Eson Kandov
Eson Kandov (* 31. Oktober 1941 in Tashkent) war ein bekannter sowjetischer Sänger und Musiker. Er erhielt eine Auszeichnung als nationaler Künstler der usbekischen SSR im Jahre 1974. Er gilt als erster Künstler, der die Republik Usbekistan auf internationaler Bühne im Rahmen des Sopot Festivals „Sopot-73“ vertrat.[1]
Seine Alben und EPs wurden über die Firma Melodiya in den 1970er und 1980er Jahren in der gesamten Sowjetunion erfolgreich millionenfach vertrieben.[2]
Leben
Er wurde als zweiter Sohn in eine Familie bucharischer Juden geboren.[3] Sein Vater war Lehrer für die usbekische Sprache, und seine Mutter war Hausfrau, die in seiner Kindheit in der Finanzverwaltung arbeitete. Während seiner Kindheit sangen ihm oft seine Mutter und sein Großvater mütterlicherseits, der eine lyrische Baritonstimme hatte, an Wochenenden oder Feiertagen vor.[4]
Er hat einen Sohn, Gabriel, mit seiner Frau Mira, die er 1982 in Taschkent heiratete. Die Familie lebt derzeit in Israel, in Petach Tikwa.[4]
Ausbildung
Nach dem Schulabschluss trat Eson Kandov in die Schauspielabteilung des Theater- und Kunstinstituts ein und entschied sich ab dem zweiten Jahr für das Staatliche Konservatorium Usbekistans in Taschkent. Am Konservatorium lernte er hauptsächlich klassischen Gesang. Nach einer erfolgreichen Teilnahme an einem Wettbewerb am Konservatorium 1964 wurde er als Solist und Sänger in das Varieté-Orchester Usbekistans aufgenommen.[1]
Sein Geburtsname war eigentlich Isaak Iljitsch Kandov, doch zu Beginn seiner Karriere schlug ihm der Sänger Botir Zokirov vor, den Namen Eson anzunehmen, da dieser romantischer und künstlerischer klang. Im Laufe seiner 25-jährigen Karriere in der Sowjetunion identifizierte er sich so sehr mit diesem Namen, dass er sich keinen anderen mehr vorstellen konnte.[4]
Musikalische Karriere
Eson Kandov gehörte zu den Solisten des Estrada Symphony Orchestra, das in der usbekischen Sowjetrepublik für das staatliche Fernsehen und Radio 1963 gegründet wurde. Das Estrada-Orchester bestand aus einer großen Streichersektion, Saxophonen, Trompeten, Posaunen, Gitarren, Klavier und Schlagzeug sowie gelegentlich Instrumenten aus älterer usbekischer Musiktradition.[5] Zusammen mit Sängern wie Botir Zokirov, Luiza Zokirova und Elmira Urazbaeva gilt er als Mitbegründer moderner usbekischer Popmusik mit traditionellen Einflüssen in den 1960er Jahren.[6][7]
1973 vertrat er die Sowjetunion beim internationalen Wettbewerb in Sopot mit dem Lied „Ormonlarga konarokshom“ (übersetzt aus dem Usbekischen: „Der Abend senkt sich über die Wälder“) in Polen.[8][9][10] Im selben Jahr wurde auf der Grundlage des usbekischen Varieté-Orchesters die Tashkent Music Hall gegründet, in der er der führende Solist und Sänger war. Seit 1974 arbeitete er mit dem staatlichen Ensemble „Yalla“ zusammen. Mit Yalla tourte er durch ein Dutzend europäischer Länder sowie durch die gesamte Sowjetunion. 1977 wurde das staatliche Ensemble "Navo" gegründet, in dem er eine Solosektion sang.[4]
Nach seiner Übersiedlung nach Israel im Jahr 1991 gründete er sein eigenes Ensemble „Shirey a Olam“ („Lieder der Welt“), das bis 1997 aktiv war. Obwohl er in Israel zahlreiche Auftritte hatte, konnte er jedoch nicht an seine früheren großen Erfolge in der Sowjetunion anknüpfen. Er arbeitete weiterhin als Lehrer und Coach für junge Musiker.[4]
Auswahl an Liedern
- Boi, boi / Бой, бой[11]
- Bucharische Hochzeit / бухарская свадьба[12]
- Emina / Емина[13]
- Romansi / Романсы[14]
- Lied über Taschkent / Песня о Ташкенте with Yunus Turaev and Naufal Zakirov (1965)[15]
Einzelnachweise
- ↑ a b Russian Retro: Эсон Кандов Eson Kandov плейлист. Abgerufen am 25. Januar 2021 (russisch).
- ↑ Discogs: Diskographie. Abgerufen am 25. Januar 2021.
- ↑ Pinkhasov, Robert (2015). Bukharian Jews worldwide. New York. ISBN 978-1936755165.
- ↑ a b c d e Зиякаева, Мунира (October 7, 2016). "https://www.asiaterra.info/intervyu/eson-kandov-uzbekskoj-estrade-ya-otdal-25-let" (auf Russisch).
- ↑ Kerstin Klenke: The sound state of Uzbekistan: Popular music and politics in the Karimov era. Hrsg.: Routledge. New York 2019, ISBN 978-1-03-224126-5.
- ↑ Shohsanam Sulaymonova: SHAROF RASHIDOV'S HONORABLE SERVICES TO THE UZBEK PEOPLE. In: International Journals on Integred Education. 1.6 Auflage. 2021, S. 126–129.
- ↑ Farangiz Ikromova: Uzbek national pop music view. In: ACADEMICIA: An International Multidisciplinary Research Journal. Band 12, Nr. 5, 2022, ISSN 2249-7137, S. 1281–1285, doi:10.5958/2249-7137.2022.00603.6 (indianjournals.com [abgerufen am 22. September 2022]).
- ↑ Sopot Festival '73 - Opera Leśna Sopot. Archiviert vom ; abgerufen am 6. August 2017.
- ↑ "Sputnik". Novosti Printing House, Original from the University of California. 1974. p. 119.
- ↑ "Hudební rozhledy: měsíčník pro hudební kritiku vydává Svaz českých skladatelů a koncertních umělců". SČSKU., Svaz československých skladeltelů, SHV (in Czech). 26: 452. 1973.
- ↑ theborisboy: Boi, boi / Бой, бой - Eson Kandov. 8. Oktober 2012, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ theborisboy: Bukharian Wedding / бухарская свадьба - Eson Kandov. 7. Oktober 2012, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ BukharianTube: Эсон Кандов - Емина / Eson Kandov - Emina. 12. August 2017, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ theborisboy: Romansi / Романсы - Eson Kandov. 7. Oktober 2012, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- ↑ Tashkent Retrospective: Песня о Ташкенте - Юнус Тураев, Эсон Кандов и Науфаль Закиров 1965 г. 11. August 2018, abgerufen am 28. Oktober 2025.