Erste Reise von James Cook
Die erste Reise von James Cook war eine britische Entdeckungsfahrt im Auftrag der Royal Navy und der Royal Society, die von 1768 bis 1771 dauerte. Ziel der Expedition war zum einen die Beobachtung des Venustransits 1769 auf Tahiti, um astronomische Messungen für die Bestimmung des Sonnenabstands zu ermöglichen. Darüber hinaus sollte Cook im Auftrag der britischen Regierung das südliche Pazifikgebiet erkunden, insbesondere nach dem vermuteten Südkontinent Terra Australis suchen und dessen mögliche Küsten erforschen. Zu den wichtigsten Teilnehmern an Bord des umgebauten ehemaligen Kohletransporters HMS Endeavour gehörten der Naturforscher Joseph Banks mit seinem wissenschaftlichen Team und mehreren Zeichnern sowie der Astronom Charles Green, der die Beobachtung des Venustransits auf Tahiti durchführte. Während der Reise kartierte Cook erstmals umfassend die Küsten Neuseelands und der Ostküste Australiens, sammelte zahlreiche naturwissenschaftliche Erkenntnisse und beschrieb bis dahin unbekannte Tier- und Pflanzenarten. An Bord wurde unter anderem Sauerkraut zur Vorbeugung von Skorbut eingeführt, was die Gesundheit der Mannschaft förderte. Auf dem Rückweg jedoch verlor die Expedition in Batavia (heute Jakarta) viele Besatzungsmitglieder durch Tropenkrankheiten – ein schwerer persönlicher und beruflicher Rückschlag für Cook, der stets um das Wohl seiner Mannschaft bemüht war. Nach der Rückkehr veröffentlichten Banks und andere Teilnehmer Berichte und Illustrationen über die Reise, während Cooks eigenes Journal die Entdeckungen und Ereignisse dokumentierte und das Wissen über die südliche Erdhalbkugel entscheidend erweiterte.
Vorgeschichte
Im 18. Jahrhundert war die genaue Bestimmung der Entfernung zwischen Erde und Sonne eine der größten Herausforderungen der Astronomie. Der bevorstehende Venustransit von 1769 bot Wissenschaftlern die seltene Gelegenheit, durch gleichzeitige Beobachtungen von verschiedenen Orten der Welt aus präzise Berechnungen über das Sonnensystem anzustellen. Die Royal Society, die bedeutendste wissenschaftliche Gesellschaft Großbritanniens, erkannte die Wichtigkeit dieses Ereignisses und wandte sich mit mehreren Bitten und Eingaben an König Georg III. sowie an die Admiralität. Sie ersuchte um Unterstützung bei der Organisation und Finanzierung einer Expedition, die zu einem möglichst abgelegenen, optimalen Standort im Pazifik entsendet werden sollte, um den Transit unter idealen Bedingungen zu beobachten.[1] Parallel zu diesen wissenschaftlichen Bestrebungen spielten auch geopolitische Interessen eine maßgebliche Rolle. Die britische Admiralität sah die Expedition als Gelegenheit, nach dem sagenumwobenen, bislang unentdeckten Südkontinent, der Terra Australis Incognita, zu suchen.[2]
Vorbereitung
Ursprünglich wurde Alexander Dalrymple, ein erfahrener Seefahrer und Geograph, als Leiter der Unternehmung in Erwägung gezogen. Dalrymble wurde jedoch ausgeschlossen da es gegen die Regularien der Navy verstieß einen Zivilisten ein Schiff seiner Majestät kommandieren zu lassen. Die Wahl fiel schließlich auf James Cook, einen fähigen Navigations- und Kartographieoffizier, der durch seine präzisen Landvermessungen in Neufundland aufgefallen war.[3] Auch die Suche nach einem geeigneten Schiff war mit Schwierigkeiten verbunden. Die Entscheidung fiel auf die Earl of Pembroke, einen stabilen Kohlentransporter aus Whitby, der als besonders seetüchtig und für lange Reisen geeignet galt. Das Schiff wurde für 2.800 Pfund erworben und als HMS Endeavour in Dienst gestellt. Obwohl die Endeavour relativ neu war, waren umfangreiche Vorbereitungen erforderlich, bevor sie ihre lange Reise antreten konnte. Dazu gehörten der Austausch ihrer Masten, das Anbringen einer zusätzlichen Beplankung zum Schutz ihres Rumpfes vor Schiffsbohrwürmern, sowie die Umgestaltung ihres Innenraums.[4] Bis Ende Juli waren alle Reparaturen und Umbauten abgeschlossen; die Kosten betrugen 5.394 Pfund.[5]
Mitte Mai hatte die Admiralität Cook eine Crew von 70 Mann gewährt. Anfang August wurde die Anzahl auf 85 erhöht.[A 1] Cook hatte wenig Einfluss auf die Auswahl seiner Besatzung. Unter ihnen befanden sich jedoch mehrere Männer, die Cook bereits kannte, wie beispielsweise Peter Flower und einige andere von der Grenville, darunter Isaac Smith, der Cousin von Cooks Frau. Die Offiziere zeigten großes Engagement für die Reise. Leutnant Zachary Hicks, 29 Jahre alt und bereits an Tuberkulose erkrankt, war der stellvertretende Kommandant und gab später dem ersten Stück Land, das von Australien gesichtet wurde, seinen Namen. John Gore, ein Amerikaner und dritter Leutnant, war mit 38 Jahren der älteste Offizier. Er brachte umfangreiche Erfahrungen aus zwei früheren Weltumsegelungen mit und war für seine Jagdfähigkeiten bekannt – er schoss als erster Europäer in Australien ein Känguru. Der Master Robert Molyneux und der Masters Mate Richard Pickersgill waren beide junge, aber sehr erfahrene Navigatoren, wobei Pickersgill für seine außergewöhnlichen zeichnerischen Fähigkeiten bekannt war.
Der Second Masters Mate Charles Clerke, war für seinen Humor und seine Erzählkunst bekannt und pflegte eine enge berufliche Beziehung zu Cook. William Monkhouse war als Schiffsarzt tätig, unterstützt von seinem Assistenten William Perry. Beide spielten eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gesundheit der Besatzung. Der Segelmacher John Ravenhill war bereits in fortgeschrittenem Alter und bekannt für seinen häufigen Alkoholkonsum; er starb während der Reise eines natürlichen Todes. Das jüngste offizielle Mitglied der Besatzung war Isaac Manley, der im Alter von zwölf Jahren an der Reise teilnahm und später als letztes überlebendes Besatzungsmitglied schließlich den Rang eines Admirals erreichte.[6] Neben der offiziellen Besatzung nahmen auch mehrere Zivilisten mit wissenschaftlichen und künstlerischen Fachkenntnissen als Beobachter an der Reise teil. Charles Green, der offizielle Astronom der Expedition; Joseph Banks, ein Botaniker; Daniel Solander, ein schwedischer Naturforscher; Hermann Spöring, ein weiterer Naturforscher; Sydney Parkinson, ein botanischer Illustrator aus Schottland; Alexander Buchan, ein weiterer schottischer Künstler; und vier Bedienstete.[7] Zu den zu Beginn der Reise geladenen Vorräten gehörten 6.000 Stück Schweinefleisch und 4.000 Stück Rindfleisch, neun Tonnen Brot, fünf Tonnen Mehl, drei Tonnen Sauerkraut[A 2], eine Tonne Rosinen und verschiedene Mengen Käse, Salz, Erbsen, Öl, Zucker und Haferflocken. Der Alkoholvorrat bestand aus 250 Fässern Bier, 44 Fässern Brandy und 17 Fässern Rum. Zum Viehbestand gehörte eine Ziege, die bereits mit Samuel Wallis um die Welt gereist war.[8] Für die verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen standen 2 Spiegelteleskope mit einer Brennweite von 60 cm, 2 Holzstative für die Teleskope mit äquatorialen Polachsen, ein astronomischer Quadrant mit einem Radius von 30 cm, eine astronomische Uhr, ein Messingsextant, ein Barometer, eine Kontrolluhr, 2 Thermometer, 1 Stativ für den Quadranten, eine Tauchnadel, ein Azimutkompass und ein tragbares Observatorium. Zusätzlich zu diesen Instrumenten forderte Cook mathematische und vermessungstechnische Geräte an, darunter einen Theodoliten und einen Messtisch, eine Messingwaage, einen Proportionalzirkel, Glas zum Nachzeichnen sowie Papier und Farben, um die Position des Schiffes zu bestimmen und Land zu kartografieren.[9]
Befehle
Am 30. Juli erteilten die Admiralität James Cook die als geheim eingestuften Instruktionen. Cook sollte um Kap Horn nach King George's Island (Tahiti) segeln, um den Venusdurchgang zu beobachten. Sobald er, einige Wochen vor dem Durchgang, zur Vorbereitung in Tahiti angekommen war, sollte er vorhandene Navigationsvermessungen nutzen und freundschaftliche, aber vorsichtige Beziehungen zu den Inselbewohnern aufbauen. Sollte er nicht in Tahiti an Land gehen können, sollte er einen anderen geeigneten Ort innerhalb der angegebenen Koordinaten für die astronomische Beobachtung finden. Zusätzliche Anweisungen konzentrierten sich auf die Suche nach einem möglichen südlichen Kontinent. Nach Abschluss der Beobachtungen auf Tahiti sollte Cook nach Süden bis zum 40. Breitengrad segeln und nach dem Kontinent suchen; sollte er ihn nicht finden, sollte er zwischen dem 35. und 40. Breitengrad weiter nach Westen segeln, bis er ihn entweder entdecken oder Neuseeland erreichen würde. Wenn ein neuer Kontinent gefunden wurde, sollte Cook dessen Küste erkunden und kartografieren, wissenschaftliche Daten über natürliche Ressourcen und Einwohner sammeln und ihn im Namen der britischen Krone in Besitz nehmen. Im negativen Falle, das heißt, wenn der Kontinent nicht aufgefunden wurde, sollte er Neuseeland gründlich erkunden und kartografieren und anschließend nach England zurückkehren. Alle bedeutenden neu entdeckten Inseln sollten kartografiert und, ggf., für Großbritannien in Besitz genommen werden.[10]
Aufbruch
Am 26. August 1768 stach die Endeavour von Plymouth aus mit Ziel Richtung Madeira in See. Am 12. September erreichte die Endeavour Funchal, nahm 3032 Gallonen (13.783 Liter) Wein an Bord und stach eine Woche später wieder in See. Am 25. Oktober feierten die Männer die Überquerung des Äquators und erreichten am 13. November Rio de Janeiro.[11] Bei der Ankunft der Endeavour im Hafen von Rio de Janeiro wurde Leutnant Hicks an Land geschickt, um die Ankunft des Schiffes anzukündigen, einen Lotsen anzufordern und den Vizekönig darüber zu informieren, dass das Schiff die für seine Reise notwendigen Vorräte benötigte. Cook nutzte die günstigen Wetterbedingungen und ging vor Anker, ohne auf die Rückkehr von Hicks zu warten. Hicks wurde vom Vizekönig gemäß den örtlichen Gepflogenheiten festgehalten, durfte aber schließlich zum Schiff zurückkehren. Die folgenden Interaktionen waren von strengen Kontrollen geprägt, niemand außer Cook durfte an Land gehen. Cook musste Vorräte über lokale Zwischenhändler gegen eine Gebühr kaufen, und die Bitten der Forscher, für naturkundliche Sammlungen an Land zu gehen, wurden abgelehnt. Cook wurde ständig von einem portugiesischen Offizier begleitet, der angeblich zu seiner Unterstützung da war, aber in Wirklichkeit als Aufpasser fungierte. Cook gelang es schließlich, die benötigten Vorräte zu beschaffen, indem er bewachte Boote an Land schickte, war jedoch frustriert über die Vorzugsbehandlung eines spanischen Kriegsschiffs im Hafen, dessen Offiziere keinen solchen Beschränkungen unterlagen. Nach mehreren Verzögerungen, darunter der Unfalltod eines Besatzungsmitglieds und das Verfangen des Ankers an einem Felsen, verließ die Endeavour schließlich am 7. Dezember Brasilien.[12]
Am 11. Januar 1769 wurden die Küste von Feuerland sichtbar. Am 15. Januar legte das Schiff einen kurzen Zwischenstopp in der Bay of Success in der Straße von Le Maire ein, um sich mit frischen Vorräten zu versorgen. Bei diesem Besuch trafen sie zum ersten Mal auf indigene Völker. Cook notierte in seinem Tagebuch, dass sie „perhapse as miserable a set of People as are this day upon on Earth.“. Die Endeavour verließ schließlich am 21. Januar 1769 die Bay of Success und fuhr weiter südlich in Richtung Kap Hoorn.[13] Die Endeavour umrundete Kap Hoorn[A 3] am 25. Januar und erreichte am 13. April Matavai Bay in Tahiti.[14]
Tahiti
Die Endeavour wurde von den Inselbewohnern herzlich empfangen, die das Schiff mit Kanus umringten, und Kokosnüsse und Früchte zum Tausch anboten.[15] Da die Beobachtung des Venusdurchgangs für den 3. Juni geplant war, hatte Cook sieben Wochen Zeit, um ein Lager aufzuschlagen und sich vorzubereiten. Aufgrund früherer Berichte über die Reise der Dolphin und der Erfahrungen von Besatzungsmitgliedern rechnete Cook mit möglichen Problemen bei den Beziehungen zu den Tahitianern. Vor dem ersten Landgang verlas er seiner Besatzung eine Liste strenger Regeln und betonte, wie wichtig es sei, freundschaftliche Beziehungen zu den Inselbewohnern zu pflegen, und beide Seiten vor Krankheiten zu schützen. Cook machte deutlich, dass jeder Verstoß gegen die Disziplin mit strengen Strafen geahndet werden würde.
Die Einrichtung der Sternwarte hatte Priorität, und mit der Erlaubnis der lokalen Häuptlinge errichtete Cook ein befestigtes Lager namens Fort Venus auf einem Felsvorsprung, der später Point Venus genannt wurde. Die Marinesoldaten hatten die Aufgabe, das Fort und seine Vorräte zu bewachen, aber aufgrund der unterschiedlichen Einstellung der Tahitianer zu Eigentum kam es immer wieder zu Diebstählen, die von kleinen persönlichen Gegenständen bis hin zu wichtigen wissenschaftlichen Geräten reichten. Obwohl diese Vorfälle in der Regel nicht böswillig waren und die gestohlenen Gegenstände oft zurückgegeben wurden, stellten die wiederholten Diebstähle Cooks Geduld während seines Aufenthalts auf eine harte Probe.[16]
Venustransit
Die Beobachtung des Transits fand unter idealen Wetterbedingungen statt. Es wurden drei Beobachtungsstationen eingerichtet: Fort Venus in der Matavai-Bucht, eine Station auf der Insel Taaupiri und eine weitere auf der Insel Irioa (Moorea), um dem Risiko zu begegnen, dass schlechtes Wetter einen der Standorte beeinträchtigen könnte. Cook und der Astronom Charles Green leiteten die Beobachtung in Fort Venus, unterstützt von Daniel Solander und Robert Molyneux, unter Verwendung mehrerer Teleskope. Die beiden anderen Gruppen unter der Leitung von Zachary Hicks, Charles Clerke, John Gore und Jonathan Monkhouse wurden ebenfalls mit Teleskopen und Zeitmessern ausgestattet, obwohl die genauen Instrumente nicht vollständig dokumentiert sind.
Der Transit begann um 9:21 Uhr, wobei sich die Beobachter auf die kritischen Momente konzentrierten, in denen die Scheibe der Venus mit der Sonne in Kontakt trat (Eintritt und Austritt). Die Lichtverhältnisse an diesem Tag ermöglichten ununterbrochene Beobachtungen während des sechsstündigen Ereignisses. Allerdings machte es ein dunkler Fleck, der heute als Black-Drop-Effekt[A 4] bekannt ist, äußerst schwierig, die genauen Kontaktzeiten zu bestimmen. Dieser Effekt war den damaligen Astronomen unbekannt und führte zu Abweichungen in den aufgezeichneten Zeitangaben. Trotzdem berichteten alle drei Teams, dass sie den gesamten Durchgang erfolgreich beobachten konnten, ohne von der lokalen Bevölkerung in Fort Venus gestört zu werden.[17]
Kulturelle Beobachtung
Nach dem Venustransit blieb Cook weiterhin auf Tahiti und hatte die Gelegenheit, die Gesellschaft und Kultur der Insel eingehend zu beobachten. Die politische Organisation Tahitis erwies sich als vielschichtig: Die Insel war in verschiedene Distrikte unterteilt, die jeweils von Häuptlingen, den sogenannten Ari’i, regiert wurden. Über diesen ranghöchsten Adeligen standen wiederum Oberhäuptlinge, die zum Teil über mehrere Distrikte herrschten. Die Machtverhältnisse waren jedoch nicht absolut, sondern beruhten auf komplexen Abstammungsregeln und dem Prinzip der Vererbung von Rang und Status. Die Hierarchie war durch Geburt und rituelle Reinheit bestimmt. Viele religiöse Handlungen konzentrierten sich auf die sogenannten Marae, steinerne Tempelanlagen, die als zentrale Orte für Zeremonien und Opfer dienten. Ein zentrales Element der tahitianischen Gesellschaft war das System der Tabus, im lokalen Sprachgebrauch als Tapu bezeichnet.
Tapu bedeutete, dass bestimmte Orte, Personen, Gegenstände oder Handlungen als heilig oder unberührbar galten und daher strengen Regeln unterlagen. So durften bestimmte Gegenstände der Häuptlinge oder religiösen Funktionsträger nicht von allen berührt werden. Die Übertretung eines Tabus konnte schwere soziale oder religiöse Konsequenzen nach sich ziehen. Dieses ausgeprägte Tabu-System stellte für die Europäer einen der größten kulturellen Unterschiede dar, da viele der Verbote für Außenstehende nicht nachvollziehbar erschienen und das Alltagsleben der Inselbewohner stark bestimmten.[18] Während des Aufenthalts entwickelte sich ein enger Kontakt zu einem jungen Tahitianer namens Tupaia. Tupaia war ein angesehener Priester und Navigator, der großes Wissen über die Religion, Navigation und das Gesellschaftssystem der Inseln besaß. Aufgrund seiner Fähigkeiten als Dolmetscher und Kenner der pazifischen Inselwelt entschied Cook, ihn auf der weiteren Reise mitzunehmen.[19] .
Gesellschaftsinseln und Suche nach Terra Australis
Die Endeavour verließ Tahiti am 13. Juli und lief am 16. Juli in die nahe gelegene Insel Huahine an. Dort schloss Cook Freundschaft mit dem lokalen Stammeshäuptling Ori. Nachdem er Huahine verlassen hatte, segelte Cook nach Teava Moa in der Nähe von Raiatea, wo sich das Marae Taputapuatea befindet. Cook beanspruchte die Insel und ihre Nachbarinseln für Großbritannien. Am 24. Juli fuhren sie nach Norden nach Tahaa, das sich im selben Riff wie Raiatea befindet, und konnten nach mehreren Tagen zur Versorgung an Land gehen. Ungünstige Winde verhinderten die Landung auf Bora Bora. Am 2. August lief Cook in den Hafen von Rautoanui auf Raiatea ein, um das Schiff zu reparieren, Ballast aufzunehmen und Wasser zu holen. Banks und Solander erkundeten die Insel, beobachteten die lokalen Bräuche und besuchten Aufführungen. Sie trafen Puni, den Häuptling von Bora Bora, der trotz seines Rufs wenig beeindruckend war. Cook konzentrierte sich auf Vermessungsarbeiten. Zu den Inseln, die Cook für Großbritannien beanspruchte, gehörten Tupai, Maupiti, Huahine, Raiatea-Tahaa und Bora Bora, die er aufgrund ihrer Nähe die Gesellschaftsinseln nannte.[20]
Die Hauptinseln zeichneten sich durch ihre beeindruckenden Vulkanlandschaften, geschützte Anlegestellen und Anbauflächen aus, obwohl ihre Brotfruchternte weniger reichhaltig war als die von Tahiti. Die Einwohner wirkten offen und freundlich, obwohl es Anzeichen für Gewalt gab. Am 9. August segelte Cook von seinem Ankerplatz aus nach Süden, um auf Befehl der Admiralität nach dem südlichen Kontinent zu suchen.[20] Nachdem er etwa 1295 Seemeilen (2400 Kilometer) zurückgelegt hatte,[21] erreichte die Endeavour am 1. September bei 40°22' südlicher Breite und 145°39' westlicher Länge einen Punkt, an dem er feststellte, dass er den in seinen Anweisungen festgelegten Breitengrad überschritten hatte. Gemäß seinen Anweisungen wandte sich Cook dann nach Westen und nahm Kurs auf Neuseeland, auf einem Kurs zwischen etwa 29 und 40 Grad südlicher Breite.[22]
Neuseeland
Am 6. Oktober 1769 wurde Land gesichtet, und Cook näherte sich der Küste, ankerte in der Nähe eines Flusses und ging mit Banks und Solander an Land. Aufgrund seiner Beobachtungen und Längenberechnungen kam Cook zu dem Schluss, dass er Neuseeland erreicht hatte. Der erste Kontakt mit den Māori verlief feindselig und führte nach gescheiterten Versuchen einer friedlichen Kommunikation und eines Handels zu Gewalt und mehreren Todesfällen. Cook bedauerte den Einsatz von Gewalt und reflektierte später in seinem Tagebuch kritisch über sein Handeln. Er nannte das Gebiet aufgrund des Mangels an Vorräten Poverty Bay und setzte die Kartierung der Küste fort, wobei er weiteren sporadischen und manchmal feindseligen Begegnungen mit den lokalen Māori ausgesetzt war.[23]
In den folgenden Buchten trieben Cook und seine Männer Handel mit den Māori, teilweise erfolgreich, teilweise kam es zu Streitigkeiten. Am Cape Kidnappers wurde ein Besatzungsmitglied während einer Auseinandersetzung kurzzeitig entführt. Cook benannte geografische Merkmale, während er die Küste entlangfuhr, und nachdem er Cape Turnagain bei 40°34' südlicher Breite erreicht hatte, kehrte er um, um nach Norden zu fahren und vielversprechendere Landungsstellen zu suchen. Er knüpfte freundschaftliche Beziehungen in Anaura Bay und Tolaga Bay, wo er erfolgreichen Tauschhandel tätigte und botanische Arbeiten durchführte. Cook umrundete dann East Cape, benannte die Bay of Plenty und beobachtete die lokalen Handelsbräuche, die sich von den europäischen Erwartungen unterschieden. Gelegentlich kam es zu Feindseligkeiten, die den Einsatz von Schusswaffen zur Verteidigung erforderlich machten. In der Mercury Bay beobachte Cook den Merkurtransit und verbrachte elf Tage damit, Vorräte aufzufüllen und Vermessungen durchzuführen. Nachdem ein Maori wegen eines Streits über einen Tauschhandel getötet worden war, nahmen die Spannungen zu, doch es war der einzige Vorfall dieser Art.[23]
Cook erfasste die bescheidenen Lebensbedingungen und befestigten Siedlungen der Māori sowie ihre Abhängigkeit vom Fischfang und der Nahrungssuche. Er hielt seine Gespräche mit lokalen Häuptlingen, darunter Te Horeta, fest und führte neue Nutzpflanzen wie Kartoffeln ein. Cook fuhr weiter entlang der Küste, kartografierte neue Landschaften und benannte sie nach Förderern oder charakteristischen Merkmalen. Er fuhr in den Thames River ein, traf dort auf freundliche Einheimische und sammelte Vorräte. Weiter nördlich besuchte er die Bay of Islands, wo anfängliche Konflikte dem Handel und der Versorgung wichen. Im Dezember und Januar navigierte Cook trotz widriger Wetterbedingungen entlang der Nord- und Westküste, und kartografierte die Küstenlinie. Er benannte mehrere Landmarken, darunter North Cape, und feierte Weihnachten auf See.[23]
Anfang 1770 ankerte Cook in Ship Cove, im Queen Charlotte Sound, um Reparaturen durchzuführen. Er begegnete Māori-Gemeinschaften und stellte fest, dass diese im Vergleich zum Norden weniger zahlreich waren und über noch geringere Ressourcen verfügten. Es wurden Hinweise auf Kannibalismus beobachtet und dokumentiert. Cook konzentrierte sich auf detaillierte Küstenvermessungen, bestätigte, dass Neuseeland aus zwei Hauptinseln bestand, und widerlegte die Existenz eines südlichen Kontinents. Er unternahm mehrere Expeditionen, um die Küstenlinie zu kartografieren und botanische Proben zu sammeln, setzte Markierungen, um das Land für Großbritannien zu beanspruchen, und versah Orte wie Queen Charlotte Sound und Cape Koamaru mit Namen. Nach schwierigen Wetterbedingungen navigierte Cook durch die Meerenge zwischen den Inseln und kartografierte weiter die Süd- und Westküste, wobei er unter anderem Cape Campbell, die Kaikoura-Halbinsel und die Banks-Halbinsel beschrieb.[23]
Trotz der rauen Bedingungen schloss Cook die erste Umrundung Neuseelands ab und ankerte in der Admiralty Bay, um Vorräte aufzunehmen. Er erstellte eine umfassende Küstenkarte, in der er einige Ungenauigkeiten aufgrund des Wetters und der Entfernung zur Küste einräumte, aber seine Arbeit stellte eine bedeutende Leistung in der Kartografie des Pazifiks dar. Während der Reise dokumentierten Banks und Solander rund 400 neue Pflanzenarten. Cooks Beobachtungen der Māori umfassten sowohl ihre Stärken und kulturellen Praktiken als auch ihre Ähnlichkeiten mit den Völkern der Südsee, was ihn dazu veranlasste, über ihre Herkunft nachzudenken. Ende März beriet sich Cook mit seinen Offizieren und beschloss unter Berücksichtigung des Zustands des Schiffes und der Jahreszeit, weiter nach Westen in Richtung New Holland zu fahren, anstatt die Erkundung des Südens fortzusetzen. Am 31. März 1770 stach Cook in See, was das Ende seiner Neuseeland-Erkundung und den Beginn der nächsten Phase seiner Reise markierte.[23]
Australien
Nach Abschluss seiner Vermessung Neuseelands hatte Cook gemäß seinen offiziellen Anweisungen die beste Route für die Rückkehr nach Großbritannien zu wählen. Er erwog zwei Hauptoptionen: entweder östlich um Kap Hoorn herum oder westlich über Ostindien. Die Route über Kap Hoorn lehnte er ab, da die Jahreszeit bereits zu weit fortgeschritten war und sein Schiff nicht robust genug für den Winter in südlicheren Breitengraden war. Auch eine direkte westliche Route zum Kap der Guten Hoffnung schloss er aus, da das Schiff für diese Route nicht geeignet war und keine Aussicht auf neue Entdeckungen bestand.[24] Cooks Priorität war es, neue Entdeckungen zu machen. Er beschloss, nach Westen zu segeln, um die Ostküste von New Holland (Australien) zu erreichen und der Küste nach Norden zu folgen. Sollte sich dieser Plan als unmöglich erweisen, würde er versuchen, die von Pedro Fernández de Quirós entdeckten Länder oder Inseln zu finden. Cooks Ziel war es, die geografische Unsicherheit im Pazifik zu beseitigen, insbesondere hinsichtlich der Existenz und Ausdehnung des südlichen Kontinents. Er sah es als seine Pflicht an, Spekulationen durch Fakten zu ersetzen.[25] Als die Endeavour von Neuseeland aus in Richtung Westen segelte, herrschte zunächst günstiges Wetter, doch bald verschlechterten sich die Bedingungen. Starker Regen, Wind und schlechte Sicht erschwerten die Navigation. Cook wusste, dass er sich westlich von Abel Tasmans aufgezeichneter Position befinden musste, konnte jedoch kein Land sehen. Ohne dass er es wusste, war Van Diemens Land (Tasmanien) auf Tasmans Karte um mehrere Grad zu weit östlich eingezeichnet, was Cooks Schiff in Richtung Bass-Straße statt nach Tasmanien selbst führte. Fast drei Wochen nach dem Verlassen Neuseelands sichtete Leutnant Zachary Hicks am 19. April 1770 etwa 15 Meilen nordöstlich Land. Cook nannte die Landzunge Point Hicks. Obwohl er wusste, dass Van Diemen's Land im Süden lag, versuchte Cook nicht, danach zu suchen, da ihn dies von seiner Mission abgelenkt hätte. Sein Ziel war es, auf seiner Rückreise nach Großbritannien zu vermessen und Entdeckungen zu dokumentieren. Die Frage, ob Van Diemen's Land eine Insel oder Teil des Festlandes war, blieb vorerst ungeklärt.
Cook begann mit der Kartierung der bis dahin unbekannten Ostküste von Neuholland. Er glaubte, dass sein Schiff das erste europäische Schiff war, das diese Küsten befuhr. Er nahm Kurs auf Nordosten, führte kontinuierliche Vermessungen durch, kartierte und benannte geografische Merkmale und beanspruchte das Gebiet für Großbritannien. Am Kap Howe folgte er der Küstenlinie nach Norden, wobei er sorgfältig die Brandung mied und jede Nacht aus Sicherheitsgründen vor der Küste vor Anker ging. Zehn Tage lang beobachtete Cook das Land, das abwechselnd fruchtbar und karg zu sein schien. Banks beschrieb die Landschaft als vielversprechend, aber stellenweise auch öde. Feuer an der Küste deuteten auf die Anwesenheit von Bewohnern hin. Am 27. April schlug ein erster Landungsversuch fehl, da sie von der Brandung zurückgeschlagen wurden. Am nächsten Tag entdeckten sie eine große, geschützte Bucht. Am Nachmittag segelten sie entlang der Küste, beobachtet von den Einheimischen, und mit Vorsicht, Neugier oder Gleichgültigkeit reagierten, während sie ihren täglichen Aktivitäten nachgingen.[26]
Botany Bay
Am 28. April unternahm Cook, einen zweiten Versuch an Land zu gehen. Mehrere Menschen wurden an Land gesehen als sie sich ihnen näherten, zogen sich die Eingeborenen in den Wald zurück. Aufgrund der starken Brandung war ein Anlegen unmöglich. Bei Tagesanbruch am 29. April entdeckten sie eine geschützte Bucht, und Cook beschloss, dort einzulaufen. Am Nachmittag ankerte die Endeavour unterhalb der Südküste der Bucht.[A 5] Sie sahen Einheimische und Hütten an beiden Enden der Bucht. Cook, Banks, Solander und Tupia versuchten erneut Kontakt aufzunehmen, aber bis auf zwei Männer flohen alle. Cook versuchte seine friedlichen Absichten zu demonstrieren, indem er Perlen und Nägel an Land warf. Die Männer hoben sie auf, schienen erfreut zu sein, blockierten aber weiterhin die Landung. Cook ließ einen Musketenschuss zwischen sie abgeben, was jedoch keine Wirkung zeigte. Nach zwei weiteren Schüssen zogen sich die Männer zurück. Die Gruppe inspizierte kurz die Umgebung und die Hütten der Einheimischen und hinterließ einige Geschenke für die Kinder, die sie dort antrafen. Nach ihren Beobachtungen kehrten die Männer schließlich zum Schiff zurück.[27] Cook blieb etwas mehr als eine Woche in Botany Bay. Die Einheimischen hielten Abstand, zeigten zwar Neugier, zogen sich jedoch zurück, sobald Kontaktversuche unternommen wurden. Banks empfand diesen Mangel an Interaktion als besonders frustrierend. Es war nur eine Beobachtung aus der Ferne möglich, aber es wurde festgestellt, dass die Menschen kleiner und dunkler waren als sowohl die Tahitianer als auch die Maori.[28]
Von Botany Bay nach New South Wales
Am 6. Mai verließ die Endeavour Botany Bay und segelte nordwärts entlang der Ostküste. Dabei entdeckte Cook eine große Bucht, die er Port Jackson nannte; heute ist sie als Sydney Harbour bekannt. Kurz darauf folgte die Durchfahrt an Broken Bay, die durch ihre vielen kleinen Inseln auffällt. Aufgrund leichter Nordwinde kam man nur langsam voran. In der Nähe von Cape Hawke stellte sich heraus, dass Cooks tatsächliche Position zwölf Meilen vor seiner berechneten Position lag, wie durch Beobachtung festgestellt wurde. Entlang der Küste war Rauch ein wiederkehrendes Phänomen. An einer Stelle war so viel Rauch zu sehen, dass Cook sie Smoky Cape nannte, ohne zu wissen, dass es sich dabei wahrscheinlich um Signale der Aborigines handelte. Das Land stieg landeinwärts an und bot eine abwechslungsreiche Landschaft aus Hügeln, Bergrücken, Tälern und großen bewaldeten Ebenen.[29]
Nachdem sie sicher ein Riff bei Point Danger umfahren hatten, entdeckte die Besatzung eine Bucht. Cook nannte sie Moreton Bay, da er glaubte, dass dort ein Fluss ins Meer mündete; tatsächlich handelte es sich um den Brisbane River. Die nahe gelegenen Hügel wurden wegen ihrer Ähnlichkeit mit Glaswerken The Glasshouses genannt. In Hervey Bay führten Vögel und ihre Flugmuster Cook zu der richtigen Vermutung, dass es dort Süßwasser gab, nämlich den Mary River. Am 23. Mai gingen sie erneut an Land; Cook beurteilte diesen Ort als „sichtbar schlechter“ als Botany Bay. Die Männer schossen eine große Trappe, die von Banks wegen ihrer Qualität gelobt wurde, und nannten den Ort Bustard Bay. Es wurden gute Austern gefunden, aber Banks war von den lokalen Ameisen und Mücken nicht beeindruckt. Am 24. Mai passierten sie Kap Capricorn und Kap Hillsborough und fuhren dann in die Whitsunday Passage ein. In der Cleveland Bay wurden die Kompassanzeigen durch die sogenannte Magnetic Island gestört. In der Nähe der Rockingham Bay wurden Aborigines gesichtet, aber es kam zu keinem Kontakt.[29]
Nach fünf Wochen, in denen sie die Küste kartografierten, erreichten sie Cape Tribulation. Am 11. Juni 1770 lief die Endeavour auf eine Sandbank im Great Barrier Reef auf. Es wurde ein geeigneter Fluss für Reparaturen gefunden, der später Endeavour River genannt wurde. Das Schiff wurde auf Grund gesetzt, die Vorräte wurden entladen und ein Krankenlager eingerichtet. Der Schaden am Rumpf war schwerwiegend, aber ein Stück Fels, das sich in der Bruchstelle festgesetzt hatte, hatte das Eindringen von Wasser begrenzt. Die Gesundheit der Besatzung verbesserte sich dank frischer Lebensmittel wie Fisch, Tauben und Gemüse. Astronomische Beobachtungen wurden durchgeführt, um die Längengrade zu bestimmen. Am 4. Juli konnte das Schiff dank der Reparaturen wieder flottgemacht werden, obwohl noch weitere Arbeiten erforderlich waren. Zusätzliche Nahrungsmittel wie Schildkröten und Schalentiere wurden beschafft. Versuche, sich mit der lokalen Bevölkerung anzufreunden, waren wenig erfolgreich; Spannungen wegen der Vorräte führten zu kleineren Konflikten, darunter das Abbrennen von Gras in der Nähe des Lagers.[29]
Banks und andere erkundeten den Fluss und seine Umgebung und begegneten dabei Kängurus[A 6], Dingos, Fledermäusen, Wildkatzen und Opossums. Zu den Vögeln gehörten Enten, Kormorane, Pelikane, Krähen und Tauben. Bemerkenswert war auch das Insektenleben, insbesondere Moskitos und Termiten. Cook hielt die Ostküste für weniger öde als frühere Berichte über den Westen und stellte die Fülle und das Potenzial für den Anbau fest. Nach letzten Reparaturen segelte die Endeavour am 4. August vom Fluss aus weiter. Das Schiff navigierte durch gefährliche Riffe und entging dabei manchmal nur knapp einer Katastrophe. Auf Lizard Island beobachtete Cook Anzeichen für regelmäßige Besuche der Aborigines. Die Expedition nahm die Ostküste im Namen von König Georg III. offiziell in Besitz und nannte sie New South Wales.[29]
Rückreise
Am Nachmittag des 20. August hatte Cooks Expedition mit Cape York die Nordspitze Australiens erreicht, das durch zahlreiche Inseln gekennzeichnet war.[30] Da Reparaturen und Vorräte benötigt wurden, steuerten sie Batavia an, etwa fünf Wochen entfernt. Nach der Umrundung von Cape York und dem passieren der Endeavour-Straße besuchten sie die Südküste Neuguineas, wurden jedoch von feindseligen Einheimischen vertrieben. Anschließend segelten sie entlang Timor und Sawu, wo sie aufgrund der niederländischen Behörden und lokalen Herrscher Schwierigkeiten hatten, Proviant zu beschaffen. Trotz Navigationsproblem, aufgrund unzuverlässiger Seekarten, erreichte die Endeavour im Oktober Batavia, den ersten europäischen Hafen seit über zwei Jahren. In Batavia erfuhren Banks und Tupaia von einem Niederländer, dass der französische Entdecker Bougainville mit seinem tahitianischen Begleiter Ahutoru bereits eineinhalb Jahre zuvor dort gewesen war, was frühere europäische Kontakte mit Tahiti bewies. Die Crew musste mehrere Tage warten, um die Erlaubnis zur Reparatur des Schiffs zu erhalten. Währenddessen lobte Cook in Briefen nach England die Standhaftigkeit seiner Männer und vermerkte, dass bis dahin niemand an Krankheit gestorben sei.[31]
In der dritten Oktoberwoche erkrankten innerhalb weniger Tage mehr als die Hälfte der Besatzung an Ruhr und Malaria. William Monkhouse starb in der ersten Novemberwoche, Tayeto und Tupaia folgten wenige Tage später. Banks, Solander und zwei von Banks’ Dienern waren ebenfalls erkrankt; Solanders Zustand war so schlecht, dass Banks glaubte, er würde nur noch ein oder zwei Tage leben. Banks mietete auf Empfehlung eines örtlichen Arztes ein Anwesen auf dem Land und brachte Solander und seine Diener dorthin, damit sie sich erholen konnten. Cook schickte einen Seemann und seinen persönlichen Diener dorthin, während Spöring, der noch bei guter Gesundheit war, sie als Pfleger und allgemeiner Helfer begleitete. Banks und Solander erholten sich beide, aber da die Besatzung des Schiffes keinen Zugang zu frischer Landluft hatte, breitete sich die Krankheit aus, bis die Mehrheit von ihnen – einschließlich Cook – erkrankt war. An manchen Tagen konnten nur etwa ein Dutzend von ihnen arbeiten.[31]
Die Abreise der Endeavour verzögerte sich aufgrund des gesundheitlichen Zustands bis kurz nach Weihnachten. Mit Ausnahme eines einzigen Besatzungsmitglieds waren alle seit einiger Zeit krank, sieben Männer waren gestorben. Cook heuerte neunzehn weitere Seeleute zur Verstärkung an. Auch wenn einige seiner Männer noch krank waren, beschloss er abzureisen, bevor sich ihr Zustand verschlimmerte. Auf der Reise zum Kap der Guten Hoffnung erkrankten jedoch weitere Personen, von denen sich nur wenige erholten. Ende Januar starben Green, Spöring und Parkinson innerhalb von sechs Tagen, und Banks war erneut erkrankt. Es gab nicht mehr genügend Männer, die gesund genug waren, um das Schiff zu steuern. Als sie Mitte März in der Table Bay am Kap der Guten Hoffnung vor Anker gingen, hatten 29 Menschen hatten ihr Leben verloren. Vier weitere Männer starben kurz darauf.[31]
Cook stellte fest, dass andere Schiffe weitaus schwerere Schäden erlitten hatten. Dennoch empfand er den Tod seiner eigenen Besatzungsmitglieder als persönliche und professionelle Niederlage. Außerdem war er der Meinung, dass die außergewöhnliche Natur der Reise die Krankheit an Bord der Endeavour bekannt machen würde. Diese Aussicht beunruhigte ihn, zum einen, weil er stolz darauf war, seine Männer gesund gehalten zu haben, und zum anderen, weil er verärgert war, dass die Öffentlichkeit sich mehr für Schwierigkeiten und Tragödien als für solide Erfolge interessierte. Nur sieben Männer waren vor dem Ankern in Batavia ums Leben gekommen, aber inzwischen hatte er etwa viermal so viele verloren, darunter fast die gesamte wissenschaftliche Begleitmannschaft, von der nur Banks, Solander und zwei von Banks’ Begleitern noch am Leben waren.[31]
Cook erfuhr in Table Bay weitere Einzelheiten über Bougainvilles Reise, darunter auch, dass Ahutoru, sein tahitianischer Begleiter, sicher in Frankreich angekommen war und mit einer späteren Expedition nach Tahiti zurückkehren sollte. Er wusste nicht, dass Bougainville auch das Great Barrier Reef entdeckt hatte. Er hatte wie Cook beschlossen, nach der Ostküste von New Holland zu suchen, aber da er wesentlich weiter nördlich als Cook gereist war, stieß er direkt auf das Great Barrier Reef.[31] Bougainville segelte drei Tage lang entlang einer fast ununterbrochenen Reihe von Felsen, Untiefen und Sandbänken, bevor Bougainville seine Route nach Neuguinea änderte, weil er es für zu riskant hielt, weiterzufahren.[32] Banks war es wichtig, so schnell wie möglich einen Bericht über die Reise der Endeavour zu Papier zu bringen, da er befürchtete, dass Bougainville eine Beschreibung seiner Expedition vor ihm veröffentlichen und Tahiti als seine eigene Entdeckung beanspruchen würde. Cook befürchtete außerdem, dass Tahiti, obwohl es eine Insel von „geringem Wert“ war, zu einem Streitpunkt zwischen Frankreich und England werden könnte, insbesondere wenn die Franzosen versuchen würden, dort eine Kolonie zu gründen. Sie missverstanden Bougainville, der im Geiste der intellektuellen Zusammenarbeit den Ärmelkanal überquert hatte, um im Mai 1770 bei einer Sitzung der Royal Society über seine Expedition zu berichten.[31]
Cook war noch besorgter, dass die Franzosen Neuseeland entdecken könnten, während sie Ahutoru nach Tahiti zurückbrachten, aber diese Sorge war unbegründet, da die Franzosen Neuseeland bereits etwa zur gleichen Zeit wie Cook entdeckt hatten. Am North Cape Neuseelands erreichte Jean Francois de Surville Mitte Dezember 1769 eine Bucht, die Cook Doubtless Bay getauft hatte. Cook befand sich nun mehrere Meilen vor der Küste, umrundete North Cape und begann seine Reise nach Süden entlang der Westküste der Nordinsel. De Surville und er hatten sich nur um einen Tag verpasst. Die Endeavour verließ Table Bay Mitte April 1771. Das Wetter war meist ruhig, die Winde günstig. Am 29. April überquerte Cook den Greenwich-Meridian und schloss damit seine erste Weltumsegelung ab. Kurz darauf erreichten sie St. Helena, wo sie auf eine britische Flotte von dreizehn Schiffen trafen. Cook entschied, sich mit der Flotte nach England zu segeln. Der Aufenthalt auf St. Helena dauerte nur drei Tage und wurde für Proviant, Reparaturen und Wartungen genutzt. Ein Treffen mit dem Gouverneur, der einen Bezug zu Cooks Heimat hatte, ist nicht belegt.[31]
Am 4. Mai verließ die Flotte St. Helena und passierte sechs Tage später Ascension Island. Während der Weiterfahrt beobachtete Cook am 15. Mai eine Sonnenfinsternis. Lieutenant Hicks erlag seiner Tuberkulose und wurde mit militärischen Ehren auf See bestattet. Die nächsten Wochen verliefen ruhig. Es gab Beförderungen innerhalb der Crew. Die Männer arbeiteten ständig an der Instandhaltung des zunehmend beanspruchten Schiffs. Am 23. Juni trennte sich die Endeavour von der Flotte, Banks, der bereits die meisten seiner Begleiter verloren hatte, wurde auf dem letzten Abschnitt der Reise zusätzlich durch den Tod seiner Hündin Lady erschüttert. Am 10. Juli erreichte die Endeavour Land’s End und damit die englische Küste. Cook vermerkte das Ereignis nüchtern in seinem Tagebuch, als das Schiff an bekannten Landmarken wie Portland Bill, Beachy Head und Dover vorbeisegelte. Am 13. Juli 1771 erreichte die Endeavour nach 3-jähriger Weltumsegelung ihren Ankerplatz in den Downs.[31]
Nachwirkungen
Nach seiner Rückkehr nach England im Juli 1771 fand James Cook eine Welt vor, die sich in einem scheinbar unveränderten Zustand befand. Er selbst hatte jedoch durch drei Jahre ständiger Wachsamkeit und Entbehrungen eine Veränderung durchgemacht. Als er gemeinsam mit Joseph Banks und Daniel Solander nach London reiste, wurde ihm bewusst, dass die sozialen Unterschiede, die er bis zu diesem Zeitpunkt nicht wahrgenommen hatte, nun wieder zum Vorschein kamen. Während er seiner Pflicht nachkam, erlebten seine Begleiter ein Abenteuer. Nach seiner Ankunft folgte Cook den Anweisungen und meldete sich direkt bei der Admiralität, wo seine Leistungen mit Wohlwollen aufgenommen wurden. Die Beamten der Admiralität, insbesondere Philip Stephens, erkannten seine außergewöhnlichen Qualitäten und betrachteten ihn als einen unschätzbaren Gewinn.[33][34]
Nach Erfüllung seiner offiziellen Pflichten kehrte Cook zu seiner Familie zurück, wo ihn jedoch nur Trauer erwartete. Er erfuhr, dass sein Sohn Joseph kurz nach der Geburt verstorben war und seine Tochter Elizabeth nur wenige Monate vor seiner Rückkehr ebenfalls zu Tode gekommen war. Damit hatte er während seiner Abwesenheit zwei Kinder verloren. Cook widmete sich zeitnah der Bearbeitung von Dokumenten und Berichten, den Anforderungen der Admiralität sowie der Royal Society und verfasste zudem Briefe an die Familien seiner verstorbenen Crew-Mitglieder. Während er sich mit dieser Angelegenheit befasste, verlagerte sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf andere Themen. Aufgrund seiner charismatischen Persönlichkeit und seiner gesellschaftlichen Stellung avancierte Joseph Banks zum gefeierten Helden der Expedition. Er wurde von der Presse, wissenschaftlichen Gesellschaften und der Londoner High Society gefeiert. Banks nahm Ehrungen entgegen, speiste mit Mitgliedern der Königsfamilie und erfreute sich der Anerkennung des Publikums, wobei seine Leistungen die von Cook in der öffentlichen Wahrnehmung in den Schatten stellten. Parallel dazu erfuhr Banks’ Privatleben eine negative Entwicklung: Seine Verlobung mit Harriet Blosset endete in einem Skandal und einer Einigung, da er zunehmend von seinem Ruhm eingenommen war.[33][34]
Cook hingegen erhielt nur eine geringe öffentliche Anerkennung. Er fokussierte sich weiterhin auf seine beruflichen Verpflichtungen, meidete die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und widmete sich seinen geschäftlichen Aktivitäten mit Zurückhaltung. Die Admiralität würdigte seine Leistungen. Im August wurde Cook befördert, was er zuerst von Banks erfuhr, der diese Information vom Earl of Sandwich, dem Ersten Lord der Admiralität, erhalten hatte. In einem Brief drückte Cook seine stille Zufriedenheit aus und bedankte sich für die Anerkennung und die Unterstützung von Banks. Am 14. August desselben Jahres wurde Cook König Georg III. vorgestellt, der sich daraufhin eine Stunde lang mit ihm über die Reise unterhielt und ihm seinen Auftrag als Kommandant überreichte. Dieses Treffen markierte den Höhepunkt von Cooks beruflicher Anerkennung. In der Folge wurde ihm das Kommando über die Schaluppe Scorpion übertragen, wobei es sich hierbei möglicherweise lediglich um eine formelle Ernennung handelte. Gleichzeitig wurden jedoch größere Pläne für zukünftige Reisen in Erwägung gezogen.[33][34]
In der Zwischenzeit wurde die Endeavour zügig überholt und zu den Falklandinseln entsandt, wo sie schließlich ihre Tage als Handelsschiff beendete, bevor sie Berichten zufolge 1778 in Rhode Island versenkt wurde. Das Schicksal des Schiffes stand in einem Gegensatz zur aufsteigenden Karriere Cooks, da er weitere Bestätigungen für seine Beförderungen und die Zufriedenheit der Admiralität mit seinem Verhalten und seinen Entdeckungen erhielt. Während sich Banks mit Streitigkeiten über den Nachlass seiner verstorbenen Begleiter befasste und sich gegen Gerüchten zur Wehr setzen musste, sah sich Cook mit rechtlichen Schritten im Zusammenhang mit seiner Disziplinierung von Besatzungsmitgliedern in Neuseeland konfrontiert, die von der Admiralität diskret behandelt wurden. Cook hatte sich bis zum Spätsommer den Respekt und das Vertrauen seiner Zunft, die Aussicht auf weitere Erkundungen und die stille Bewunderung derer gesichert, die die wahre Größe seiner Leistungen erkannten, auch wenn die öffentliche Verehrung weiterhin anderen galt. Er ging aus seiner ersten großen Reise nicht als nationale Berühmtheit hervor, sondern als vertrauenswürdiger Kommandant, der für neue Herausforderungen bereit war, und sein Vermächtnis nahm eher in den Korridoren der Macht als in den Veröffentlichungen der Presse Gestalt an.[33][34]
Entdeckungen und Ergebnisse
Durch die Umrundung konnte Cook nachweisen, dass Neuseeland aus zwei Inseln besteht und nicht Teil von Australien ist.[35] Cook kartographierte die Ostküste Australiens[36] und konnte durch Befahren der Torresstraße zeigen das keine Landverbindung zwischen Neuguinea und Australien existiert.[37] Die Expedition sammelte schätzungsweise 3.000 Pflanzenexemplare, darunter etwa 1.300 für die Wissenschaft neue Arten und die vorläufige Klassifizierung von etwa 110 neuen Gattungen. Ihre Sammlungen umfassten den Atlantik und den Pazifik, beginnend mit Brasilien, wo etwa 300 Arten gesammelt wurden, von denen viele für die europäische Wissenschaft völlig neu waren. In Feuerland erstellten Banks und Solander eine systematische Liste der lokalen Flora, in der sie über 100 Blütenpflanzen und zahlreiche Kryptogamen identifizierten, wobei Solanders detaillierte Beschreibungen später von führenden Botanikern zitiert wurden. Sie beobachteten die bemerkenswerte Fülle an Pflanzen, die für die Ernährung nützlich waren, wie Skorbutgras und wilder Sellerie, die für Seefahrer von praktischem Wert waren.[38]
Der Besuch auf Tahiti brachte wichtige Beobachtungen zu polynesischen Pflanzen von wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung hervor, wie Brotfrucht und Süßkartoffel, wobei letztere bereits lange vor dem Kontakt mit den Europäern in großem Umfang angebaut wurde. Der Thespesia- oder Bhendi-Baum, der in Tahiti eine heilige Bedeutung hat, wurde von Solander aufgrund seiner lokalen Bedeutung einer neuen Gattung zugeordnet. In Neuseeland stießen die Entdecker auf den Flachs Phormium tenax, eine wichtige Ressource für die Maori-Gesellschaft, und sammelten etwa 400 Arten, von denen viele zuvor noch nie beschrieben worden waren. Australien bot einen botanischen Reichtum, der der europäischen Wissenschaft bis dahin unbekannt war. In Botany Bay und am Endeavour River sammelten Banks und Solander so viele neue Pflanzen, dass Cook den Ort aufgrund seines botanischen Reichtums nach ihnen benannte. Zu ihren Entdeckungen gehörte die erste wissenschaftliche Anerkennung des Eukalyptus sowie vieler Gattungen und Arten, die später für das Verständnis der australischen Flora von grundlegender Bedeutung waren. Die angewandten Methoden – schnelles Skizzieren und sorgfältige Konservierung – ermöglichten das Sammeln trotz schwieriger Bedingungen und begrenzter Zeit an Land.[38]
Literatur
- Lynne Withey: Voyages of discovery : Captain Cook and the Exploration of the Pacific. Morrow, New York 1987, ISBN 0-688-05115-4.
- Dominique Le Brun: Bougainville. Gallimard, Paris 2014, ISBN 978-2-07-045236-1.
- Wayne Orchiston: James´s Cooks 1769 transit of Venus expedition to Tahiti. In: Transits of Venus: New Views of the Solar System and Galaxy: Proceedings of the 196th Colloquium of the International Astronomical Union held in Preston, Lancashire, United Kingdom : 7-11 June 2004. Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-84907-1.
- William T. Stearn: A Royal Society Appointment with Venus in 1769: The Voyage of Cook and Banks in the 'Endeavour' in 1768–1771 and Its Botanical Results. In: Notes and Records of the Royal Society of London. Band 24, Nr. 1, 1969, JSTOR:530741.
- Vanessa Collingridge: Captain Cook : a legacy under fire. Lyons Press, Guilford 2002, ISBN 1-58574-725-4.
- Arthur Kitson: The Life of Captain James Cook: The Circumnavigator. BiblioBazaar, Charleston 2007, ISBN 978-0-554-05738-5.
- Rob Mundle: Cook: From Sailor to Legend - The Story of Captain James Cook. ABC Books, 2014, ISBN 978-0-7333-3235-7.
- Richard Hough: Captain James Cook. Hodder & Stoughton, London 1995, ISBN 1-4447-1152-0.
- John Beaglehole (Hrsg.): The Voyage of the Endeavour 1768–1771 (= The Journals of Captain James Cook on His Voyages of Discovery. Band I). Cambridge University Press, 1968, OCLC 223185477.
- J. C. Beaglehole: The Life of Captain James Cook. Adam and Charles Black, London 1974.
- John Molony: Captain James Cook : claiming the Great South Land. Connor Court Publishing, 2016, ISBN 978-1-925501-28-5.
- R A Skelton: The Society's Annual Lecture / Captain James Cook as a Hydrographer. In: The Mariner's Mirror. Band 40, Nr. 2, 1954, doi:10.1080/00253359.1954.10658197.
- Alan Villiers: Captain Cook. The Seamans Seaman. Penguin Books, London 1967, ISBN 0-14-139062-X.
Anmerkungen
- ↑ Banks, Solander, Spöring, Parkinson, Buchan und ihre Bediensteten waren als Zivilisten nicht Teil der Mannschaft.
- ↑ James Cook nahm Sauerkraut als vorbeugende Maßnahme gegen Skorbut in die Ernährung seiner Besatzung auf. Sein hoher Vitamin-C-Gehalt und seine lange Haltbarkeit machten es zu einer wirksamen und praktischen Lösung, um die Gesundheit der Besatzung während langer Zeit auf See zu erhalten.
- ↑ Cooks ausführlicher Eintrag über die Umrundung von Kap Hoorn umfasst fast fünf Seiten, in denen er sich für die Identifizierung des Landes als Kap einsetzt und gegenteilige Ansichten mit akribischer Argumentation widerlegt. Er räumt zwar Unsicherheiten hinsichtlich des Inselstatus ein, gibt jedoch die Koordinaten von Kap Hoorn mit 55°59'S, 68°13'W korrekt an. Tatsächlich handelt es sich um den südlichsten Punkt von Horn Island, der offiziell mit 55°59'S, 67°16'W verzeichnet ist, was Cooks bemerkenswerte Beobachtungsgabe trotz widriger Wetterbedingungen und begrenzter Hilfsmittel unterstreicht.
- ↑ Die wahre Ursache dieses Phänomens, wurde, erst viel später, im Jahr 1999, durch die Beobachtung eines Merkurtransits durch Jay M. Pasachoff, Glenn Schneider und Leon Golub verstanden. Thomas Hornsby analysierte die Ergebnisse von Cook und anderen internationalen Forschern und leitete einen Sonnenparallaxenwert von 8,78 Bogensekunden ab, der nahe an den heute akzeptierten Werten liegt. Aufgrund erheblicher Abweichungen bei den Parallaxenmessungen verschiedener Expeditionen blieb die genaue Entfernung zwischen Erde und Sonne jedoch umstritten, bis spätere Durchgänge den höheren Wert als korrekt bestätigten.
- ↑ Der Zeitpunkt, zu dem die Bucht umbenannt wurde, ist umstritten, aber wahrscheinlich geschah dies einige Zeit nach dem Verlassen des Ortes. Sie wurde aufgrund des großen Fangs dieser Fischart kurz nach ihrer Ankunft „Sting Ray“ genannt, und dieser Name findet sich in allen Logbüchern. Banks erwähnt sie unter diesem Namen in einer allgemeinen Beschreibung des Landes, die er beim Verlassen von Cape York verfasste. Cook ist jedoch eindeutig, denn unter dem Datum des 6. Mai schreibt er: „Die große Menge an Pflanzen, die Mr. Banks und Dr. Solander an diesem Ort gefunden haben, veranlasste mich, ihm den Namen Botany Bay zu geben.“
- ↑ Die populäre These, die Aborigines hätten entweder Ich verstehe nicht geantwortet oder Banks und Cook hätten das Wort falsch verstanden ist nicht richtig. Das Wort gangurru in der Guugu Yimidhirr-Sprache bezeichnet tatsächlich eine bestimmte Art des Kängurus, das Graue Riesenkänguru.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Collingridge: 2002, S. 84.
- ↑ Mundle: 2014. S. 106.
- ↑ Mundle: 2014. S. 100 ff.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 105 f.
- ↑ Mundle: 2014. S. 115.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 107 ff.
- ↑ Villiers: 1967, S. 88 ff.
- ↑ Beaglehole: 1968, S. 613.
- ↑ Beaglehole: 1974, S. 136 f.
- ↑ Beaglehole: 1974, S. 147 ff.
- ↑ Beaglehole: 1974, S. 153 ff.
- ↑ Kitson: 2007, S. 101–107.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 123 ff.
- ↑ Beaglehole: 1968, S. 48 f, 73.
- ↑ Villiers: 1967, S. 131.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 129–132.
- ↑ Orchiston: 2005, S. 56–61.
- ↑ Beaglehole: 1974, S. 174 f.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 141.
- ↑ a b Beaglehole: 1974, S. 192 ff.
- ↑ Molony: 2016, S. 52.
- ↑ Beaglehole: 1974, S. 194–197.
- ↑ a b c d e Beaglehole: 1974, S. 198–224.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 160.
- ↑ Hough: 1995, S. 163.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 163 ff.
- ↑ Beaglehole: 1968, S. 304 f.
- ↑ Withey: 1987, S. 152 f.
- ↑ a b c d Kitson: 2007, S. 124–137.
- ↑ Hough: 1995, S. 189.
- ↑ a b c d e f g h Withey: 1987, S. 164–168.
- ↑ Le Brun: 2014, S. 180 ff.
- ↑ a b c d Beaglehole: 1974, S. 273–276.
- ↑ a b c d Collingridge: 2002, S. 207–212.
- ↑ Mundle: 2014, S. 196.
- ↑ Collingridge: 2002, S. 164, 174.
- ↑ Beaglehole: 1974, S. 250.
- ↑ a b Stearn: 1969, S. 64–85.