Erwin Noack (Künstler)
Erwin Noack (* 4. August 1940 in Uetersen; † 11. November 2006 in Bremen) war ein deutscher bildender Künstler, Musiker und Perkussionist. Er wurde insbesondere als Gründungsmitglied der Progressive-Rock- und Jazz-Rock-Band Thirsty Moon bekannt und war darüber hinaus in der Bremer Kunstszene aktiv.
Leben und künstlerisches Wirken
Erwin Noack wurde 1940 in Uetersen geboren. Er lebte seit den 1960er-Jahren in Bremen, wo er sowohl musikalisch als auch künstlerisch tätig war. Neben seiner Arbeit als Musiker war er zunächst als Grafiker und Dekorateur tätig, bevor er sich verstärkt der freien Kunst zuwandte.
In den frühen 1970er-Jahren erlernte Noack unter anderem das Spiel auf Congas und anderen Perkussionsinstrumenten, die später ein prägendes Element seines musikalischen Stils wurden. Er war Teil der experimentellen Bremer Musikszene, die Jazz, Rock und freie Improvisation verband.
Parallel dazu entwickelte Noack ein eigenständiges bildkünstlerisches Werk. Er stellte unter anderem im Bremer Kunstverein „Humboldt & Schlüter“ aus, dessen Ausstellungsräume zugleich als Treffpunkt der lokalen Kunstszene dienten. In einer 2002 in der taz erschienenen Rezension wird Noack als vielseitiger Künstler beschrieben, dessen Arbeiten sich mit Werkzeugen, handwerklichen Objekten und Alltagsgegenständen auseinandersetzen. Die Ausstellung „Werk-Zeugen“ präsentierte diese Objekte als biografisch aufgeladene Zeugnisse seines Lebens und Arbeitens.[1]
Noack war zudem an Projekten der Kunst im öffentlichen Raum in Bremen beteiligt.[2]
Er starb 2006 in Bremen.
Musikalische Karriere
Anfang der 1970er-Jahre gehörte Erwin Noack zu den Gründungsmitgliedern von Thirsty Moon, einer Band, die Elemente aus Progressive Rock, Jazz-Rock und Krautrock verband. Die Band ging aus dem Umfeld der Gruppe D.R.P. (Drogies Rock Project) und den Shakespears hervor und probte 1972 gemeinsam in einem abgelegenen Bauernhaus.
Noack spielte in der Band vor allem Congas und Perkussion und prägte damit den rhythmisch-improvisatorischen Charakter der frühen Aufnahmen.
Die ersten beiden Alben erschienen beim renommierten Label Brain Records. Aufgrund interner Spannungen und finanzieller Probleme löste sich die Band 1974 auf. Eine spätere Neuformierung ab 1976 erfolgte ohne Beteiligung von Erwin Noack.
Diskografie (Auswahl)
Mit Thirsty Moon[3]
- Thirsty Moon – Studioalbum (Brain Records, 1973)
- You’ll Never Come Back – Studioalbum (Brain Records, 1974)
Weitere Mitwirkungen
- The Music Survives! – Degenerate Music: Music Suppressed by the Third Reich (1993)
- Ernst Krenek: Jonny spielt auf, Dirigent: Lothar Zagrosek (1993)
- Satin Whale – Don’t Stop The Show (1981)
Rezeption und Bedeutung
Thirsty Moon gilt heute als eine der eigenständigeren deutschen Jazz-Rock-Formationen der frühen 1970er-Jahre. Erwin Noack wird in der Bandgeschichte als Mitbegründer der Originalbesetzung genannt. Darüber hinaus ist er in Bremen als lokal verankerter Künstler dokumentiert, dessen Arbeiten im öffentlichen und halböffentlichen Raum gezeigt wurden.
Weblinks
- Website von Erwin Noack (archiviert in der Wayback Machine)
- Thirsty Moon/Erwin Noack
- Erwin Noack bei Discogs
Einzelnachweise
- ↑ Goldrausch im Hochparterre. taz, 27. April 2002, abgerufen am 5. Januar 2026.
- ↑ Erwin Noack. Kunst im öffentlichen Raum, abgerufen am 5. Januar 2026.
- ↑ Noack, Erwin - 2 albums. Krautrock-Musikzirkus, abgerufen am 5. Januar 2026.