Ernst Schneider (Grafiker)

Ernst Schneider (* 17. September 1924 in Dessau) ist ein deutscher Gebrauchsgrafiker.

Leben und Werk

Schneider absolvierte von 1939 bis 1942 bei den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken Dessau eine Lehre als Flugmotorenschlosser.

Er wurde dann zur Wehrmacht eingezogen, nahm am Zweiten Weltkrieg teil und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung arbeitete er von 1946 bis 1951 als Elektroschweißer und von 1951 bis 1953 als Plakatmaler. Daneben besuchte er von 1948 bis 1953 die Volkskunstschule Dessau. Von 1953 bis 1956 studierte er Gebrauchsgrafik an der Fachschule für angewandte Kunst Berlin, der späteren Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin-Oberschöneweide.

1956/57 arbeitete er als Graphiker bei der HO Dessau und denn bis 1966 als Chefgrafiker des VEB Filmfabrik Wolfen. Nachdem das Unternehmen 1964 seine Markenrechte für den Namen Agfa verloren hatte, war er für die Entwicklung und Etablierung des neuen Markenzeichens ORWO verantwortlich.

Nach seinem Ausscheiden aus der Filmfabrik arbeitete Schneider in Dessau freischaffend als Gebrauchsgrafiker, wobei er auch weiter für die Filmfabrik tätig war.

Schneider war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. 1982 wurde er mit dem Wilhelm-Müller-Kunstpreis der Stadt Dessau geehrt.

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

  • 1974 und 1979: Halle/Saale, Bezirkskunstausstellungen
  • 1962/1963, 1967/1968, 1982/1983 und 1987/1988: Dresden, Fünfte und VI. Deutsche Kunstausstellung und IX. und X. Kunstausstellung der DDR
  • 1979: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Die Buchillustration in der DDR. 1949 – 1979“)

Literatur

  • Hellmut Rademacher (Einführender Text): Gebrauchsgrafik in der DDR. Verlag der Kunst, Dresden, Herausgeber Verband Bildender Künstler der DDR, 1975, S. 344
  • Simone Tippach-Schneider: Das große Lexikon der DDR-Werbung. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2002, S. 309
  • Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 843