf, um die Erzeugnisse jüdischer Bauern und Arbeiter zu schützen. Für den Flüchtlingshilfsfonds des Jüdischen Rates in Palästina entwarf sie um 1939 ein Poster von einem Schiff mit jüdischen Flüchtlingen an Bord auf stürmischer See mit dem Text „Zion, will you not ask after the welfare of your illegal prisoners“[4][5] und 1949 gestaltete sie „Defense - Production - Absorption“.[6]

Ausstellungen (Auswahl)

  • 1925: Einzelausstellung, Hamburg
  • 1929: Eastern Fair. Verband der Hebräischen Künstler, Tel Aviv
  • 1941: E. Berlin-Joel and Melita Schiffer. Haifa
  • 1951: Ausstellung israelischer Künstler. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1954: Allgemeine Ausstellung der Künstler des Landes Israel. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1955: Allgemeine Ausstellung israelischer Künstler. Maler- und Bildhauervereinigung, Tel Aviv
  • 1959: Allgemeine Ausstellung israelischer Künstler. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1959: Allgemeine Ausstellung israelischer Künstler anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der hebräischen Stadt Tel Aviv. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1960: Allgemeine Ausstellung israelischer Künstler. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1961: Allgemeine Ausstellung israelischer Künstler. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1963: Allgemeine Ausstellung israelischer Künstler. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1963: Jährliche Ausstellung. Chagall-Künstlerhaus, Haifa
  • 1965: Allgemeine Ausstellung israelischer Künstler. Tel Aviv Museum of Art, Tel Aviv
  • 1967: Israelische Künstler für Sicherheit. Helena Rubinstein Pavillon, Tel Aviv Museum of Art
  • 1976: Vereinigung Hebräischer Künstler, Jerusalem Centre for the Performing Arts, Jerusalem
  • 1976: Haifa Museum of Art, Haifa[3]
  • 2023: Liav Mizrahi: Charity Will Save from Death – The German Project. Teil des Projektes Who by Fire: On Israel des Haus am Lützowplatz. Salon Avitall – Jewish Center for Arts and Culture, Berlin[7]
  • 2025: Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne. Jüdisches Museum Berlin[8][4]
Commons: Esther Berlin-Joel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Berli-Joel, Esther. In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 26. November 2025
  2. a b c Vita Esther Berli-Joel. In: Israel-Museum. Abgerufen am 26. November 2025 (hebräisch)
  3. a b Ausstellungen Esther Berli-Joel. In: Israel-Museum. Abgerufen am 26. November 2025 (hebräisch)
  4. a b Karlen Vesper: »Sei nicht traurig, du bist tapfer«. In: nd vom 31. Juli 2025. Abgerufen am 1. Dezember 2025
  5. Michal S. Friedlander (Hrsg.): Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne. Hirmer, München 2025, ISBN 978-3-7774-4623-3, S. 256–257
  6. Esther Berlin-Joel (Palestine Mandate). In: Palestine Poster Project Archives. Abgerufen am 27. November 2025 (hebräisch)
  7. Charity Will Save from Death – The German Project. In: Haus am Lützowplatz. Abgerufen am 27. November 2025
  8. Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne. In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 26. November 2025