Ernst Kübler
Ernst Karl Otto Kübler (* 18. August 1857 in Krotoschin; † 20. Januar 1940 in Berlin-Steglitz[1]) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Ministerialbeamter.
Leben
Ernst Kübler war ein Sohn des Pädagogen und Geheimen Oberregierungsrats Ernst Friedrich Otto Kübler und dessen Frau Mathidle, geb. Sachse. Der Altphilologe und Jurist Bernhard Kübler (1859–1940) und der Ingenieur Wilhelm Kübler (1873–1919) waren seine Brüder.
Er wuchs in Berlin auf und besuchte das Königliche Wilhelms-Gymnasium, an dem sein Vater Direktor war, bis zum Abitur Michaelis 1874.[2] Nach abgeschlossenem Studium der Rechtswissenschaft wurde er 1878 Gerichtsreferendar am Berliner Kammergericht. 1886 wurde er Amtsrichter in Wollstein. 1889 kam er nach Berlin zurück, zunächst als Landrichter, ab 1890 am Landgericht I. 1898 wurde er Landgerichtsrat. Im Jahr darauf kam er als Kammergerichtsrat und Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an das Preußische Justizministerium, wo er 1903 zum Geheimen Justizrat und Vortragenden Rat befördert wurde. Ab 1903 war er Mitglied der Justizprüfungskommission. Seit 1905 Geheimer Oberjustizrat, war er im Nebenamt ab 1906 Justitiar des Heroldsamts. Von 1918 bis zu dessen Ende 1920 war er mit den Geschäften des Vorsitzenden des Heroldsamtes betraut. Seit Februar 1914 leitete er als Wirklicher Geheimer Oberjustizrat und Ministerialdirektor die Abteilung II: Zivilsachen, Bausachen im Justizministerium.[3]
In der Weimarer Republik wurde er mit Verfügung vom 14. April 1919 Vorsitzender der Kommission zur Vermögensauseinandersetzung zwischen dem Freistaat Preußen und dem vormals regierenden preußischen Königshaus. 1922 wurde er in den Ruhestand versetzt, wirkte aber noch bis 1928 als Präsident des neu geschaffenen Landesamts für Familiengüter, das die Auflösung der Familienfideikommisse überwachte.[4]
1928 übernahm er den Vorsitz des Vorstands der nach dem Tod von Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen († 1926) gegründeten Fürsten zu Hohenlohe-Oehringschen Stiftung Slawentitz-Ujest-Oppurg. Dieser Stiftung wurden die in Preußen gelegenen Waldgüter von ca. 37.000 Hektar und der gesamte in Thüringen gelegene Grundbesitz von ca. 1.200 Hektar einverleibt. Zweck der Stiftung war die Erhaltung der bisher zum Fideikommiss gehörigen Besitzungen als geschlossenes Ganzes. Hauptnutzungsberechtigter war Johann (Hans) zu Hohenlohe-Oehringen (1858–1945).[5]
Seit 1893 war Ernst Kübler verheiratet mit Martha, geb. Poschmann.
Werke
- mit Wilhelm Beutner: Die Auflösung der Familiengüter in Preussen : Gesetze, Verordnungen und Ausführungsbestimmungen mit ihren Begründungen nebst den Entscheidungen des Landesamts für Familiengüter unter Berücksichtigung der Rechtsprechung sonstiger erster Reichs- und Landesbehörden. Carl Heymanns Verlag 1927.
- Die Auflösung der Fideikommisse und der Waldschutz. Antwort an Professor Aereboe. Berlin: de Gruyter 1929.
Ehrungen
- Titel Wirklicher Geheimer Oberjustizrat
- Roter Adlerorden, 3. Klasse mit der Schleife[6]
- Königlicher Kronen-Orden (Preußen), 2. Klasse
- Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Kreuz der Ritter
- Eisernes Kreuz am weißen Bande (1914)
- Verdienstkreuz für Kriegshilfe
- Landwehr-Dienstauszeichnung 2. Klasse
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Daten und Orte nach dem Eintrag im Sterberegister Berlin_Steglitz Nr. 69/1940, abgerufen über ancestry.com
- ↑ Königliches Wilhelms-Gymnasium in Berlin: Schulprogramm 1875/76, S. 28
- ↑ Stationen nach Die Protokolle des Preussischen Staatsministeriums 1817-1934/38, Registerband, S. 622
- ↑ Siehe dazu Landesamt für Familiengüter (Bestand), archivportal-de, abgerufen am 29. Oktober 2025
- ↑ Geschichte des Ritterguts Oppurg, Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 29. Oktober 2025
- ↑ Orden nach Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat 1918, S. 139