Eschenau (Knetzgau)
Eschenau Gemeinde Knetzgau
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|---|---|
| Koordinaten: | 49° 58′ N, 10° 30′ O |
| Höhe: | 297 m ü. NHN |
| Einwohner: | 202 (31. Dez. 2019)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1974 |
| Postleitzahl: | 97478 |
| Vorwahl: | 09527 |
Dreifaltigkeitskirche
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Eschenau (unterfränkisch: Eschenä[2]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Knetzgau im Landkreis Haßberge (Unterfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Eschenau hat eine Fläche von 2,390 km². Sie ist in 465 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5139,85 m² haben.[4] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Neuhaus.[5]
Geografie
Durch das Kirchdorf fließt der Eschenauer Mühlbach, ein Quellbach des Steinsfelder Mühlbaches. Im Osten wie auch im Süden ist der Ort vom Neuhauser Forst umgeben, die Teil des Steigerwaldes sind. Die Kreisstraße HAS 29 führt nach Oberschwappach zur Staatsstraße 2277 (1,6 km nordwestlich). Die Kreisstraße HAS 12 nach Westheim zur St 2277 (1,8 km nördlich) bzw. im Staatsforst Hundelshausen zur Kreisstraße SW 52 (2,8 km südlich).[6]
Geschichte
Der Ort wurde als Haufendorf angelegt und war mit Weiler- und Gewannflur umgeben. Die Kirche wurde 1303 schriftlich erwähnt,[7] der Ort dürfte im späten 8. Jahrhundert entstanden sein. Ursprünglicher Grundherr war wohl das Kloster Fulda. Ab 1365 waren die Herren von Bickenbach die Dorfherren; 1390 verkauften sie ihre Rechte und Ansprüche an die Herren von Fuchs.[8]
Im 16. Jahrhundert bestand Eschenau aus 24 Anwesen. Das Hochgericht, sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft über sämtliche Anwesen übten die Herren von Fuchs zu Bimbach aus.[9] Neben Ackerbau, spielten auch Obst- und Weinbau eine große Rolle.[2]
Im Jahre 1804 kam Eschenau an das Kurfürstentum Bayern, von 1806 bis 1814 gehörte es zum Großherzogtum Würzburg. 1814 wurde dieses in das Königreich Bayern einverleibt. Im Rahmen des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Eschenau. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Haßfurt zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Haßfurt. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand der gesamte Ort von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Bimbach. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Haßfurt (1939 in Landkreis Haßfurt umbenannt) für die Verwaltung zuständig und ab 1880 das Rentamt Zeil für die Finanzverwaltung (1919 in Finanzamt Zeil umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Haßfurt (1880 in Amtsgericht Haßfurt umbenannt). Nach 1902 kam Neuhaus von der Gemeinde Knetzgau hinzu.[10] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 2,386 km².[11]
Am 1. Juli 1974 wurde die Gemeinde Eschenau im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Knetzgau eingemeindet.[12][13]
Baudenkmäler
In Eschenau gibt es acht Baudenkmäler:[14]
- Am Kirchberg 1: Ehemaliges Pfarrhaus mit Brunnenhaus
- Am Kirchberg 2: Dreifaltigkeitskirche
- August-Wacker-Straße 3: Torbogen
- Bergstraße 1: Wohnhaus
- Eulengasse 14: Ehemalige Mühle
- Gangolfsbergstraße 10: Ehemaliger Gasthof Steigerwald
- Gangolfsbergstraße 12: Rathaus
- Gangolfsbergstraße 13: Scheune
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Eschenau
| Jahr | 1811 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 154 | 179 | 160 | 159 | 147 | 165 | 163 | 172 | 184 | 163 | 160 | 174 | 170 | 167 | 156 | 155 | 178 | 167 | 138 | 214 | 217 | 196 | 169 | 164 |
| Häuser[15] | 35 | 42 | 41 | 39 | 40 | 36 | 34 | 38 | ||||||||||||||||
| Quelle | [10] | [16] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] | [16] | [25] | [16] | [26] | [16] | [16] | [16] | [27] | [16] | [11] | [28] |
Ort Eschenau
| Jahr | 1811 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2008 | 2019 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 154 | 125 | 163 | 163 | 170 | 173 | 212 | 164 | 164 | 178 | 180 | 202 |
| Häuser[15] | 34 | 42 | 41 | 39 | 35 | 33 | 37 | 53 | ||||
| Quelle | [10] | [17] | [19] | [22] | [24] | [26] | [27] | [11] | [28] | [29] | [1] | [1] |
Religion
Eschenau ist seit der Reformation evangelisch.lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Jakob (Westheim) gepfarrt. Seit 1584 war die Dreifaltigkeitskirche in Eschenau ein Vikariat, später eine Pfarrei,[9] die seit den 1950er Jahren wieder mit der Pfarrei Westheim vereinigt ist.[7][11]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Eschenau. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 83 (Digitalisat).
- Anton Rottmayer (Hrsg.): Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern. Sartorius’sche Buchdruckerei, Würzburg 1830, OCLC 248968455, S. 207 (Digitalisat).
- Peter Schneider: Der Steigerwald in der Gesamtschau. Stürtz, Würzburg 1958, DNB 454428790, OCLC 1070929849, S. 404.
- Alexander Tittmann: Haßfurt : der ehemalige Landkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 33). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2003, ISBN 3-7696-6851-0.
Weblinks
- Gemeindeteile > Eschenau. In: knetzgau.de. Abgerufen am 12. Dezember 2025.
- Eschenau in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- Eschenau in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- Eschenau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 11. Dezember 2025.
Fußnoten
- ↑ a b c Einwohnerstatistik. Abgerufen am 5. Februar 2024.
- ↑ a b J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 83. Hiernach gab es 31 Haushalte.
- ↑ Gemeinde Knetzgau, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Gemarkung Eschenau (090988). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
- ↑ a b P. Schneider: Steigerwald, S. 404.
- ↑ A. Tittmann: Haßfurt, S. 321.
- ↑ a b A. Tittmann: Haßfurt, S. 320.
- ↑ a b c A. Tittmann: Haßfurt, S. 557f.
- ↑ a b c d Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 872 (Digitalisat).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 759 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Knetzgau > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 11. Dezember 2025.
- ↑ Denkmalliste für Knetzgau (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
- ↑ a b Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- ↑ a b c d e f g h i j Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 201, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- ↑ a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1158, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- ↑ Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 187 (Digitalisat).
- ↑ a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1307, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Hergestellt auf Grund der neuen Organisation der Regierungsbezirke, Bezirksämter und Gerichtsbezirke. Nachtrag zum Heft 36 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1879, OCLC 992516308, S. 76 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern. Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Heft 35 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1882, OCLC 460588127, S. 214 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1243 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichniss für das Königreich Bayern : Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1890. Heft 58 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1892, OCLC 162230561, S. 218 (Digitalisat).
- ↑ a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1325 (Digitalisat).
- ↑ K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Gemeinde-Verzeichnis für das Königreich Bayern Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand vom 1. Juli 1911. Heft 84 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1911, OCLC 162230664, S. 219 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1359 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1193 (Digitalisat).
- ↑ a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 186 (Digitalisat).
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 362 (Digitalisat).