Ernst Münch (Politiker)

Richard Edmund Ernst Münch (* 20. Februar 1869 in Harra, Fürstentum Reuß jüngerer Linie; † 6. Juli 1955 in Lobenstein) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Politiker. Er war von 1893 bis 1895 Mitglied des Landtags Reuß jüngerer Linie und ab 1899 Bürgermeister (Stellvertreter des Oberbürgermeisters) von Zwickau.

Leben

Münch war der Sohn des Gastwirts Heinrich Ernst Salomon Münch aus Harra und dessen Ehefrau Marie Susanne Louise geborene Voigtsberger. Münch, der evangelisch-lutherischer Konfession war, heiratete am 28. Juni 1893 in Zienau (bei Gardelegen in der Altmark) Alwine Helene Emilie Wiebeck, die Tochter des Gastwirts und Bauern Johann Heinrich Wiebeck aus Zienau.

Münch besuchte bis 1884 das Gymnasium Rutheneum in Schleiz und legte dort Ostern 1884 das Abitur ab. Danach studierte er bis 1887 Staats- und Rechtswissenschaften. Er war Mitglied des Vereins Deutscher Studenten Berlin (VDSt) im Kyffhäuserverband und im Wintersemester 1886/87 Vorstandsmitglied des Ausschusses der Berliner Studentenschaft. In dieser Funktion hielt er am 21. März 1887 die Ansprache der Studentenschaft vor Kaiser Wilhelm I.[1]

Nach dem ersten Staatsexamen kehrte er in sein Heimatfürstentum Reuß jüngerer Linie zurück und absolvierte das Rechtsreferendariat im Bezirk des Landgerichts Gera. Die zweite Staatsprüfung bestand er 1891 in Jena mit der Note „gut“. Als Gerichtsassessor wurde er in den Staatsdienst von Reuß jüngerer Linie übernommen und ab dem 16. Juli 1891 als „Hilfsarbeiter“ am Landratsamt Schleiz eingesetzt. Vom 14. Februar 1893 bis 1895 war er Bürgermeister der Stadt Schleiz.[1]

Vom 15. März 1893 (in einer Nachwahl für den ausgeschiedenen Heinrich Sturm) bis zum 17. Januar 1895 war er Mitglied im Landtag Reuß jüngerer Linie. Sein Nachfolger im Landtag war Gottlieb Prager.

Danach wechselte Münch ins Königreich Sachsen und wurde Zweiter juristischer Stadtrat in Plauen im Vogtland. Er wurde 1899 für fünf Jahre und 1904 auf Lebenszeit zum Bürgermeister der Stadt Zwickau gewählt (das heißt Stellvertreter des Oberbürgermeisters, damals Karl Keil). Nach dem Ersten Weltkrieg trat er aus dem VDSt aus.[2]

Literatur

  • Reyk Seela: Landtage und Gebietsvertretungen in den reußischen Staaten 1848/67–1923. Biographisches Handbuch (= Parlamente in Thüringen 1809–1952. Tl. 2). G. Fischer, Jena u. a. 1996, ISBN 3-437-35046-3, S. 283–284.

Einzelnachweise

  1. a b Marc Zirlewagen: Biographisches Lexikon der Vereine Deutscher Studenten. Band 2: Mitglieder M-Z. 2024, S. 110.
  2. Marc Zirlewagen: Biographisches Lexikon der Vereine Deutscher Studenten. Band 2: Mitglieder M-Z. 2024, S. 110–111.