Ernst Schulte (Politiker)

Ernst Schulte (* 5. Juni 1892 in Buer (Westfalen); † 15. Mai 1963 in Gelsenkirchen) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).

Leben

Ernst Schulte war ein Sohn des Klempnermeisters Friedrich Schulte, absolvierte nach seiner Schulausbildung eine dreijährige Lehre als Klempner- und Installateur und eine zusätzliche Ausbildung zum Elektroinstallateur mit anschließendem Besuch der Elektrofachschule in Essen. Er meldete sich freiwillig bei der Kriegsmarine und wurde während des Ersten Weltkrieges in Schweden interniert, als er dort mit einem beschädigten Kriegsschiff gestrandet war. Nach dem Krieg kam er nach Buer zurück und arbeitete im väterlichen Geschäft in der Elektroabteilung. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Leitung des gesamten Betriebes bis 1938. Wegen seiner Arbeitsbelastung in der Politik übernahm seine Schwester das Geschäft. Schulte kam bereits 1928/1929 zur NS-Bewegung und trat zum 1. März 1931 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 478.624).[1] Er wurde Fachberater der Partei für den Mittelstand und Bezirksleiter Emscher-Lippe. 1932 und 1933 kandidierte er für den Preußischen Landtag und im Juli 1932 für den Reichstag. Vom 1. Oktober 1932 bis Oktober 1933 bekleidete er das Amt des NSDAP-Kreisleiters im Kreis Gelsenkirchen[2] und nach Zusammenlegung von Gelsenkirchen und Buer zu einem Kreis[3] bis Anfang März 1938. Auf Veranlassung des Gauleiters Alfred Meyer wurde Schulte zum Beigeordneten in Gelsenkirchen ernannt. Als Verkehrs- und Wirtschaftsdezernent übte er dieses Amt bis zum Kriegsende aus.

Er wurde vom 1. November 1945 bis zum 23. April 1948 im Lager Recklinghausen und in Adelheide interniert. Im Entnazifizierungsverfahren durch die Spruchkammer Gelsenkirchen (Zurückweisung der Revision) am 12. Juli 1949 wurde er in die Kategorie III (minderbelastet) eingestuft und erhielt das Verbot einer leitenden Tätigkeit. Er verdiente seinen Lebensunterhalt durch die Mitarbeit im Geschäft seiner Schwester. Die Einkünfte waren minimal, so dass er 1952 Versorgungsansprüche als ehemaliger Beamter beantragte. Die Bezirksregierung Münster lehnte diesen Antrag am 23. Oktober 1961 mit der Begründung ab, Schultes Berufung zum Beigeordneten sei nur wegen seiner engen Verbindung zum Nationalsozialismus vorgenommen worden. Die Stadt Gelsenkirchen musste ihn bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte nachversichern, so dass ihm rückwirkend ab 1960 eine Rente von monatlich 94,50 DM gezahlt werden konnte.

Mitgliedschaften

Literatur

  • Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 190 (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/40160574
  2. Arno Schröder: Mit der Partei vorwärts!zehn Jahre Gau Westfalen-Nord: unter Verwendung amtlicher Unterlagen von Parteidienststellen. Lippische Staatszeitung N.S. Verlag GmbH, 1940 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Arno Schröder: Mit der Partei vorwärts!zehn Jahre Gau Westfalen-Nord: unter Verwendung amtlicher Unterlagen von Parteidienststellen. Lippische Staatszeitung N.S. Verlag GmbH, 1940 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).