Es ist ein Elch entsprungen

Film
Titel Es ist ein Elch entsprungen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2005
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Ben Verbong
Drehbuch Andreas Steinhöfel,
Andreas Bradler
Produktion Ewa Karlström,
Andreas Ulmke-Smeaton (SamFilm)
Musik Ralf Wengenmayr
Kamera Jan Fehse
Schnitt Alexander Dittner
Besetzung

Es ist ein Elch entsprungen ist eine deutsche Filmkomödie von Ben Verbong aus dem Jahr 2005, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Andreas Steinhöfel. Mit Mitten in der Winternacht (2013) entstand eine weitere Verfilmung der literarischen Vorlage.

Handlung

Der zehnjährige Bertil Wagner, seine Schwester Kiki und ihre Mutter leben zusammen in einem abgelegenen Haus im Wald in Bayern. Kurz vor Weihnachten wünscht sich Bertil nichts sehnlicher als seinen Vater zu sehen, der seit längerem am Nordpol auf Forscher tätig ist. Wenige Tage vor Heiligabend bricht plötzlich ein Elch durch die Wohnzimmerdecke. Der Elch kann sprechen und stellt sich als Mr. Moose vor. Er sei der Elch des Weihnachtsmannes und bei einem Testflug des Weihnachtsmannes von der Bahn abgekommen und abgestürzt.

Schnell freunden sich Bertil und Mr. Moose an. Der Elch erweist sich als nützlich gegenüber drei gleichaltrigen Jungen, die Bertil mobben: als diese Mr. Moose erblicken, flüchten sie panisch. Zugleich muss Mr. Moose aber auch verborgen werden vor Pannecke, dem griesgrämigen Vermieter der Wagners und überdies ein leidenschaftlicher Jäger. Zum Leidwesen von Bertils Mutter macht Pannecke ihr auch den Hof. Unterdessen ist der Weihnachtsmann nach dem Absturz in Irland notgelandet und schlägt sich per Anhalter zu Mr. Moose durch. Zuletzt steigt er bei der Oma von Bertil und Kiki ein, die sich auf dem Weg zu ihren Enkeln befindet.

Weil sich Bertil mit Mr. Moose gut versteht und sonst kaum Freunde hat, möchte er am liebsten verhindern, dass Mr. Moose abreisen kann. Hierfür lockert er heimlich das Band, an dem sich der Samtbeutel mit dem galaktischen Milchstraßenstaub befindet, der für das Fliegen notwendig ist. Am nächsten Morgen verliert der Elch beim Äsen den Beutel mit dem Milchstraßenstaub. Bertil hat ein schlechtes Gewissen und sucht nach dem Beutel, doch inzwischen hat ihn Pannecke gefunden und mitgenommen. Nichtsahnend probiert Pannecke den Staub auf seinen Spiegeleiern. Plötzlich ist die Pfanne leer, und die Eier sind nach oben entschwebt – wie etliche seiner Hühner, die vom Staub genascht hatten.

Der Weihnachtsmann lässt sich nach Ankunft von den Damen, respektive der Großmama, mit Kaffee, steinharten Kokos-Keksen und später mit Eierlikör und Klarem verwöhnen. Am späten Abend verabschiedet sich der Weihnachtsmann in heilloser Trunkenheit. In der Zwischenzeit gelingt es Bertil, bei Pannecke einzudringen, den Beutel zu ergreifen und den mit seinem Jagdgewehr bewaffneten Pannecke mit Sternenstaub unter die Decke zu befördern. Pannecke bleibt in einem Hirschgeweihkronleuchter hängen, landet jedoch nach einer Weile mitsamt diesem äußerst unsanft auf dem Tisch, denn die Wirkung des Sternenstaubes verschwindet nach gewisser Zeit.

Zwar ist nun der Sternenstaub da, doch es fehlt der Weihnachtsmann: Er wurde in der Nacht im betrunkenen Zustand von der Polizei aufgegriffen und in die Psychiatrie „Wahnfried“ eingewiesen, weil er sich standfest als Weihnachtsmann ausgab. Ein Befreiungsversuch der Frauen und Kinder, die per Wagen vor dem Kliniktor erscheinen, scheitert am Klinikpförtner, der ohne Papiere und Ausweise niemanden herein- oder hinauslässt. Bertil fliegt daraufhin mit Elch und Sternenstaub zur Burg, um den Weihnachtsmann zu befreien. Der Weihnachtsmann wird inzwischen vom Klinikleiter, einem älteren Professor, untersucht. Nach und nach vertauschen sich im Gespräch die Rollen: Dem Weihnachtsmann gelingt es, nach erfolglosem „Ich bin gar nicht der Weihnachtsmann“ auf die Frage nach seinem Beruf den Weihnachtsmannmythos so glaubhaft zu schildern, dass der Klinikleiter in Erinnerung an seine eigene Kindheit davon zu erzählen beginnt, dass der Weihnachtsmann außer als mantelbedeckter, im Frühjahr dahinschmelzender Schneemann darin keinen Platz hatte. Als der Klinikleiter darüber einschläft, versucht der Weihnachtsmann, da Türen und Fenster verriegelt sind, durch den Kamin zu verschwinden, bleibt aber oben stecken.

Während Ärzte und Pfleger den nun an den Weihnachtsmann glaubenden Klinikleiter wegführen, schwebt Bertil bereits auf dem Elch übers Dach. Mithilfe von Elch und Bertil, der ein Seil um den Weihnachtsmann geschlungen hat, ziehen sie ihn aus dem Kamin. Da Mr. Moose jedoch versehentlich das Seil aus seinem Maul gleiten lässt, muss Bertil durch einen gewagten Sprung auf den neben dem Dach schwebenden Elch auf dessen Rücken vor dem Weihnachtsmann landen. Der Sprung gelingt und Mr. Moose fliegt zum Haus der Wagners zurück. Damit Pannecke den Elch nicht mit seinem Gewehr abschießt, bringen die Kinder, die Bertil einst mobbten, unter der Leitung seiner Schwester Kiki Feuerwerkskörper an seinem Hochsitz an. Gerade als Pannecke zum Schuss auf den fliegenden Elch ansetzt, bricht sein Jagdsitz durch das Feuerwerk zusammen.

Der Weihnachtsmann gestattet Mr. Moose dessen langjährigen Wunsch – statt jedes Jahr lediglich die Probefahrten zu fliegen, darf er statt der Rentiere dieses Jahr in der Weihnachtsnacht den Schlitten ziehen. Der Weihnachtsmann und Mr. Moose entschwinden zum Nordpol. Dort verpackt Bertils Vater Stefan Wagner zusammen mit einem Kollegen in einer Polarstation Proben und denkt dabei über Sternschnuppen und seinen Herzenswunsch, nämlich zu Hause zu sein, nach. Vor den Augen seines verdutzten Kollegen wird Stefan durch den Weihnachtsmann teleportiert und landet wenig später durchs heimische Dach in der guten Stube – vor seiner erstaunten und hocherfreuten Familie.

Kritiken

Der film-dienst bezeichnet den Film als „warmherzige, sorgfältig inszenierte Weihnachtsgeschichte“, die „stimmungsvoll fotografiert [wurde] und von einem spielfreudigen Ensemble getragen“ wird.[2] Auf der anderen Seite kritisiert filmstarts.de den Film als „spannungsarm [und] wenig lustig“. Der Film sei zwar „einigermaßen freundliche, erträgliche Familienunterhaltung“, würde aber Weihnachtselemente einfallslos abrufen und die meisten Kinder „unterfordern“.[3]

Auszeichnungen

Der Film erhielt 2006 den Bayerischen Filmpreis als Bester Familienfilm. Außerdem bekam er den Kindermedienpreis auf dem Filmfest München sowie das Prädikat „besonders wertvoll“ der Filmbewertungsstelle.

Einzelnachweise

  1. Alterskennzeichnung für Es ist ein Elch entsprungen. Jugendmedien­kommission.
  2. Es ist ein Elch entsprungen. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 13. August 2008.
  3. Filmkritik auf filmstarts.de, Björn Helbig, abgerufen am 13. August 2008.