Estádio Ismael Benigno

Estádio Ismael Benigno

Estádio da Colina
Stadion Innenansicht
Frühere Namen

Estádio Gilberto Mestrinho

Daten
Ort Avenida Presidente Dutra, São Raimundo
69027-110 Manaus, Amazonas, Brasilien
Koordinaten 3° 7′ 17,2″ S, 60° 2′ 14,6″ W
Eigentümer São Raimundo EC
Betreiber Regierung Amazonas
Eröffnung 27. April 1958 (67 Jahre)
Erstes Spiel 27. April 1958
São Raimundo EC – Princesa Isabel EC 2:0
Renovierungen * 1997–2000, 2013–2014
Oberfläche Naturrasen
Kosten 24 Millionen Real (2013)
Kapazität 10.451 Plätze
Spielfläche 105 m × 68 m
Heimspielbetrieb
  • São Raimundo EC
Veranstaltungen

Staatsmeisterschaft von Amazonas

Lage

Das Estádio Ismael Benigno ist ein Fußballstadion in der brasilianischen Stadt Manaus im Bundesstaat Amazonas.

Geschichte

Das Spielfeld existierte schon seit 1952, als dort bereits Fußballspiele ausgetragen wurden. Damals war es nur das Spielfeld, ohne Mauern und Tribünen. Ein Spiel, das der São Raimundo EC mit 2:0 am 27. April 1958 gegen die heute nicht mehr existierende Princesa Isabel EC gewann, gilt als Eröffnungsspiel.[1] Eine Tribüne gab es zu der Zeit wahrscheinlich noch nicht.

Am 18. Februar 1961 weihte São Raimundo den ersten Bau auf dem Feld, das Estádio Gilberto Mestrinho, ein. Zu den Feierlichkeiten wurde Sport Recife für eine Serie von fünf Spielen eingeladen, die am 17. Februar gegen São Raimundo begannen. Beim Debüt gewann der Klub aus Pernambuco mit 8:1.

Ab Januar 1964 wurde das Stadion für fast drei Monate geschlossen, um Tunnel zu bauen, die die Spieler von den Umkleidekabinen zum Spielfeld führten, und auch die Installation von Zäunen um das Spielfeld. Die Arbeiten kosteten den Klub rund drei Millionen Cruzeiro. Die Einweihung fand an zwei Terminen statt. Ein Freundschaftsspiel am 5. April 1964 zwischen São Raimundo und dem Nacional FC statt, das der Gastgeber mit 3:1 gewann. Eine Woche später, am 12. April, gab es ein weiteres Treffen, diesmal ein 3:1-Sieg gegen den Rio Negro Clube.

Im Jahr 1967 installierte der Klub eine Flutlichtanlage im Stadion. Anlässlich der Einweihung des Beleuchtungssystems organisierte der Verein am 18. Februar desselben Jahres das sogenannte Festa da Luz das aus einem Freundschaftsspiel zwischen São Raimundo und Nacional bestand. 1969 wurde eine größere Tribüne errichtet. 1977 wurde das Stadion renoviert. Im Zuge dessen beschloss man den Namen in Estádio Ismael Benigno zu ändern. Ismael Benigno war Präsident und Förderer des Klubs. Er führte den Klub als Trainer 1956 in die erste Liga Staatsmeisterschaft von Amazonas. Er war politisch aktiv Karriere und mehrere Amtszeiten lang Stadtrat von Manaus. 1966 wurde er zum Bundesabgeordneten gewählt, aber aufgrund der Militärrevolution seines Amtes enthoben und gab dann die Politik auf.[2]

In den 1960er Jahren, bis zur Einweihung des Estádio Vivaldo Lima 1970, war das Stadion mit ca. 22.000 Plätzen wichtigsten im Bundesstaat. In den 1980er Jahren erfolgten weitere Renovierungen. Zu der Zeit soll es über eine Kapazität von 30.000 Plätzen gehabt haben, die sich auf drei Tribünen mit 28.000 Plätzen und eine Reihe von überdachten Stühlen mit einer Kapazität von 2000 Personen. Es gab acht Toiletten und acht Kabinen für die Presse.[3] 1983 nutzte der Rio Negro Clube das Stadion im Zuge der Taça de Ouro 1983, der nationalen Meisterschaft, weil das Vivaldo Lima für Renovierungen gesperrt war.

Aufgrund seiner größeren Kapazität wurde das Vivaldo Lima von anderen Klubs bevorzugt. Dadurch kam es auf Seiten von São Raimundo zu Einnahmerückgängen. 1997 konnte man keine funktionierende Beleuchtung vorweisen, die Zäune waren teilweise zerstört und ohne Rasen bot das Stadion keine komfortablen Bedingungen für Spieler, Fans und Presse. Ein neuer Vorstand setzte ab dem Jahr Reformen um. Die kaputten Stufen der Tribünen wurden ersetzt, Abflüsse und ein neuer Rasen installiert, zusätzlich zu einer neuen Beleuchtung. Auch die Radiokabinen wurden renoviert. Mit dem Ende der Sanierung wurde das Stadion im Jahr 2000 wiedereröffnet.

Ab 2001 spielte São Raimundo in der Série B. Trotz des renovierten Stadions verlegte der Klub mit der Zeit immer mehr Spiele in das Vivaldo Lima. Infolgedessen verschlechterten sich der Zustand der eigenen Heimstätte, so dass nur noch der Stuhlsektor, in dem etwa 1000 Menschen Platz fanden, freigegeben wurde. Nach dem Fall eines Teils der Mauer wurde der Zutritt endgültig verboten. 2009 zum Zeitpunkt der Auswahl der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 befand sich das Stadion wieder in einem völlig verlassenen Zustand.[4] Nach der Bekanntgabe von Manaus als Austragungsort, sollte das Stadion komplett umgebaut werden, damit es als Trainingszentrum für die Mannschaften genutzt werden kann, die in die Stadt kommen, um dort zu spielen. Das Projekt sah den vollständigen Abriss des alten Stadiongebäudes und den Bau eines neuen Stadions am selben Ort vor. Die Arbeiten dauerten 15 Monate.

Mit dem Bau des neuen Bauwerks, das von der Landesregierung und ihren Investoren finanziert wurde, übernahm die Regierung von Amazonas die Verwaltung für das Stadion für einen Zeitraum von 20 Jahren. São Raimundo erhielt nur bei der Leitung der Spiele Vorrang, da es nur das Land abgetreten hat und sich nicht finanziell an der Zerstörung der alten Struktur, der Reinigung des Landes und dem Bau beteiligt hat. Auch später wurde das Stadion als Trainingszentrum benutzt. So nutzte die brasilianische Fußballnationalmannschaft dieses im Oktober 2021 zur Vorbereitung auf ein Länderspiel gegen Uruguay für die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022.

Seit der Renovierung verfügt das neue Stadion nach den geltenden Vorschriften über 10.400 Sitzplätze, die in vier Tribünengänge unterteilt sind, die vollständig voneinander getrennt sind. Wie alle modernen Stadien hat es keine Zäune und verfügt dennoch über acht Nottreppen, die die Tribünen mit dem Spielfeld verbinden. Die Tribünen bestehen aus Beton, es gibt keine Sitzgelegenheiten. Für die Beleuchtung der Nachtspiele sorgen vier Türme, die sich hinter den Seitentribünen befinden und jeweils mit 36 modernen Lampen ausgestattet sind. Für die Öffentlichkeit und Sportler verfügt das Stadion über acht Geschäfte und zwei Snackbars mit internen Toiletten sowie acht weitere Toiletten für die Öffentlichkeit (vier für Männer und vier Frauen), sieben Bars, einen Pressekonferenzraum, zwei Umkleideräume mit zwölf Duschen, Umkleideräume für männliche und weibliche Schiedsrichter, einen medizinischen Raum, einen Untersuchungsraum, einen Massageraum, einen Vortragsraum und einen Raum für die technische Kommission. Der Aufwärmbereich der Spieler ist mit Kunstrasen ausgelegt. Es verfügt über zwei Ticketschalter und sieben Ausgangstore, ein Soundsystem, eine Radio- und TV-Übertragungskabine, eine VIP-Lounge, einen Platz über den TV-Kabinen und eine VIP-Lounge für Fotografen und Videofilmer. Darüber hinaus erfüllt es alle Standards für die Barrierefreiheit in Bezug auf minimale Zirkulation, Zugangsrampen zu den Tribünen, Badezimmer, die für Menschen mit besonderen Bedürfnissen ausgelegt und ausgestattet sind, Stützstangen und Sorgfalt bei der Wahl der Bodenbeläge. Neben der Beachtung der Notausgangsregeln hinsichtlich der Breite der Gänge gibt es auch barrierefreie Ausgänge und Fluchtwege mit acht Nottreppen zur Bedienung der Fans. Die Arbeit kosteten 24 Millionen Real. Für die Sanierung war das Bauunternehmen Tecon (Tecnologia em Construções LTDA) verantwortlich.

Die derzeitige Struktur wurde am 3. Juli 2014 mit einer freundschaftlichen Konfrontation zwischen den Mannschaften von São Raimundo und dem Sul América EC, welche beide nur wenige Gehminuten voneinander und vom Stadion entfernt sind. Vor etwa 8000 Besuchern Sul América mit 1:0.[5]

Einzelnachweise

  1. Eröffnungsspiel auf books.google.com.br, Seite auf Portugiesisch, abgerufen am 14. November 2025
  2. Ismael Benigno, Porträt auf bauvelho.com.br vom 3. Mai 2010 im Webarchiv, Seite auf Portugiesisch, abgerufen am 14. November 2025
  3. Kapazität 1983 auf books.google.com.br, Seite auf Portugiesisch, abgerufen am 14. November 2025
  4. WM-Spielorte stehen fest, Bericht auf fifa.com vom 31. Mai 2009 im Webarchiv, abgerufen am 14. November 2025
  5. Eröffnung 2014, Bericht auf globo.com vom 4. Juli 2014, Seite auf Portugiesisch, abgerufen am 14. November 2025