Ernst Müller (Journalist)
Ernst Karl Max Müller (* 1. Januar 1900 in Stuttgart; † 22. Juni 1976 in Tübingen) war ein deutscher Journalist, Verleger und Schriftsteller.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung (Notabitur) 1918 am Karlsgymnasium Stuttgart studierte Ernst Müller vom Wintersemester 1919/20 bis zum Wintersemester 1923/24 Evangelische Theologie, Philosophie, Literaturgeschichte und Religionsgeschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen; im Sommersemester 1922 studierte er an der Universität Heidelberg. 1924 promovierte er bei Karl Groos an der Universität Tübingen mit einer Dissertation über Nietzsche und Platon. Zunächst arbeitete er als Kursleiter an Volkshochschulen in Stuttgart und Heilbronn. Ab 1926 war er als freier Journalist für mehrere Zeitungen in Württemberg und die Süddeutsche Rundfunk AG (SÜRAG) tätig. Von 1930 bis 1933 leitete er das Feuilleton der SPD-Zeitung Schwäbische Tagwacht (Stuttgart). Nachdem zu Beginn des Dritten Reiches diese Zeitung aufgelöst worden war, arbeitete er überwiegend als Privatgelehrter an Buchveröffentlichungen weiter. 1937 erhielt er Berufsverbot. Von 1939 bis 1941 und 1943 bis 1945 leistete er als Soldat Kriegsdienst, zwischendurch konnte er 1941/42 als Lektor beim Kohlhammer Verlag arbeiten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ernst Müller 1946 Chefredakteur (bis 1969) und Mitherausgeber des Schwäbischen Tagblatts in Tübingen. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tod 1976. Im Jahre 1960 verlieh ihm die Evangelisch-theologische Fakultät der Universität Tübingen die Ehrendoktorwürde, die Universität ernannte ihn zum Ehrensenator und 1965 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Landesregierung Baden-Württemberg verlieh ihm 1971 den Professorentitel.
Ernst Müller publizierte vor allem über die Landeskunde Württembergs und die Literatur- und Geistesgeschichte Schwabens. Nachfolger als Chefredakteur und Mitherausgeber des Schwäbischen Tagblatts wurde sein Sohn Christoph Müller.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Stiftsköpfe. Schwäbische Ahnen des deutschen Geistes aus dem Tübinger Stift. Salzer, Heilbronn 1938.
- (Hrsg.): Hölderlins vaterländische Gesänge. Kohlhammer, Stuttgart 1942.
- Heinrich Friedrich Hölderlin, Vater des Dichters. Ein altwürttembergischer Landbeamter. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, Bd. 6 (1942), S. 414–473.
- Hölderlin. Studien zur Geschichte seines Geistes. Kohlhammer, Stuttgart 1944.
- Der junge Schiller. Wunderlich, Tübingen/Stuttgart 1947 (spätere Ausg. u.d.T.: Der Herzog und das Genie. Friedrich Schillers Jugendjahre, 1955).
- (Hrsg.): Friedrich Hölderlin / Gedichte. Kohlhammer, Stuttgart 1947.
- (Hrsg.): Ludwig Uhland. Kohlhammer, Stuttgart 1948.
- (Hrsg.): Friedrich Hölderlin / Empedokles. Kohlhammer, Stuttgart 1948.
- Kleine Geschichte Württembergs (= Württembergische Landeskunde, Bd. 1). Kohlhammer, Stuttgart 1949 (neue Ausgabe 1963).
- Schwäbische Profile. Alma Mater Verlag, Tübingen 1949.
- (Hrsg.): Friedrich Schiller / Ausgewählte Werke. Sechs Bände. Kohlhammer, Stuttgart 1954/1955.
- Der antiautoritäre Dichter. Hölderlin und die Religion. In: Ulrich Gaier/Werner Volke (Hrsg.): Festschrift für Friedrich Beißner. Rotsch, Bebenhausen 1974, S. 288–332, ISBN 3-87674-005-3.
Einzelnachweise
- ↑ Jörg Widmann: Müller, Ernst Karl Max. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1850. Bd. 2. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1280f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).